Fleisch der Zukunft

Fleisch aus Insekten Planet Wissen 18.10.2016 01:04 Min. Verfügbar bis 05.12.2021 ARD-alpha

Kampf um Nahrungsmittel

Fleisch der Zukunft

Von Tanja Fieber und Doris Tromballa

Weltweit essen bereits zwei Milliarden Menschen regelmäßig Insekten. Es gibt 1.800 essbare Arten. Sind Maden unser Fleisch der Zukunft?

Die Nährstoffe, die wir brauchen, werden auch in Zukunft gleich bleiben. Der Unterschied wird sein, in welchen Lebensmitteln diese Nährstoffe stecken, wo wir diese Lebensmittel herbekommen und wie sie angebaut werden. Woher könnten wir also künftig Eiweiß beziehen, wenn nicht klassisch aus Fleisch von Rind, Schwein oder Hühnchen?

Fleisch aus Insekten

Unsere Eiweißration könnte beispielsweise das Fleisch von Insekten decken. In Asien, Südamerika und Afrika essen Menschen bereits regelmäßig Insekten.

  • Vorteil: Insekten sind anspruchslos in der Haltung und erzeugen keine Treibhausgase. Aus zehn Kilogramm Futter könnte man acht Kilogramm Insektenfleisch gewinnen. Das Fleisch ist genauso hochwertig wie Fleisch vom Rind oder Schwein.
  • Nachteil: Insekten essen finden viele hierzulande eklig! Der Ekel-Faktor fällt weg, wenn Insektenfleisch zu Mehl verarbeitet wird – ohne Beinchen, Fühler oder knackende Körperhüllen.
Gebratene Insekten im Bananenblatt

Gebratene Insekten im Bananenblatt

Fleisch aus dem Labor

Fleisch könnte künftig aber auch im Labor gezüchtet werden. Dazu braucht man einen 3-D-Drucker und eine Lebensmittel-Paste aus tierischen Stammzellen. So wurde beispielsweise der erste künstliche Burger aus Stammzellen von Rindermuskelfleisch mit wachstumsfördernden Chemikalien hergestellt.

  • Vorteil: Es gibt schon Investoren, die die Forschung unterstützen.
  • Nachteil: Fleisch aus dem Labor ist noch sehr teuer.

Fleisch(-Ersatz) aus Pflanzen

Der bekannteste Fleischersatz aus Pflanzen besteht aus Tofu (Sojabohnen), Seitan (Weizeneiweiß) und Lupinen (Pflanze, eine Verwandte der Erbse).

  • Vorteil: Mit allen Alternativen wird bereits erfolgreich experimentiert. Sie lassen sich einfach herstellen und liefern hochwertiges Eiweiß.
  • Nachteil: Drei Viertel der weltweiten Sojaernte besteht aus gentechnisch veränderten Sorten. Menschen mit Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie) können Seitan nicht essen. Bei Lupinen lässt der Geschmack noch etwas zu wünschen übrig.

Einschätzung Professor Hans Hauner, Direktor des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin

Beim Thema Eiweiß werden sich wohl Pflanzenproteine durchsetzen, meint Professor Hans Hauner, Ernährungsmediziner an der Technischen Universität München. Sie seien einfach herzustellen, hochwertig und vielseitig nutzbar.

Kleines Insekten-Koch 1x1 Planet Wissen 18.10.2016 04:28 Min. Verfügbar bis 05.12.2021 ARD-alpha

Stand: 19.09.2018, 09:00

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