Das deutsche Rettungssystem

Erste Hilfe

Das deutsche Rettungssystem

Es scheint so selbstverständlich: Ob Verkehrscrash, Kreislaufkollaps oder Unfall in Haus, Garten oder am Arbeitsplatz - der Notarztwagen oder Hubschrauber ist in kürzester Zeit am Unfallort. Doch die Vorhaltekosten und der Aufwand für ein solches medizinisches Rettungssystem sind erheblich.

Feuerwehrmänner stehen an einem Autowrack

Feuerwehrmänner helfen nach einem Autounfall

Fast 2000 Mal rückte der ADAC-Rettungshubschrauber "Christoph 5" im Jahr 2012 aus, so oft wie nie zuvor. Verkehrscrashs, Arbeits- und Freizeitunfälle, Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Rettungsärzte müssen unter extremem Zeitdruck präzise arbeiten: Menschenleben hängen von ihren Entscheidungen und Handlungen ab. Allerdings, die Vorstellung, dass es in der Welt der Notfallmediziner permanent Action und einen Kampf gegen die Uhr gibt, trügt: Notfallmedizin ist nicht planbar. Manchmal herrscht einfach Ruhe. Die Piloten warten. Ärzte versuchen, geplante Operationen möglichst sinnvoll in den Zeiten zwischen den Notfalleinsätzen zu bewältigen. Aber auch da gibt es Grenzen der Optimierung.

Auch Warten gehört zur Notfallmedizin

Einsatzkräfte bringen einen Verletzten zum Rettungshubschrauber.

Notfallhelfer versorgen einen Schwerverletzten

Die Kapazitäten einer Unfallklinik wie der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik (BGU) Ludwigshafen werden nicht jeden Tag ausgeschöpft. Das macht die Notfallmedizin teuer. Denn ob Ärzte, Sanitäter oder Piloten: Sie müssen da sein, wenn es heißt: "Christoph 5, kommen Sie!" Nach maximal zwei Minuten ist der an der BGU stationierte Hubschrauber Christoph 5 in der Luft. Bis zu 13 Mal am Tag. Solange es hell ist. Rettungsreichweite 70 Kilometer.

Der Einsatz eines Rettungshubschraubers ist teuer

Koordiniert werden die Einsätze von der Leitstelle des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Ludwigshafen. Christoph 5 ist einer von zwei Rettungshubschraubern, die im Großraum Rhein-Neckar stationiert sind. Gut 90 Prozent der Einsätze sind sogenannte Primäreinsätze - es geht zu einem Notfall. Doch auch bei Verlegungen von Klinik zu Klinik werden die Helikopter eingesetzt, wenn es nötig ist. Für die Patienten eine schnelle und schonende Art des Transports. Aber der Rettungshubschrauber ist nicht immer voll ausgelastet. Auch das macht die Einsätze teuer. 1.300 Euro kostet ein Flug im Schnitt. Gute Notfallversorgung hat eben ihren Preis.

Autor/in: Oliver Wittkowski

Stand: 16.10.2013, 13:00

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