Putztipps

Hygiene

Putztipps

Viele Menschen putzen viel komplizierter als nötig, weiß die Expertin Silvia Frank. Sie ist Dozentin für Biochemie der Ernährung in Stuttgart und im Hausfrauenbund aktiv. Sie rät zu simplen Mitteln und einfachen Tricks beim Saubermachen. Aggressive Putzmittel und aufwendige Materialanschaffungen werden da überflüssig. Die passenden Tipps gegen Blutflecken auf dem Teppich, verschmierte Spiegel im Bad und die verschmutzte Arbeitsfläche in der Küche finden Sie hier.


Gutes Material ist das A und O

Es sind nicht viele Mittel nötig, um Haus und Wohnung auf Vordermann zu bringen. Die wichtigsten Utensilien sind der Staubsauger, klares Wasser und ein Mikrofasertuch. Das ist ein Synthetiklappen, den es in verschiedenen Strukturen gibt. Je feiner die zu putzende Oberfläche, desto feiner sollte auch das Mikrofasertuch sein.

Die vielen Putzmittel, die manche Haushalte geradezu horten, sind dagegen zum großen Teil unnötig, da sie günstig und effektiv ersetzt werden können.

Putzmittel in Flaschen

Viele Putzmittel kann man sich sparen

Staubentfernung leicht gemacht

Besonders Hausstauballergiker leiden unter den Staubschichten, die sich in Regalen bilden. Für sie ist es vor allem ratsam, auf den alten Staubwedel zu verzichten. Der wirbelt den Staub nur unnötig auf und macht das Putzen für Allergiker zu einer unerträglichen Aktion. Spinnweben sollten die einzige Ausnahme sein, bei denen der Wedel zum Einsatz kommt.

Zur Staubbekämpfung empfiehlt Silvia Frank zunächst das Gröbste mit dem Staubsauger zu entfernen. Hier machen sich die verschiedenen Düsen-Aufsätze des Saugers bezahlt. Bei Regalen sollten Sie den Bürstenaufsatz benutzen, rät die Expertin. So beschädigt man nichts.

Anschließend kommt dann das Mikrofasertuch zum Einsatz – und zwar nebelfeucht. Dazu können Sie es entweder mit Wasser besprühen, oder aber nass machen und vor dem Gebrauch gründlich auswringen.

Das Tuch sollte nicht zusammengeknüllt benutzt werden, warnt Silvia Frank. Sonst verliert es an Wischkraft. Nach dem Gebrauch kann es bei 60 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden.

Grundsätzlich können Sie das Mikrofasertuch bei allen Möbeln anwenden. Sollten Sie sich zum Beispiel bei Hochglanzmöbeln nicht ganz sicher sein, testen Sie das Tuch an einer unauffälligen Stelle.

Fenster und Spiegel

Für die Reinigung von Spiegeln und Fenstern hat die Expertin einen einfachen und kostengünstigen Tipp parat: Zwei Teile Putzspiritus werden mit einem Teil Wasser gemischt. Zum Reinigen füllen Sie die Mischung am besten in eine Sprühflasche und wischen dann mit einem Stück Küchenrolle nach.

Den Spiritus gibt es in jedem Drogerie- oder Supermarkt. Neben der Umweltfreundlichkeit und der Reinheit gibt es hier noch einen weiteren Vorteil: Der sogenannte Spiegelfraß, der sich meistens vom Rand her bildet, hat keine Chance.

Badezimmer putzen

Viele benutzen zum Putzen im Badezimmer Essigessenz. Silvia Frank kann dazu allerdings nur mit Einschränkungen raten. Zum einen gibt sie zu bedenken, dass die Flüssigkeit stinkt. Zum anderen ist sie sehr aggressiv, und das nicht nur dort, wo sie es sein soll.

Zur Kalkentfernung lässt sich die Essenz gut nutzen, aber spätestens bei den Armaturen sollten Sie beim Putzen damit aufhören. Sonst können Korrosionen ausgelöst werden, die Armaturen können also matt werden.

Lieber sollten Sie für die Reinigung der Badezimmerarmaturen Zitronensäure verwenden. Die gibt es als Pulver in jeder Apotheke und gilt als unbedenklich.

Ein Tipp gegen das Verkalken von Fliesen, Wanne und Griffen im Bad ist das konsequente Trockenwischen nach jedem Duschgang. Wenn keine Wasserrückstände da sind, kann sich kein Kalk bilden.

Fliesenwände sollten Sie am besten nur mit klarem Wasser abspülen. Säure kann die Fugen angreifen und dafür sorgen, dass sie sich schnell abnutzen und porös werden. Auch hier können Sie aber einen Spritzer Spiritus zum Wasser dazugeben.

Bei der Toilettenreinigung hat die Expertin eine einfache Regel: Es wird vom Sauberen zum Schmutzigen geputzt! Erst wird außen gesäubert und anschließend innen. Es ist außerdem sehr wichtig, hierbei Handschuhe zu tragen, da schon in kleine Hautverletzungen Bakterien gelangen können.

Auf dem Bild sieht man, wie jemand einen Badezimmerboden putzt.

Meist reicht klares Wasser mit einem Schuss Spiritus

Die Küche kann nie keimfrei sein

Keimfreiheit kann in einer Küche nicht herrschen, sagt Silvia Frank. Schon alleine über die Lebensmittel, die täglich hineingetragen werden, gelangen Keime in die Küche. Das ist ganz normal. Aber einige Hinweise sollten Sie trotzdem beachten.

Der Spüllappen zum Beispiel sollte jeden Tag, die Trockentücher alle zwei Tage ausgewechselt werden. Gewaschen bei 60 Grad in der Waschmaschine sind sie auch schnell wieder einsatzbereit. Die Spülbürste können Sie zum Reinigen sogar mit in die Spülmaschine legen.

Im Kühlschrank sind viele Lebensmittel gut aufgehoben. Eier zum Beispiel können Sie in einer Schüssel abgedeckt im Kühlschrank lagern. Erdige Gemüsesorten lassen Sie am besten in Tüten verpackt im Gemüsefach. Erdreste sollten Sie im Kühlschrank direkt wegwischen.

Wenn Sie Fleisch zubereiten, sollten Sie die Arbeitsfläche im Anschluss nicht mit dem Spüllappen, sondern mit Küchenkrepp säubern, da sich sonst eventuell Bakterien im Lappen ansammeln, die zu unangenehmen Gerüchen und schließlich auch Krankheiten führen können.

So werden Teppich und Parkett sauber

Silvia Frank rät, den Parkettboden zweimal im Jahr gründlich mit einem Saugbohner zu reinigen. Der säubert und bohnert gleichzeitig und gibt dem Parkett damit eine Schutzschicht, die eine Weile hält. Zwischendurch genügt es dann, wenn Sie mit klarem Wasser und einem großen Mopp durchwischen.

Zur Teppichreinigung lohnt es sich, ein Teppichreinigungsgerät zu benutzen. Vorher sollten Sie allerdings prüfen, ob ihr Teppich auch nässeunempfindlich ist. Das Gerät spritzt mit viel Druck ein Reinigungsmittel auf den Teppich und saugt es dann mitsamt dem Dreck sofort wieder ab.

In einem zweiten Schritt wird das gleiche Verfahren mit klarem Wasser wiederholt, damit keine Rückstände des Reinigungsmittels im Teppich bleiben. Die meisten Heimwerkermärkte und viele Reinigungsfirmen haben inzwischen Ausleihstellen eingerichtet. Dort können Sie die Geräte günstig mieten.

Autorin: Anna Seidel

Stand: 18.09.2017, 14:40

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