Laserakupunktur – Strahlen statt Nadeln

Eine Patientin, die eine spezielle Brille trägt, um ihre Augen vor der Laserstrahlung zu schützen, wird an einem Akupunkturpunkt im Bereich der Brust mit einem Laserstift behandelt.

Traditionelle Chinesische Medizin

Laserakupunktur – Strahlen statt Nadeln

Seit Jahrtausenden lassen sich Chinesen mit Nadeln stechen, in der Hoffnung, dass sie von Krankheiten geheilt werden oder dass zumindest eine gewisse Linderung eintritt. In Westeuropa und damit auch in Deutschland wird die Akupunktur seit mehr als 50 Jahren angewendet.
Viele Menschen haben jedoch nach wie vor Bedenken und Angst, sich mit Nadeln stechen zu lassen. Dies gilt insbesondere auch für Kinder. Es gibt aber auch eine Akupunkturmethode, die vollkommen schmerzfrei ist: die Laserakupunktur.

Energie, die unter die Haut geht

Laserstrahlung unterscheidet sich vom herkömmlichen, natürlichen Licht durch ihre sehr hohe Energiedichte. Die Strahlung kann sowohl sichtbar als auch unsichtbar sein. Durch den Einsatz von Linsen lässt sich die Strahlenleistung des Lasers auf einen kleinen Punkt konzentrieren, den so genannten Brennfleck oder Brennpunkt.

Wenn Laserstrahlung auf die Haut trifft, gibt sie einen Teil ihrer Energie an die Zellen ab. Diesen Effekt macht man sich bei der Laserakupunktur zunutze. Das Verfahren wurde in den 1970er Jahren entwickelt.

Dabei werden die Akupunkturpunkte des menschlichen Körpers statt mit Metallnadeln mit Laserstrahlen stimuliert, um die Energie an diesen Punkten auszugleichen und so eine Störung der Lebensenergie Qi zu beseitigen.

Die einzelnen Punkte werden je nach Diagnose so lange mit Laserstrahlung behandelt, bis ein Energiegleichgewicht hergestellt ist. Je nachdem, wie stark das Qi gestört ist und je nach Ausmaß des Untersuchungsbefundes muss die Behandlung – wie die klassische Nadel-Akupunktur auch – mehrmals wiederholt werden, bis es zu einem dauerhaften harmonischen Fluss des Qi kommt.

Akupunkturnadeln in einer Hand.

Nicht jeder mag Nadeln

Laserakupunktur in der Praxis

Ähnlich wie die Nadelakupunktur lässt sich auch die Laserakupunktur bei einer Vielzahl von Erkrankungen und Beschwerden einsetzen, darunter Allergien, Hauterkrankungen, Kopfschmerzen und Migräne, chronische Schmerzen (zum Beispiel Gelenkschmerzen), Rückenschmerzen und Schlaflosigkeit.

Darüber hinaus eignet sie sich auch zur Entwöhnung vom Rauchen. Sie ist schmerzfrei und hinterlässt auf der Haut keine Schäden. Allerdings müssen Anwender und Patient wegen der hohen Energiedichte der Laserstrahlung während der Behandlung eine spezielle Schutzbrille tragen, die für die Strahlung undurchlässig ist und so die Augen schützt.

Anwenden dürfen die Laserakupunktur Ärzte und Zahnärzte sowie Angehörige nicht-ärztlicher Berufsgruppen wie Heilpraktiker. Sie alle müssen zuvor allerdings eine entsprechende Ausbildung absolvieren.

Laserakupunktur im Bereich der Fußsohle

Laserakupunktur im Bereich der Fußsohle

Laser oder Nadel – was wirkt besser?

Korrekt angewendet ist die Stimulation von Akupunkturpunkten mit Laserstrahlung genauso wirksam wie die mit Akupunkturnadeln. Das haben wissenschaftliche Studien nachgewiesen. Darüber hinaus ist bei der Laserstrahlung – unabhängig von der Akupunktur – eine heilende Wirkung auf Gewebe und bei Entzündungen nachgewiesen worden.

Laserakupunktur und Nadelakupunktur können auch sehr gut miteinander kombiniert werden. So kann beispielsweise eine zusätzliche Laserakupunktur die Wirkung der Nadelakupunktur verstärken. Eine Kombination aus klassischer Akupunktur und Laserbestrahlung ist auch die Lasernadelakupunktur.

Dabei werden bis zu acht Akupunkturnadeln auf der Haut befestigt, aber nicht eingestochen. Mit einem entsprechenden Lasergerät können diese Punkte dann gleichzeitig stimuliert werden.

Die meisten der verwendeten Lasergeräte sehen aus wie ein Füllfederhalter oder ein Zahnbohrer, gelegentlich auch wie die Sonde eines medizinischen Ultraschallgerätes. Sie bestrahlen mit einer Stärke von zwei bis 40 Milliwatt und arbeiten mit Laserstrahlung unterschiedlicher Wellenlängen. Jeder Akupunkturpunkt wird meist etwa 15 bis 60 Sekunden lang stimuliert.

Laserbestrahlungen können nicht nur punktuell, sondern auch flächig angewendet werden, um die Behandlung chronischer Wunden oder Ohrgeräusche (Tinnitus) zu unterstützen.

Gelegentlich werden auch Lasergeräte für den Heimgebrauch im Handel angeboten – meist in Form von Stiften. Von diesen Geräten raten Experten jedoch ab, weil sie viel zu schwach sind, um eine messbare Wirkung zu erreichen.

Autor: Thomas Schwarz

Stand: 12.07.2018, 11:00

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