Goldige Fragen

Gemälde: Alchemist mit Flasche mit goldener Flüssigkeit

Gold

Goldige Fragen

Ist Gold trinkbar und gesund?

Im Mittelalter waren die Alchemisten davon überzeugt, dass das "aurum potabile", das Goldwasser, ein Jungbrunnen ist. Der Arzt und Chemiker Paracelsus (1493-1541) verabreichte es einigen Patienten. Seine so genannte "tinctura auri", das Lebenselixier, sollte nicht nur alle bekannten Leiden und Krankheiten heilen, sondern auch gegen das Altern und den Tod helfen.

Es ist jedoch wissenschaftlich nicht haltbar, dass Gold jung macht.

Heute wird Gold lediglich in minimalen Dosen zu Diagnosezwecken getrunken. Zur Darstellung und Untersuchung von Organen in einem "Frabszintigramm" wird eine trinkbare Flüssigkeit mit radioaktiven Goldteilchen verabreicht. Diese ermöglicht dann die bildliche Wiedergabe der Strahlungsverteilung des im Gewebe gespeicherten, radioaktiven Goldes.

In der Krebsbehandlung ist das Goldisotop "Au 198" von Bedeutung. Kleine Mengen können in Krebsherde eingepflanzt werden, das Krebsgewebe wird durch sie zerstört.

Ein Gemälde von Paracelsus

Paracelsus war von der heilenden Wirkung des Goldes überzeugt

Wird Gold im internationalen Handel nur in Barren angeboten?

Ursprünglich wurde Gold immer in Form von Barren gegossen. Mit der Erweiterung des Handels auf kleinste Gewichtseinheiten bis zu einem Gramm wurde diese Herstellungsart jedoch zu kostenintensiv.

Heute gießt man Barren in der Regel nur noch ab einem Gewicht von 250 Gramm. Kleinere Einheiten bis zu einem Gramm werden als Goldplättchen aus einem Goldblech ausgestanzt und ebenfalls im Handel angeboten.

Goldbarren verschiedener Größe

Gold wird erst ab 250 Gramm gegossen

Wer setzt wann, wie und wo den Goldpreis fest?

Es dauert nur fünf Minuten und ist doch von entscheidender Bedeutung für den täglichen Goldhandel auf der ganzen Welt: Das sogenannte "Fixing", die Festsetzung des Goldpreises.

Seit 1919 treffen sich jeden Werktag um 10:30 Uhr und um 15:30 Uhr fünf Vertreter traditionsreicher Banken, darunter der Vertreter des Hauses Rothschild als Leiter des Fixings, im Handelshaus N M Rothschild & Sons in London.

Das Prozedere zur Festsetzung des Goldpreises ist jeden Tag gleich: Die fünf Bevollmächtigten sitzen an einem runden Tisch in einem holzgetäfelten Raum der Londoner Bank. Der Fixing-Chef nennt den Eröffnungskurs. Jeder Teilnehmer informiert daraufhin telefonisch den Goldhändler seiner Bank, der den aktuellen Kurs an die Kunden weiterleitet, deren Bestellungen (Orders) entgegennimmt und diese wiederum zurück an seinen Chef meldet.

Werden mehr Käufe als Verkäufe getätigt, erhöht der Leiter des Fixings den Preis (übersteigen die Verkäufe die Käufe, senkt der Leiter den Preis). Dies geschieht so lange, bis sich Angebot und Nachfrage die Waage halten. Täglich werden so bis zu 20 Tonnen Gold bewegt.

Am Ende des Verfahrens vergewissert sich der Leiter nochmals der Zustimmung aller Bankvertreter. Hebt einer von ihnen das vor ihm stehende Fähnchen, protestiert er. Dann wird noch weiter "gefixt" – bis der Leiter das Ritual mit den Worten "The price is fixed!" beendet.

Stier und Bär auf Goldbarren

Der Goldpreis für die Börse wird jeden Tag neu festgelegt

Autorinnen: Lydia Drozdzynski / Corinna Wawrzyniak

Stand: 05.11.2018, 14:12

Darstellung: