Kohlenhydrate der Zukunft

Kohlehydrate der Zukunft Planet Wissen 18.10.2016 01:34 Min. Verfügbar bis 05.12.2021 ARD-alpha

Kampf um Nahrungsmittel

Kohlenhydrate der Zukunft

Von Tanja Fieber und Doris Tromballa

Zu viel Fett und zu viel Zucker machen dick und krank. Dennoch brauchen wir beide Nahrungsbestandteile zum Leben. Doch wie können wir unseren Kohlenhydrate-Bedarf künftig decken, wenn die Bevölkerungszahl weltweit schneller steigt als die Nahrungsmittel-Produktion? Zum Beispiel mit "Smart Breeding".

Eigentlich brauchen wir keinen künstlich hergestellten Zucker, denn der Körper kann die lebensnotwendige Glucose ohne Probleme aus Kohlenhydraten wie Obst, Gemüse, Reis, Kartoffeln und auch aus Fleisch gewinnen.

Dafür muss aber genug Gemüse und Getreide da sein, um die Nachfrage weltweit zu decken. Wie könnte man sicher für Nachschub sorgen – auch wenn die Weltbevölkerung stark wächst?

Gentechnik

Kohlehydrate wie Mais, Soja und Weizen könnten in Zukunft von gentechnisch veränderten Pflanzen kommen.

  • Vorteil: Ihr Einsatz soll in der Landwirtschaft für mehr Ertrag und widerstandsfähigere Pflanzen sorgen.
  • Nachteil: Das hat bislang nur teilweise bis gar nicht funktioniert. Viele Menschen weltweit lehnen gentechnisch veränderte Lebensmittel ab.

Züchtung

  • Vorteil: Die Züchtung und Kreuzung mithilfe von Saatgutbanken bewahrt die Tradition der klassischen Lebensmittelherstellung.
  • Nachteil: Es kann lange dauern bis eine widerstandsfähige und ertragreiche Pflanze gezüchtet werden kann.

Smart Breeding

Beim "Smart Breeding" werden gentechnische Methoden mit klassischer Züchtung kombiniert. Beispiel Maispflanzen: Sie werden im Feld genau beobachtet, geerntet, zerkleinert, die genetischen Information isoliert und unter dem Mikroskop betrachtet.

Dann werden die Pflanzen, die gute Eigenschaften wie Resistenzen oder hohen Ertrag haben, klassisch gekreuzt.

  • Vorteil: Durch "Smart Breeding" kann gezielt gezüchtet und schnell verbessert werden.
  • Nachteil: Die Methode werden sich wohl eher reiche Länder leisten können.

Einschätzung Professor Hans Hauner, Direktor des Else Kröner-Fresenius-Zentrums für Ernährungsmedizin

Bei den Kohlehydraten könnte es sehr davon abhängen, in welcher Region Menschen leben, glaubt Professor Hauner. In ärmeren Ländern werde wohl die Gentechnik dominieren, weil dort möglichst billig und effektiv produziert werden müsse. In reicheren Ländern werde sich wahrscheinlich das "Smart Breeding" für die Massenproduktion durchsetzen und der Bio-Anbau für seltene alte Sorten. Welche Lebensmittel man wähle, werde wohl vom Geldbeutel und der Überzeugung eines Menschen abhängen.

Stand: 19.09.2018, 08:59

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