Milchunverträglichkeit

Laktose-Intoleranz 03:28 Min. Verfügbar bis 23.04.2025

Milch

Milchunverträglichkeit

Von Natalie Muntermann und Corinna Wawrzyniak

Es gibt einen Baustein in der Milch, der manchen Menschen zu schaffen macht: Milchzucker oder Laktose. Dem Körper fehlt das Enzym, um den Milchzucker abzubauen. Die Folge sind Blähungen und Durchfall.

Um diese Laktose zu verarbeiten, braucht der Körper ein Enzym, das den Milchzucker spaltet: die Laktase. Da Laktose nur in der Milch vorkommt, wird die Laktase eigentlich nur im Säuglingsalter zur Verdauung benötigt.

Deshalb ist der menschliche Körper darauf programmiert, die Herstellung dieses Enzyms spätestens im dritten Lebensjahr einzustellen, denn dann ist ein Kind normalerweise entwöhnt.

Bei Erwachsenen wird die Laktase also nicht mehr oder nur in geringem Umfang produziert. Die Folge: Milchzucker kann nicht mehr abgebaut werden. Durchfall und Blähungen sind dann die unangenehmen Folgen. Egal, ob der Betroffene Kuh-, Schaf- oder Ziegenmilch getrunken hat, entscheidend ist immer der Milchzucker.

Die Milchunverträglichkeit im Erwachsenenalter ist also nichts Außergewöhnliches. Doch manche Menschen haben im Laufe der Evolution die Fähigkeit entwickelt, Milchzucker auch im Alter abzubauen. Denn als Menschen vor rund 10.000 Jahren damit anfingen, Vieh zu halten, stand eine neue, bis dahin nicht genutzte Nährstoffquelle zur Verfügung: die tierische Milch.

Um sie für sich nutzen, bildeten manche Menschen das Enzym Laktase auch über das Säuglingsalter hinaus. Sie kommen überwiegend aus dem nördlichen und mittleren Europa, sind aber – weltweit gesehen – in der Minderheit.

Die meisten Südeuropäer, Afrikaner und Asiaten stellen die Laktase-Herstellung nach dem Säuglingsalter dagegen ein. Man schätzt, dass 75 Prozent der Erdbevölkerung Milchzucker nicht verträgt und eine sogenannte Laktose-Intoleranz hat – in Deutschland gilt das für rund 15 Prozent der Bevölkerung.

Deshalb dauert es in Deutschland oft auch Jahre, bis Ärzte und Betroffene herausfinden, warum es ihnen schlecht geht. Damit Betroffene nicht auf das gewohnte Glas Milch verzichten müssen, haben sich Wissenschaftler und Nahrungsmittelindustrie schon viel einfallen lassen.

Es gibt laktosefreie Milch und sogar Enzympräparate, mit deren Hilfe der Milchzucker dann doch gespalten werden kann. Sogar Selbsthilfegruppen von Betroffenen sind entstanden, die Rezepte und Tipps austauschen.

Laktoseunverträglichkeit: Wie bekommt man sie in den Griff? Planet Wissen 15.09.2020 03:08 Min. Verfügbar bis 15.09.2025 WDR Von Carsten Linder

WDR | Stand: 30.07.2019, 10:57

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