Sommerstress

Bild von unten auf Sonnenschirm und hochstehende Sonne vor blauem Himmel

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Sommerstress

So schön die Sommerzeit immer ist – zu viel Sonne und Hitze kann uns auch richtig stressen. Vor allem junge und ältere Menschen leiden stark, wenn 30 Grad auf dem Thermometer überschritten werden. Kreislaufprobleme, Konzentrationsschwäche, schlechter Schlaf – die Liste der Sommerstress-Phänomene ist lang. Vergessen sollte man auch nicht die ultravioletten (UV) Strahlen der Sonne, denn sie können unserer Haut schaden.

Heute wissen, wie man sich morgen fühlt

Die Temperatur allein sagt über das Wohlbefinden bei Hitze wenig aus. Es ist vor allem die Luftfeuchtigkeit, die unser subjektives Befinden beeinflusst.

Wenn es sehr feucht ist, können wir nämlich nicht mehr schwitzen, weil die Umgebungsluft keinen Schweiß mehr aufnehmen kann. Der Körper wird die Hitze nicht mehr los, entsprechend unwohl fühlt man sich in der eigenen Haut. Die gängige Wettervorhersage verkündet eine im Schatten und bei Windstille gemessene physikalische Temperatur.

Auf das Körpergefühl lässt dieser Wert jedoch kaum Rückschlüsse zu. Die "gefühlte Temperatur" ist wesentlich hilfreicher, wenn es darum geht, die Wirkung der Hitze auf den menschlichen Körper vorauszusagen. Sie berücksichtigt die Luftfeuchtigkeit ebenso wie die Windgeschwindigkeit.

Seit einigen Jahren werden alle physiologisch relevanten Daten im "Klima-Michel" des Deutschen Wetterdienstes zusammengetragen und der Bevölkerung zugänglich gemacht. Dort können Sie schon heute erfahren, ob Sie morgen mit Kopfschmerzen rechnen müssen.

Mann sitzt auf einem Balkon vor einem Ventilator

Vor allem die Luftfeuchtigkeit macht uns zu schaffen

Viel trinken – aber was?

Bei großer Hitze ist es wichtig, viel zu trinken. Zwei bis drei Liter am Tag sollten es schon sein. Denn sonst dehydriert der Körper – Schwindel, Kopfschmerzen und Übelkeit können sich dabei einstellen.

Genauso wichtig wie die Menge ist die Art der Getränke. Kaffee, Schwarztee und Alkohol sind als Durstlöscher wenig geeignet. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät von koffeinhaltigen Getränken als Durstlöscher wegen ihrer anregenden Wirkung auf Herz und Kreislauf ab. Alkohol entzieht dem Körper Wasser und wichtige Mineralien.

Teuer gehandelte isotonische Getränke sind eher überflüssig, da sie viel Zucker enthalten und zudem den Körper nicht besser mit Flüssigkeit und Mineralien versorgen als Wasser. Lediglich für Leistungssportler kann so ein Spezialgetränk nützlich sein.

Mineralwasser und Leitungswasser sind zum Durstlöschen am besten geeignet. Sie enthalten Mineralstoffe, keinen Zucker und keine unnötigen Zusatzstoffe. Wem das zu fad schmeckt, der ist mit der altbewährten Apfelschorle im Mischungsverhältnis 1:3 (1 Teil Apfelsaft auf 3 Teile Wasser) gut bedient. So kann man auch gleichzeitig noch ein paar Vitamine zu sich nehmen.

Symbolbild: Frau trinkt aus einer Wasserflasche in der Sonne

Wasser ist der beste Durstlöscher

Die Haut vergisst nichts

Nicht nur die Hitze setzt uns im Hochsommer unter Stress, auch die Sonneneinstrahlung sollte bedacht werden. Schöne Bräune hin oder her, der Haut tut zu viel Sonne nicht gut.

Die Strahlen der Sonne bestehen aus sichtbarem Licht, Infrarotstrahlung und zu ungefähr zehn Prozent aus UVA-, UVB- und UVC-Strahlungsanteilen. UVA- und UVB-Strahlen erreichen die Erdoberfläche und damit unsere Haut. UVC wird in der Atmosphäre weitgehend herausgefiltert.

UVA-Strahlen dringen tief ins Bindegewebe ein und verursachen Hautalterung und Hautkrebs. UVB-Strahlen dringen zwar nur in die oberen Hautschichten ein, sind dort aber für Sonnenbrand und indirekt damit ebenfalls für Hautkrebs verantwortlich. Das Braunwerden der Haut ist eigentlich eine Abwehrreaktion.

Das Farbpigment Melanin, das unsere Haut braun aussehen lässt, wird vom Körper als Reaktion auf die UV-Strahlung gebildet. Es dient dazu, die Hautzellen vor schädlichem Einfluss zu schützen, indem es die UV-Strahlung schluckt beziehungsweise absorbiert.

Die UVB-Strahlen regen die Haut dazu an, eine sogenannte Lichtschwiele zu bilden: eine Schutzschicht auf der Hautoberfläche, deren Aufgabe es ist, das Eindringen der UV-Strahlung in die Haut zu verhindern. Wolken halten die gefährliche UV-Strahlung übrigens nicht ab. Auch nicht der Schatten eines einzelnen Baumes.

UV-Intensitäts-Messungen haben ergeben, dass auch seitlich und durch Reflexionen am Boden sehr viel UV-Strahlung den Körper erreichen kann. Nur unter dem geschlossenen Dach eines Waldes ist man vor UV-Strahlung einigermaßen sicher.

Männliche Beine, die unterschiedlich braun gefärbt sind

Bräune ist eine Abwehrreaktion der Haut

Richtiger Sonnenschutz

Besonders die junge Haut von Kindern und Jugendlichen kann sich der aggressiven UV-Strahlung noch schlecht erwehren. Sonnenbrände aus dieser Zeit bringen ein wesentlich höheres Krebsrisiko mit sich als später im Leben erworbene Sonnenschäden.

Sonnencremes mit hohen Lichtschutzfaktoren sollten bei Kindern deshalb selbstverständlich sein. Am besten Cremes mit mineralischen Filtern, denn die lassen UV-Strahlen erst gar nicht in die Haut eindringen. Chemische Filter können in Kombination mit Sonnenstrahlung zu Allergien führen.

Vorsicht auch vor dem viel gepriesenen T-Shirt als Sonnenschutz. Weiße Baumwolle lässt immer noch um die zehn Prozent der Strahlendosis durch und ein nasses Hemd schützt fast gar nicht mehr vor der Sonne. Besser geeignet ist da spezielle Sommerkleidung mit integriertem UV-Schutz.

Mutter cremt den Rücken ihres Sohnes ein

Kinder müssen vor der Sonne geschützt werden

Hitze in der Stadt

Wenn die Temperatur auf über 30 Grad Celsius ansteigt und kaum ein Lüftchen weht, leiden fast alle Menschen unter der Hitze. Solche Hitzewellen treffen die Bewohner vieler Großstädte besonders hart, denn dort bringt auch die Nacht kaum noch Abkühlung.

Schuld daran sind Planungssünden beim Städtebau. Damit frische, kühle Luft in die Stadt einströmen kann, müssen ausreichend viele Einflugschneisen für den Wind vorhanden sein. Eine Voraussetzung, die durch die starre Blockbebauung der Städte oftmals nicht gegeben ist.

Ein Netzwerk vieler kleiner Grünflächen ist stadtklimatisch übrigens günstiger als wenige große Parkanlagen. Auch an denen mangelt es in vielen Städten. Wer der Hitze nicht entfliehen kann, sollte die Wohnung tagsüber abgedunkelt sowie die Fenster geschlossen halten. Fenster öffnen sollte man eher in den kühleren Morgenstunden.

Blick über Parkanlagen auf die Skyline der Stadt Köln

Grünflächen begünstigen das Stadtklima

Autorin: Pia Bausch

Stand: 15.05.2018, 15:04

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