Masuren

Masuren

Vom Wasser geprägt

Ein Mann sitzt auf einem Steg an einem großen See

Das masurische Landschaftsbild wird vom Wasser bestimmt. Es gibt schätzungsweise 3000 bis 4000 Seen in der Region. Der größte ist der Spirdingsee mit einer Fläche von fast 114 Quadratkilometern.

Das masurische Landschaftsbild wird vom Wasser bestimmt. Es gibt schätzungsweise 3000 bis 4000 Seen in der Region. Der größte ist der Spirdingsee mit einer Fläche von fast 114 Quadratkilometern.

Tagelang kann man durch Masuren reisen, ohne das Wasser aus den Augen zu verlieren. Dabei stößt man auch häufig auf ganz besonders malerische Gewässer wie den Teufelssee bei Krutyn.

Kein Wunder, dass Masuren ein Paradies für Wassersportler ist. Dank vieler natürlicher und künstlicher Kanäle zwischen den Seen muss man das Segelboot für eine ausgedehnte Rundreise nicht verlassen.

Auch Paddler kommen auf ihre Kosten. Die Krutynia wird häufig als die schönste Kanu-Route Europas bezeichnet. Allerdings ist das längst kein Geheimnis mehr, sodass sich in der Hochsaison ziemlich viele Kanuten auf dem Flüsschen tummeln.

Entsprechend gut ist man auf die paddelnde Kundschaft eingestellt. Viele Rast- und Campingplätze sind direkt vom Wasser aus erreichbar.

Doch auch andere Sportarten sind in Masuren gefragt. Im Winter ist vor allem das Eissegeln beliebt. Und sogar Skifahrer können auf den wenigen Hügeln das Wedeln üben.

Beliebtes Fortbewegungsmittel sind die Schiffe der Weißen Flotte, die die wichtigsten Städte der Masuren miteinander verbinden. Bei manchen Strecken ist die Reise mit dem Schiff sogar einfacher als per Bus und Bahn.

Ein Anfahrtshafen der Weißen Flotte ist das hübsche Städtchen Mikolajki, das wegen seiner exponierten Lage am Wasser auch das "masurische Venedig" genannt wird.

Wahrzeichen von Mikolajki ist der "Stinthengst". Laut einer Sage soll er ein großer Fisch gewesen sein, der die Arbeit der Fischer sabotierte, indem er Netze zerriss und Boote umwarf. Schließlich gelang es den Fischern aber, den Stinthengst einzufangen und an einen Brückenpfeiler zu ketten.

Auch zu Fuß lässt sich die Schönheit Masurens gut erkunden. Viele Straßen und Wege sind zum Wandern geeignet. Doch die Beschilderung lässt manchmal zu wünschen übrig. Eine gute Karte mit kleinem Maßstab sollte man auf jeden Fall dabei haben.

Es ist mehr als wahrscheinlich, dass man während einer Wanderung auf einen Storch trifft. Die großen Vögel bauen ihre Nester überall dort, wo es ihnen gefällt.

Auch Kormorane kommen in Masuren in Massen vor. Besonders empfehlenswert ist ein Schiffsausflug von Gizycko (Lötzen) aus zur Kormoraninsel. Auf dem winzigen Eiland brüten jedes Jahr Tausende Kormorane.

Wie im gesamten Polen spielt auch in Masuren der Glaube eine große Rolle. Besonders sehenswert sind die Basilika und das Kloster in Swieta Lipka (Heiligelinde).

Und wer keinen Platz mehr in der Kirche bekommt oder aus anderen Gründen nicht zum Gottesdienst kann, verfolgt diesen einfach bequem über das Radio.

Während Masuren heute überwiegend für Touristen interessant ist, hatte die Region früher auch große militärische Bedeutung. Zeuge dafür ist etwa die Feste Boyen bei Gizycko, die aus dem 19. Jahrhundert stammt. Hier, auf einer strategisch bedeutenden Landenge, versuchte die deutsche Armee im Ersten Weltkrieg den russischen Vormarsch zu stoppen.

Auch im Zweiten Weltkrieg behielt Masuren – damals noch Teil Ostpreußens – seine strategische Bedeutung. Zahlreiche Nazi-Größen ließen sich hier nieder. In der Nähe von Ketrzyn (Rastenburg) errichtete Adolf Hitler sein Führerhauptquartier Wolfsschanze. Von hier aus koordinierte er den Feldzug gegen die Sowjetunion.

Als die Rote Armee näher kam, sprengten die Nationalsozialisten die Bunker in der Wolfsschanze. Heute kann man die riesigen Trümmerreste, die zum Teil vom umliegenden Wald überwuchert werden, besichtigen.

Will man dagegen in die weiter zurückliegende Geschichte Masurens eintauchen, lohnt sich ein Besuch in "Galindia". Hier haben findige Geschäftsleute eine Erlebniswelt mit Hotel errichtet, die an das Leben der Galinder erinnert. Der Stamm lebte bis ins Mittelalter hinein im heutigen Masuren.

Stand: 25.06.2018, 10:04 Uhr

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