Neue Medien in Kuba

Eine Gruppe von Personen mit ihren technsichen Geräten.

Kuba

Neue Medien in Kuba

Noch immer ist der Zugang ins weltweite Netz in Kuba stark eingeschränkt. Doch viele junge Kubaner hoffen, dass das Internet mehr Informationsfreiheit auf die Insel bringt. Denn klassische Medien wie Zeitungen und Fernsehen werden vom sozialistischen Einparteienstaat nach wie vor kontrolliert und zensiert.

Ein Land will ins Netz

2013 wurde der Internetzugang für Kubaner liberalisiert. Bisher haben jedoch weniger als vier Prozent der privaten Haushalte auf Kuba einen eigenen Internetanschluss. So bietet für die meisten der elf Millionen Kubaner nur ein öffentlicher WLAN-Hotspot oder die Lobby eines Hotels Zugang ins weltweite Netz.

Jugendliche Gruppe an ihren Smartphones.

Eine Stunde im Internet surfen kostet umgerechnet rund zwei Euro

Die Geschwindigkeit ist verlangsamt und bestimmte Webseiten werden blockiert, so dass der Internetzugang noch stark eingeschränkt ist. Zudem ist Surfen in Kuba sehr teuer: Eine Stunde kostet umgerechnet rund zwei Euro. In Kuba liegt das monatliche Durchschnittseinkommen bei 18 Euro.

Wandel in den Medien?

Unabhängige Medien sind in Kuba nicht zugelassen, Pressefreiheit ist nicht gegeben. Die kubanische Regierung hält das Medienmonopol, Staatsmedien dienen der Propaganda und private Radio- und Fernsehsender sind verboten.

Personen surfen in einem Internet-Café im Netz.

Nur wenige Privathaushalte haben Internetanschluss

Doch das Internet verändert allmählich die Medienlandschaft. Im Netz entstehen zahlreiche Blogs und Medienprojekte, die vom kubanischen Staat toleriert werden. Junge Journalisten gründen unabhängige Online-Portale, die über den Alltag der Kubaner und auch kritisch über die Regierung berichten.

Unabhängige Online-Medien

"Periodismo de Barrio" heißt eines dieser neuen Online-Magazine, was so viel bedeutet wie "Stadtteil-Journalismus". Junge Journalisten berichten vom Leben in den Quartieren und vom gesellschaftlichen Umbruch in Kuba. Elaine Díaz, die das Portal leitet, fordert eine unabhängige Presse, die den Dialog zwischen der Staatsführung, Vertretern der Wirtschaft und den Kubanern begleitet.

"El Estornudo" ist ein weiteres unabhängiges Online-Portal. Herausgeber Abraham Jiménez will mit einer unabhängigen Berichterstattung den Wandel gestalten und die Insel nicht denen überlassen, die am liebsten alles beim Alten belassen würden. Dass der kubanische Staat die unabhängigen Online-Magazine zulässt, ist für Abraham Jiménez ein Zeichen dafür, dass sich in Kuba etwas zu verändern beginnt.

Die Journalistin Yoani Sánchez

International bekannt wurde die kubanische Journalistin Yoani Sánchez durch ihren regierungskritischen Blog "Generation Y". In diesem Blog, der in 20 Sprachen erscheint, berichtet sie über den schwierigen Alltag in Kuba. Auf der Insel wurde ihr Blog rund drei Jahre von den kubanischen Behörden blockiert. Mittlerweile kann er auch wieder in Kuba gelesen werden.

Journalistin Yoani Sánchez fotografiert mit ihrem Handy.

Journalistin Yoani Sánchez

Für ihre journalistische Arbeit erhielt Yoani Sanchez internationale Preise, beispielsweise den renommierten spanischen Journalistenpreis "Ortega y Gasset". Doch die kubanischen Behörden verweigerten ihr mehrfach die Ausreise und damit die Entgegennahme der Preise.

Erst als 2013 das neue kubanische Reisegesetz in Kraft trat, welches die Ein- und Ausreise für Kubaner erleichtert, konnte Yoani Sánchez eine mehrmonatige Auslandsreise unternehmen.

Seit 2014 erscheint ihre Online-Zeitung "14ymedio", Kubas erste regierungsunabhängige Zeitung nach der Revolution. Inhalt sind Nachrichten, kritische Kolumnen und Berichte über den Alltag auf der Insel.

Computer mit geöffneter "14ymedio" Internet-Seite.

2014 erschien Yoani Sanchez' Online-Zeitung "14ymedio"

Autorin: Ana Ríos

Stand: 06.06.2018, 10:19

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