Welternährungsprogramm

Warten auf eine Mahlzeit: Diese Kinder in einer Grundschule in der Nähe von Harare, der Hauptstadt Simbabwes, erhalten mit Hilfe von UNICEF zumindest ein Mal täglich etwas zu essen.

Kampf um Nahrungsmittel

Welternährungsprogramm

Von Claudia Heidenfelder

Das Welternährungsprogramm WFP der Vereinten Nationen (UN) ist die größte humanitäre Organisation der Welt. 2014 erreichte seine Nahrungsmittelhilfe rund 80 Millionen hungernde Menschen in den ärmsten Ländern der Welt. Doch das ist lange nicht genug. "Die Zahl der hungernden oder von Hunger bedrohten Menschen ist in jüngster Zeit auf etwa eine Milliarde gestiegen", berichtet Ralf Südhoff, Leiter des WFP im Berliner Büro.

Weltweit im Einsatz

Von der südlichen Sahara über den Mittleren Osten bis hin nach Lateinamerika und Asien sind die Mitarbeiter des WFP im Einsatz.

Oft sind es Katastrophen, die den schnellen Einsatz der WFP-Teams erfordern: Dürreperioden, Kriege, Seuchen oder Naturkatastrophen wie Überschwemmungen lassen Menschen hungern.

Durch die explodierenden Nahrungsmittelpreise wurde zusätzliche Hilfe nötig – die Krise weitete sich auf Regionen aus, die bisher nicht von Hunger bedroht waren.

Die Nahrungsmittel müssen schnell und oft unter schwierigsten Bedingungen an die betreffenden Orte gebracht werden, um sie dort an bedürftige Menschen zu verteilen.

Neben dieser Katastrophenhilfe sind Schulspeisungsprogramme ein wichtiger Bestandteil der WFP: Denn mit der Schulspeisung steigt die Zahl der Kinder, die zur Schule geschickt werden, deutlich an.

Zusammenarbeit mit Kleinbauern

Für die WFP-Programme werden im Jahr Zehntausende von Tonnen Getreide benötigt. Um das Budget so sinnvoll wie möglich zu nutzen, unterstützt die Organisation Kleinbauern in den Entwicklungsländern.

Die WFP kauft jährlich von knapp 500.000 Kleinbauern in Entwicklungsländern für rund eine Milliarde US-Dollar Nahrungsmittel ein, wie etwa in Uganda und Mosambik.

Das hat den positiven Effekt, dass die Bauern schon im Voraus sichere Abnehmer für ihre Produkte haben. Diese Garantie soll sie so selbstständig machen, dass sie investieren können, die Infrastruktur ausbauen und eigene Überschüsse am lokalen Markt anbieten können.

"So könnte in Zukunft die Ernährung in dieser Region gesichert und die Menschen von uns unabhängig werden", hofft Südhoff. "Denn unsere Hauptaufgabe ist es ja eigentlich, uns überflüssig zu machen!"

Weiterführende Infos

Stand: 19.09.2018, 09:01

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