Schlafwandler

Schlafwandler

Schlafstörungen

Schlafwandler

Sie steigen nachts aus dem Bett, tapsen mit offenen Augen und leerem Blick durch die Wohnung und am nächsten Morgen wissen sie von nichts: Schlafwandler. Jedes fünfte Kind und immerhin noch ein Prozent der Erwachsenen gehören dazu.

Gefährliche Wanderung

Schlafwandler irren nicht immer nur in der Wohnung umher, sie verlassen sie manchmal sogar. Leider ganz und gar ohne die sprichwörtliche schlafwandlerische Sicherheit.

Im Gegenteil: Schlafwandler befinden sich nämlich in ihrer Tiefschlafphase, sie bewegen sich daher nicht besonders feinfühlig. Sie stoßen sich überall ohne es zu merken, und wenn sie Fenster und Türen miteinander verwechseln, wird es sehr gefährlich.

Das Schlafwandeln kann von wenigen Minuten bis zu einer halben Stunde andauern. Auslösende Faktoren können fiebrige Erkrankungen im Kindesalter sowie Belastungen und Ermüdungen sein. Auch eine familiäre schlafwandlerische Vorbelastung konnte schon nachgewiesen werden.

Lampen statt Vollmond

Der Schlafwandler vor einer Mondschein-Kulisse ist kein reiner Mythos. Schlafwandler suchen immer eine Lichtquelle, um sich zu orientieren. Sie bewegen sich zwar schlafend fort, ihre Orientierung ist aber mangelhaft.

In früheren Zeiten, in denen der Mond die wichtigste Lichtquelle in der Nacht war, wollten die Schlafwandler ihm möglichst nah sein und kletterten daher auf Dächer, Balkone, Mauern oder Berge.

Heute spielt der Mond keine herausragende Rolle mehr, ist er doch in einer üblichen Wohngegend nur ein Helligkeitsfaktor unter vielen. Deshalb bewegt sich der Schlafwandler heutzutage meistens auf andere, stärkere Lichtquellen wie Lampen zu.

Bloß nicht wecken

In der Regel stehen Schlafwandler in den ersten Stunden der Nacht auf. Warum das so ist, dafür haben die Mediziner noch keine Erklärung. Auf keinen Fall sollte ein Schlafwandler geweckt werden.

Zum einen ist das sowieso sehr schwer, denn sie befinden sich in ihrer Tiefschlafphase. Zum anderen könnten sie sehr ängstlich oder sogar panikartig reagieren. Das Beste ist, Schlafwandler vorsichtig ins Bett zurückzuführen. Meist schlafen sie dann liegend weiter.

Nur keine Panik

Aus dem Schlafwandeln sollte auch am nächsten Tag kein Drama gemacht werden. Die Schlafwandler können sich sowieso nicht an ihren nächtlichen Ausflug erinnern. Außerdem ist gelegentliches Schlafwandeln harmlos.

Nur wenn es häufiger vorkommt, ist es ratsam, einen Arzt, zum Beispiel in einem Schlaflabor, anzusprechen, um eventuellen Ursachen – wie in seltenen Fällen Epilepsie – auf den Grund zu kommen.

Meist helfen aber Entspannungsübungen oder Selbsthypnose ("Wenn meine Füße nachts den Boden berühren, gehe ich wieder ins Bett zurück!"). Wichtig ist es, für einen ruhigen Schlaf des Schlafwandlers zu sorgen und eventuelle Gefahrenquellen zu sichern.

Autorin: Martina Peters

Weiterführende Infos

Stand: 15.06.2018, 17:00

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