Die Technoszene tanzt

Die Technoszene tanzt

Zur elektronischen Musik feierten früher nur einige Tanzwütige in kleinen Clubs. Inzwischen tanzen die Massen auf der ganzen Welt zu Techno. Wie hier in der Industriehalle La Courneuve in Paris

Der DJ Dax-J legt in der Industriehalle La Courneuve in Paris auf. Die elektronische Musikrichtung Techno verbreitet sich rasanter als jede andere in den vergangenen 20 Jahren. Sie ist nicht bloß eine Jugendkultur, …

… sondern ein Massenphänomen. Die ersten Raves fanden im Berliner Untergrund in den frühen neunziger Jahren statt. Inzwischen tanzen Menschen auf der ganzen Welt zu den Klängen. Zu den Rhythmen des Engländers Dax-J feiern hier etwa 3000 Leute.

Respekt, Gleichheit und Einheit – darum geht es den Menschen auf diesen Partys. Musikenthusiasten aus verschiedenen Ländern kommen hier zusammen, um zu feiern. Aber nicht nur das Publikum ist international, …

… auch die DJs sind es. Hier spielen Calum Macleod und Liam Robertson aus Großbritannien. Das Duo nennt sich Clouds. Calum dreht an den Reglern der Drum Machine, mit der er unter anderem den Rhythmus der Musik beeinflusst.

Wie viele andere Technoproduzenten sind die beiden zu echten Stars in der Szene avanciert. So tritt Clouds auch schon mal auf zwei verschiedenen Kontinenten an einem Wochenende auf. Doch trotz des wirtschaftlichen Erfolgs versuchen die Künstler ihren Ursprüngen treu zu bleiben, …

… indem sie wieder zur Schallplatte greifen. Wie hier der Ire Sunil Sharpe legen sie vor allem analog auf. Das ist die eine Variante, die andere …

… ist die Methode des Live-Spielens. So wie hier der gebürtige Thailänder Sinos O, der in Frankreich Sounddesign studiert. Der Musiker erzeugt die Töne live und mixt diese wiederrum mit seinen eigenen Samples, also mit den Bruchstücken eines Liedes.

Um ein solches Soundmodul zu beherrschen, braucht der DJ ein gutes Gehör und Fingerspitzengefühl. Auf Laien wirkt das Modul wie die Schaltzentrale eines Cockpits. Für die Technokünstler ist es die ehrlichste Art, live zu musizieren.

Wer erst mal da ist, dem fällt es schwer, wieder zu gehen. Die Besucher tauchen ein in eine Welt, die frei von Zwängen ist, wie auf der Unity in Paris. Hier regiert ein Bass, der alles vorantreibt und die Zeit verrinnen lässt – oft bis zum Mittag des Folgetags.

Vor allem in Zeiten der allgemeinen Verunsicherung ist es für die Technofans wichtig ein Zeichen für Gleichheit und ein friedliches Zusammenleben zu setzen, wie hier in der alten Industriehalle unweit des Stade de France in Paris.

Stand: 04.07.2017, 11:07 Uhr

Darstellung: