Geschichten hinter Ursula Meissners Bildern

Krisenberichterstattung

Geschichten hinter Ursula Meissners Bildern

Ursula Meissner zeigt eine Auswahl ihrer Fotografien aus dem Nahen Osten und erzählt dazu die Hintergrundgeschichten ihrer Entstehung. Sie erklärt, warum ein idylisches Landschaftsbild aus Afghanistan trügerisch ist, was sie hinter Betonmauern eines Hauses in Israel entdeckt hat und wie das malerische Bild von einer Bäckerin in der Nähe von Kabul entstand.

Das Mohnblumenfeld

Im Jahr 2009 war Ursula Meissner wieder einmal in Afghanistan unterwegs. In der Provinz Nangarhar fängt sie diese Idylle ein, die gewaltig trügt, weil sie Afghanistans wirtschaftliche Probleme versinnbildlicht.

Junge Ziegenhirten

Ebenfalls in Nangarhar wollte Ursula Meissner Bilder von der Rosenernte machen. Dass es dort Bauern gab, die statt Mohn Rosen anbauten, war das Ergebnis eines Friedensprojektes. Auf dem Weg dorthin machte sie eine Begegnung, die einen Eindruck davon vermittelt, wie Afghanen Fremden ihren Respekt bekunden. Doch beinahe hätte das jemanden auf diesem Bild den Kopf gekostet.

Mudschaheddin-Kämpfer

Solche Situationen löst Ursula Meissner mit Hilfe von ortskundigen Übersetzern, von denen sie sich bei solchen Einsätzen stets begleiten lässt. Mitunter lässt sich auch von, wie sie sagt, „bewaffneten Freiheitskämpfern“ eskortieren. Daneben hat sie sich im Laufe der Zeit ein Netz von Vertrauenspersonen aufgebaut, bei denen sie übernachten kann. Solche Vertrauenspersonen sind für sie in Afghanistan lebenswichtig, wie die Hintergründe zu diesem Foto aus dem Jahr 1986 verdeutlichen, das in den pakistanischen „tribal areas“ entstand, der für die pakistanische Zentralregierung nur schwer kontrollierbare Gebirgsregion an der Grenze zu Afghanistan. Sie dient als Rückzugsgebiet paschtunischer Stämme, deren angestammte Siedlungsgebiete sich über beide Länder erstrecken.

Die schöne Bäckerin

Eine besondere Belohnung für die Gefahren und Belastungen, denen sich Ursula Meissner aussetzt, sind Situationen von übernatürlicher Schönheit, die sich genau dann vor ihrer Kamera ereignen, wenn sie den Finger am Auslöser hat, wie hier in der Nähe von Kabul.

Israelischer Kindergarten

Im September 2014 war Ursula Meissner in Israel, um zu sehen, wie das Leben dort und im Gaza-Streifen nach dem 50tägigen Krieg weitergeht. Doch die Hamas verweigerte ihr den Zutritt in den Gaza-Streifen, sodass sie nur auf der israelischen Seite die Auswirkungen des Krieges dokumentieren konnte. Und dabei Erstaunliches über das erfuhr, was sich hinter dieser Betonmauer verbirgt.

Autor/in: Frank Drescher

Stand: 14.11.2014, 12:00

Darstellung: