Lebensmittel der Zukunft – von A bis Z

Lupinen-Samen in der Hülse

Kampf um Nahrungsmittel

Lebensmittel der Zukunft – von A bis Z

Von Tanja Fieber und Doris Tromballa

Fleischersatz, Zuckerersatz und Algen: Schwirrt Ihnen der Kopf? Hier können Sie nachlesen, welche neuartigen Nahrungsmittel in Zukunft eine Rolle spielen könnten.

  • Algen: Es gibt etwa 200 essbare Algen. In Asien weiß man die Nährstoffpakete bereits seit langem zu schätzen. Hierzulande werden sie eher als Lebensmittelfarbstoff oder als Nahrungsergänzungsmittel verarbeitet. Algen sind eiweiß- und vitaminreich und können leicht im Meer angebaut werden.
  • Erythrit: Zuckerersatzstoff aus Asien. Das sogenannte Erythritol oder Erythrit wirkt nicht abführend, ist kalorienarm, nicht bitter und verhält sich beim Backen ähnlich wie Haushaltszucker – im Gegensatz zu den meisten Zuckerersatzstoffen. Erythrit wird aus hochkonzentrierten Zuckerlösungen hergestellt und ist deshalb noch sehr teuer. Der Zuckerersatz kostet derzeit etwa das Zehnfache von Industrie-Zucker. Könnte die Idee eines Wiener Molekularbiologen umgesetzt und Erythrit aus Stroh und einem gentechnisch veränderten Pilz hergestellt werden, würde der Preis deutlich sinken.
  • Insekten: Weltweit essen rund zwei Milliarden Menschen regelmäßig Insekten. Es gibt 1.800 essbare Arten, zum Beispiel Maden, Mehlwürmer, Grillen und Käfer. Sie liefern ebenso hochwertiges Eiweiß wie klassische Fleisch-Arten, Insekten sind bei der Haltung und beim Futter aber viel anspruchsloser. Anders wird künftig der weltweite Fleisch-Bedarf kaum gedeckt werden können: Derzeit leben rund sieben Milliarden Menschen auf der Erde. 2050 werden es etwa zehn Milliarden sein. Schon jetzt hungern 900 Millionen Menschen weltweit. Wir müssen uns also etwas einfallen lassen, damit in Zukunft alle etwas zu essen haben. Das klappt nicht, wenn weiterhin jedes Jahr Ackerflächen aufgrund von Monokulturen verloren gehen und immer mehr Fleisch und Fisch gegessen wird.
  • Konjak: aus Asien stammende Wurzel. Sie enthält wertvolle Ballaststoffe (stärkehaltige Glucomannane), aber kein Fett, Zucker oder Gluten. Lebensmittel aus Konjak werden deshalb als Low Carb angepriesen.
  • Lupine: Pflanze, verwandt mit der Erbse. Guter Fleischersatz, aber der Geschmack lässt noch etwas zu wünschen übrig.
  • Seitan: Weizeneiweiß. Guter Fleischersatz, aber nichts für Menschen mit Gluten-Unverträglichkeit (Zöliakie).
  • Tofu: aus Sojabohnen. Guter Fleischersatz, aber Dreiviertel der weltweiten Sojaernte besteht aus gentechnisch veränderten Sorten.
  • Xylit: Zuckerersatzstoff und ein Zuckeralkohol. Süßt genauso wie Haushaltszucker, hat aber weniger Kalorien und keine schädigende Wirkung auf die Zähne. Xylit wird daher auch in Produkten für Diabetiker und in Zahnpflegekaugummis eingesetzt. Man sollte nicht mehr als 0,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht essen, weil Xylit abführend wirken kann.

Weiterführende Infos

Stand: 19.09.2018, 08:58

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