Nachrichten im Radio

Mikrofon in Radiostudio

Geschichte des Radios

Nachrichten im Radio

Das Radio genießt den Ruf, nach dem Internet das schnellste Medium zu sein. Mit stündlichen, je nach Sender auch halbstündlichen Nachrichten, ist jeder auf dem neuesten Stand, der rechtzeitig einschaltet. Doch wie kommt das, was passiert, so schnell ins Radio? Ein kurzer Werkstattbericht.


Agenturen sind eine wichtige Quelle

Um die Auswahl, Erstellung und Präsentation der Nachrichten kümmert sich in den meisten größeren Sendern eine eigene Redaktion. Hier arbeiten mehrere Redakteure nach dem Vier-Augen-Prinzip zusammen. Das heißt, jede Nachricht, die gesendet wird, wird von minestens zwei Leuten, also vier Augen gelesen.

Die Redakteure müsen stets im Blick haben, was die großen Nachrichtenagenturen melden, um nichts Wichtiges zu versäumen. Das erfordert viel Konzentration, denn alle paar Sekunden läuft auf dem Computer eine neue Agenturmeldung ein.

Die Korrespondenten der Agenturen, zum Beispiel von dpa, dapd, AFP oder Reuters sind über den ganzen Globus verteilt. Wenn etwas passiert, schreiben sie einen Bericht und schicken diesen in den Nachrichtenpool, an den die Redaktionen angeschlossen sind.

Die Redakteure sichten außerdem die wichtigsten Nachrichtenportale im Internet und die Zeitungen. Zum Teil recherchieren sie auch nach, wenn die Agenturen Widersprüchliches vermelden, oder verfassen eigene Meldungen.

Verständlichkeit ist das A und O

Vor der Nachrichtensendung steht die Qual der Wahl: Was ist wichtig, was nicht? Was ist formatgerecht? Auf regionale Verbundenheit bedachte Wellen werden an die Spitze der Nachrichten nach Möglichkeit immer etwas Regionales setzen, erst danach kommt die Bundespolitik.

Eine Sportmeldung kann auf der Popwelle der Aufmacher sein, im Kulturprogramm aber an den Schluss der Nachrichten rutschen.

Auch die Länge der Nachrichten ist unterschiedlich: Auf der Popwelle wird knackiger und kürzer getextet als auf der Kulturwelle. Eines gilt jedoch für alle Nachrichten: Die Meldungen muss jeder sofort verstehen können, auch wenn er nebenbei gerade ein Steak brät und nur mit halbem Ohr zuhört.

Achtung, Staus und Blitzer!

Um den Verkehr kümmert sich in großen Sendern eine eigene, zentrale Redaktion. Sie ist an die Polizeimeldestellen und an das ADAC-Staumeldenetz angeschlossen. Außerdem nimmt ein Anrufbeantworter in der Verkehrsredaktion Staumeldungen von Hörern entgegen. Taucht eine Verkehrsbehinderung nicht in den Meldungen der Polizei oder des ADAC auf, recherchiert die Redaktion nach.

Stau auf der Autobahn

Staumeldungen – für jeden Sender ein Muss

Regionalität ist in den Verkehrsnachrichten natürlich besonders wichtig. Die Redakteure müssen deswegen die unterschiedlichen Sendegebiete der einzelnen Programme berücksichtigen. Weil zum Beispiel SWR 3 auch in Nordrhein-Westfalen und Bayern zu hören ist, werden auch Meldungen aus diesen Regionen berücksichtigt. Für SWR 1 Baden-Württemberg dagegen sind schon Staus aus Rheinland-Pfalz uninteressant.

Wer ist im Radio zu hören?

In den vergangenen Jahren hatten viele Sender noch Nachrichtensprecher, die tatsächlich nichts anderes taten, als die Nachrichten zu präsentieren. Inzwischen übernehmen aber zunehmend auch die Redakteure diese Aufgabe zusätzlich zum Schreiben und Auswählen.

Mann im Hörfunkstudio

Gut klingen und keine Versprecher

Wichtig für die Präsentation sind eine angenehme Stimme, eine gute Aussprache und die Professionalität, sich möglichst nie zu versprechen. Falls ein Frosch im Hals steckt, gibt es im Hörfunkstudio die sogenannte "Räuspertaste". Solange diese Taste gedrückt ist, ist das Mikrofon ausgeschaltet, der Sprecher kann kurz hüsteln.

Autor: Christiane Gorse

Stand: 18.07.2018, 09:05

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