Welche Anbaumethode ist die umweltfreundlichste?

Tomaten

Welche Anbaumethode ist die umweltfreundlichste?

Die Tomate ist Deutschland beliebtestes Gemüse. Ein Grund, sich ihre Umweltbilanz genauer anzusehen. Welche Tomate ist besser: Die regional konventionell erzeugte Tomate? Die Tomate aus spanischen Gewächshäusern? Oder die Bio-Tomate?

Die Antwort: Es kommt darauf an! Zum Beispiel darauf, wie viel beim Anbau von Tomaten geheizt und gedüngt werden muss und wie weit der Transportweg ist. Hier ein Vergleich:

  • Konventionell: Eine typische Supermarkt-Tomate aus dem spanischen Almeria muss nicht beheizt werden, braucht aber viel Wasser und Pflanzenschutzmittel, wird halb grün gepflückt und reift auf mehreren Tausend Kilometer langen Transportwegen nach.
  • Regional: Deutsche Tomaten-Gewächshäuser aus der Region sind selten, weil sie monatelang beheizt werden müssen und dadurch teuer sind. Eine Ausnahme ist unter anderem das Gewächshaus in Kirchweidach nahe Altötting. Dort heizt man mit Erdwärme aus einer Thermalquelle und setzt Schlupfwespen gegen Schädlinge ein. Chemie kommt selten zum Einsatz.
  • Bio: Bio-Tomaten dagegen werden nur saisonal angebaut, weshalb keine Heizenergie verbraucht wird. Chemische Pflanzenschutzmittel kommen nicht zum Einsatz und die Lieferwege sind kurz. Allerdings geht diese Rechnung nur in den Sommermonaten auf.
  • Supermarkt oder bio? Geht es um Inhaltsstoffe, spielt das keine Rollen. Alle Obst- und Gemüsesorten enthalten gesunde Bestandteile wie Lycopine, Carotinoide oder Glucosinulate. Egal, ob es sich um Bio-Ware handelt oder konventionell angebaute Ware, um alte Sorten oder um neue. Die Lagerung dagegen spielt eine Rolle, wenn man Nährstoffe in Obst und Gemüse erhalten will.

Fazit

Obst und Gemüse in Deutschland ist besser als sein Ruf. Bio ist nicht automatisch ökologischer. Alte Sorten brauchen wir der Vielfalt an Inhaltsstoffen und des Geschmacks wegen.

Der Geschmack ist übrigens auch eine gute Orientierungmöglichkeit: Je intensiver der Geschmack, umso mehr Inhaltsstoffe und auch vielfältige Inhaltsstoffe hat ein Produkt, sagt Studiogast Professor Bernhard Watzl.

Und nicht nur der Einkauf entscheidet über die Qualität von Obst und Gemüse, sondern auch die Lagerung und die Zubereitung.

Autoren: Tanja Fieber / Andreas Kegel

Stand: 11.04.2018, 11:00

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