Kinderarmut

Kinderarmut

Arme Kinder in einem reichen Land

Leinen voller Wäscheklammern, auf die Kinder ihre Namen geschrieben haben.

Rund 100 bedürftige Kinder kommen pro Tag alleine in den Kinderbereich ins Kinder- und Jugendhaus Bolle in Berlin-Marzahn. Hier bekommen sie ein warmes Mittagessen, sie werden bei den Hausaufgaben betreut und sozialpädagogische Freizeitangebote fördern ihre Talente und ihr Selbstbewusstsein. Mit den Wäscheklammern kennzeichnen die Kinder ihre Trinkbecher. Jeder Name steht für ein Schicksal.

Rund 100 bedürftige Kinder kommen pro Tag alleine in den Kinderbereich ins Kinder- und Jugendhaus Bolle in Berlin-Marzahn. Hier bekommen sie ein warmes Mittagessen, sie werden bei den Hausaufgaben betreut und sozialpädagogische Freizeitangebote fördern ihre Talente und ihr Selbstbewusstsein. Mit den Wäscheklammern kennzeichnen die Kinder ihre Trinkbecher. Jeder Name steht für ein Schicksal.

Das Kinder- und Jugendhaus Bolle liegt inmitten einer Plattenbausiedlung in Berlin-Marzahn. Das knapp 2000 Quadratmeter große Grundstück beherbergte zu DDR-Zeiten eine Apotheke und eine Tischlerei. Der Verein "Straßenkinder e.V." konnte das Haus kaufen und umbauen. 2010 wurde "Bolle" eröffnet. Für viele Kinder in Marzahn ist das Kinder- und Jugendhaus ihr zweites Zuhause. Neben Angeboten in Sport, Musik und Kunst, gibt es eine Kleiderkammer, eine Caféteria und eine Hausaufgabenbetreuung. Ohne Projekte wie diese sähe die Zukunft der Kinder trostlos aus.

Kinder, die inmitten von Platten- und Sozialbauten aufwachsen, haben oftmals keinen Bezug zur Natur. Im Bolle-Garten legen die Kinder Gemüse- und Kräuterbeete an. Das Gießen, Jäten und Ernten ist für die Kinder ein echtes Erlebnis.

Die Jugendlichen, die das Jugendhaus Bolle in Berlin-Marzahn besuchen, können einmal pro Jahr an einer großen Sommerfreizeit teilnehmen. Durch erlebnispädagogische Projekte wie beispielsweise Klettern werden sie in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt. Der Sport spielt bei den Jugendfreizeiten eine große Rolle. Bewegung und Teamgeist werden auf diese Weise spielerisch vermittelt.

Kinder im Musikraum. Bei Bolle wird Musikunterricht angeboten: für Klavier, Gitarre und Schlagzeug. Neben dem Sport ist die musikalische Förderung von bedürftigen Kindern ein wichtiger Ansatz. Wer musiziert, ist weg von der Straße und bekommt einen anderen Horizont.

Kinder, die aus bedürftigen Familien stammen, haben oftmals Schwierigkeiten, in der Schule mitzukommen – oft schon in der ersten Grundschulklasse. Bei Bolle wird täglich Unterstützung bei den Hausaufgaben und Nachhilfeunterricht angeboten. Durch diese gezielte Hausaufgabenhilfe und Förderung erhalten die Kinder die Unterstützung, die sie zuhause nicht finden.

Schneemann bauen, Schlitten fahren, Schneeballschlachten. Bedürftige Kinder- und Jugendliche können im Jugendhaus Bolle beim gemeinsamen Spiel im Schnee für eine Weile ihre Sorgen vergessen.

Für die meisten bedürftigen Kindern und Jugendlichen ist Urlaub ein Fremdwort. Durch organisierte Freizeitangebote, die meist eine Woche dauern, können sie oft zum ersten Mal ein neues Umfeld kennenlernen. Zusammenhalt und Spaß – wie hier beim Kanufahren – stehen bei den Jugendfreizeiten im Vordergrund. Aber es geht auch darum, den Kindern neue Perspektiven zu vermitteln. 25 bis 40 Kinder und Jugendliche fahren pro Angebot mit.

Ausflüge in Theater oder Museen haben für viele Kinder Seltenheitswert. Jugendeinrichtungen wie "Straßenkinder e.V." unternehmen deshalb mit den Kindern regelmäßig Ausflüge in Kultureinrichtungen in der Nähe. Der Besuch im Sportmuseum mit Boxtraining war ein voller Erfolg.

Kunsthandwerk als Alternative zum Computerspielen und Dauerfernsehen: In der Holzwerkstatt von Bolle haben die Kinder Gelegenheit, ihre Begabungen zu entdecken und handwerkliche Fähigkeiten zu entwickeln.

Anlaufstelle Alexanderplatz: Der "Bolle-Bus" von "Straßenkinder e.V." mit den Sozialarbeitern Tine und Basti ist bei den Straßenkindern eine beliebte Anlaufstelle. Neben Essen und Getränken gibt es hier auf Wunsch auch sozialpädagogischen Rat und Unterstützung. Oftmals ist der Kontakt der erste Schritt für die Kinder zurück in die Gesellschaft.

Diese beiden Jugendlichen waren als 14-Jährige aus einer Jugendhilfe-Einrichtung weggelaufen und lebten auf der Straße. Die Streetworker von "Straßenkinder e.V." nahmen sich der beiden an. Mit den Sozialarbeitern bauten die Jugendlichen unter anderem in einer erlebnispädagogischen Aktion gemeinsam ein Floß. Hier malen die beiden Ausreißer gerade noch eine Flagge für das Floß. Durch die engagierte und kontinuierliche Arbeit der Streetworker konnten die Jugendlichen wieder integriert werden. Beide leben inzwischen wieder in ihren Familien.

Stand: 18.05.2015, 11:39 Uhr

Darstellung: