Amateurfilm

Ein junger Mann hält eine Digitalkamera und filmt damit.

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Amateurfilm

Filme drehen können nicht nur Profis: Amateure nähern sich der Welt in ihren Streifen oft auf eine ganz andere Weise. Amateurfilme sind daher eine ernstzunehmende Alternative zum Profiwerk.

Massenmedium Amateurfilm

In Zeiten von Digitalkameras, Camcordern und Smartphones besitzt mittlerweile eigentlich jeder deutsche Haushalt eine Kamera, mit der Videos aufgezeichnet werden können. Das war nicht immer so. Erst seit der Erfindung von Super-8 im Jahr 1965 und der Videotechnik Anfang der 1980er Jahre wurden bewegte Bilder für die breite Masse erschwinglich. Seither hat sich die Technik immer weiter entwickelt.

Drei Leute filmen mit ihren Kameras aus einem Fahrzeug heraus.

Jeder kann Filmemacher sein

Als Amateurfilme bezeichnet man alle nicht berufsmäßig und nicht kommerziell hergestellten Filme. Als Liebhaberei betrieben, stehen das Hobby und persönliche Interessen im Vordergrund. Der materielle Gewinn ist von untergeordneter Bedeutung. Vielmehr werden die Filme meist für ideelle, private und insbesondere familiäre Zwecke hergestellt.

Dennoch ist die Bandbreite von Amateurfilmen groß und umfasst sowohl intime Familienzeugnisse als auch auf Veröffentlichung angelegte Filme und Videos, zum Beispiel in Offenen Kanälen oder für Festivals.

Amateure und Profis haben gemeinsame Wurzeln

Die Geschichte des Amateurfilms ist so alt wie die Filmgeschichte selbst: Die gemeinsamen Wurzeln werden bei den Brüdern Lumière gesehen. "Babys Frühstück" oder "Die Ankunft des Zuges", 1895 von Louis und Auguste Lumière gedreht, zählen zu den ersten Filmaufnahmen überhaupt. Mit feststehender Kamera kurbelten die Brüder Familienidyllen, Großstadtleben und Alltagszenen - Bilder ihrer täglichen Umgebung, wie sie bis heute von Hobbyfilmern aufgenommen werden.

Fünf Schwarz-Weiß-Porträts von Männern mit Super-8-Kamera vor der Nase.

In den 1970ern: Männer und ihr neues Steckenpferd

Doch die weniger bekannten und kapitalschwachen Pioniere, Bastler und Tüftler, konnten sich in der aufstrebenden Filmindustrie meist nicht gegen die wohlhabenden Lumières, Edisons und Meßters durchsetzen – sie sind weitgehend anonym geblieben, obwohl sie einen ebenso großen Anteil an der Erfindung des Kinos haben.

Während das professionelle Kino in wenigen Jahren den Aufstieg aus den Jahrmarktbuden der Schausteller schaffte, findet das Kino der Amateure weniger in der Öffentlichkeit statt. Noch immer führt es ein Schattendasein in Hobbykellern und Dachkammern. Während sich der professionelle Film als allgemein anerkannte Kunstform etabliert hat, wird der Amateurfilm offiziel kaum gewürdigt.

Amateurfilm - Vorbild für den professionellen Film

Dabei dient das Stiefmütterchen Amateurfilm dem professionellen Film oft als Ideenquelle - inhaltlich wie ästhetisch: Vermeintlich unprofessionelle Kameraführung, wie etwa verwackelte, aus der Hand gedrehte Einstellungen sind dem Amateurfilm entlehnt. Man findet sie zum Beispiel in den Dogma-Filmen, also nach Vorgabe von dänischen Filmemachern mit Handkamera und ohne aufwändige Effekte gedrehte Kinofilme.

Sogar Hollywood bediente sich in Filmen wie Blair Witch Project oder Cloverfield dieser Filmtechnik. Auch die Lieblingsinhalte des Amateurfilms, insbesondere Themen wie die Normalität des täglichen Lebens sind mittlerweile oft im Fernsehen zu sehen, zum Beispiel in Doku-Soaps.

Autorin: Natalie Muntermann

Stand: 06.01.2016, 10:16

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