Eva und André Borsche - Einsatz für die Menschlichkeit

Beruf Arzt

Eva und André Borsche - Einsatz für die Menschlichkeit

Dr. Eva Borsche ist Ärztin für Allgemeinmedizin und Homöopathie mit eigener Praxis in Bad Kreuznach. Bereits als Jugendliche wollte sie Medizin studieren und hatte sich auch schon früh in den Kopf gesetzt, in die Entwicklungshilfe zu gehen. Während ihres Studiums in Freiburg lernte sie ihrem Mann André Borsche kennen. Eva und André Borsche haben fünf Kinder im Alter zwischen zwanzig und zweiunddreißig Jahren. Dr. Eva Borsche ist mit Leib und Seele Hausärztin. Für sie steht die Arbeit mit dem Menschen selbst im Mittelpunkt. 2013 erhielt sie gemeinsam mit ihrem Mann den Kinderschutzpreis des Deutschen Kinderschutzbundes, Landesverband Rheinland-Pfalz.

Helfen und Heilen

"Optimal helfen zu können und dabei etwas zurück zu bekommen, ist etwas unendlich Erfüllendes", beschreibt der Chirurg seinen Antrieb. 1955 wurde André Borsche in Berlin geboren, wo er sein Studium der Medizin begann, das ihn schließlich nach Freiburg führte. Dort lernte er seine Frau Eva kennen, mit der er heute in Bad Kreuznach lebt.

Die beiden verbindet von Studienzeiten an auch die Leidenschaft für den Beruf, den sie als Berufung ansehen. "Jeder Mensch möchte schmerzfrei leben und in seiner Umgebung akzeptiert sein. Das habe ich über all die Jahrzehnte gesehen und möchte dies, wenn möglich, auch anderen schenken", so Dr. Eva Borsche zu ihrem Verständnis als Ärztin und Entwicklungshelferin.

Chirurgie für die Ärmsten

André Borsche und seine Frau Eva verbinden das Bein eines Kindes

André Borsche und seine Frau Eva verarzten ein Kind

So oft wie möglich begleitet die Allgemeinmedizinerin ihren Mann zu Hilfseinsätzen ins Ausland. Und das, obwohl das Ehepaar fünf Kinder hat. Alle Einsätze führen sie über Interplast Germany durch. Das ist ein Zusammenschluss vor allem Plastischer Chirurgen. Der Anstoß, als Ärzte auch im Ausland zu helfen, kam vor mehr als 20 Jahren. 1990 ging André Borsche als Allgemeinchirurg an das Markus Krankenhaus in Frankfurt am Main. Der damalige Klinikleiter und Gründer von Interpalst Germany, Professor Gottfried Lemperle, nahm André Borsche auf einen Auslandseinsatz ins westafrikanische Guinea mit.

"Ich war tief beeindruckt, in welch kurzer Zeit man so vielen Menschen helfen kann", erinnert sich Borsche. Nach seiner Rückkehr qualifizierte er sich als Plastischer Chirurg und führte schon zwei Jahre später sein erstes eigenes Team zu einem Einsatz. Seit dem verbringt er fast jedes Jahr den Großteil seines Urlaubs in Asien, Afrika oder Südamerika und operiert - oft begleitet von seiner Frau Eva.

Fremde Kulturen und ihre Schicksale

Auch Eva Borsche ist begeistert von der erfüllenden Aufgabe, bedürftigen Menschen helfen zu können, kennt aber auch die Grenzen. Immer wieder müssen sich das Ehepaar Borsche und die ärztlichen Kollegen auch mit fremden Kulturen auseinandersetzen. Vor allem dann, wenn die Schicksale ihrer Patienten nicht auf Unfälle oder Kriegsverletzungen zurückzuführen sind.

Ein trauriges Beispiel ist eine junge Frau aus Indien, die schwerste Verbrennungen davontrug, als sie von ihrer Schwiegermutter mit Benzin übergossen und angezündet wurde. Grund war, dass der Familie des Ehemannes die Mitgift nicht hoch genug war, die der Vater der Braut zu zahlen in der Lage war. "Wir konzentrieren uns da immer auf die medizinische Hilfe für den Einzelnen, wohl wissend, dass wir die Gesamtproblematik in den krisengeschüttelten Ländern oder den fremden Gesellschaften nicht lösen können", sagt Eva Borsche. Elend, das die Helfer aushalten müssen.

Der Lohn: Dankbarkeit

Das Helferteam um André Borsche auf Haiti

Zusammen mit dem Helferteam auf Haiti

Und trotzdem - viel Leid, aber noch mehr Freude sei die Bilanz ihrer mittlerweile mehr als 20-jährigen ehrenamtlichen Arbeit mit Interplast. Viele Kinder zum Beispiel können nach den Operationen wieder normal essen, trinken, sehen, laufen oder zur Schule gehen. Die Helfer Eva und André Borsche haben zahlreiche Lippen-Kiefer-Gaumenspalten geschlossen, Augenlider korrigiert, Vernarbungen an Gelenken operiert und Gesichtstumore entfernt. Geerntet haben sie dafür grenzenlose Dankbarkeit. "Bei den Einsätzen geht es immer um so elementare Dinge, die man mit Geld und Ehrungen nicht aufwiegen kann und dafür lohnt sich der Riesenaufwand", ist André Borsche überzeugt.

Einsatz aus Überzeugung

André und Eva Borsche werden mit dem Kinderschutzpreis des Landes RP ausgezeichnet.

Verleihung des rheinland-pfälzischem Kinderschutzpreises

Dr. André Borsche ist Träger des Bundesverdienstkreuzes. Für sein Engagement bekam er unter anderem die Erich-Lexer-Medaille der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie verliehen. 2013 wurde er gemeinsam mit seiner Frau für ihr langjähriges Engagement in Entwicklungsländern mit dem Kinderschutzpreis des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. 2014 erhielt er durch die Ärztekammer die Johannes-Müller-Medaille.

Bis 2011 war André Borsche Vorsitzender von Interplast in ganz Deutschland. Seitdem konzentrieren sich seine Aktivitäten auf die von ihm ins Leben gerufene Sektion Bad Kreuznach. Einige Jahre wird der Mediziner noch als Chefarzt in Deutschland arbeiten, dann wird er dieses Kapitel schließen. Sein Engagement für die Ärmsten der Welt wird aber immer weitergehen und dies zusammen mit seiner Frau.

Autor/in: Mona Geier

Stand: 03.02.2015, 12:00

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