Die Grüne Revolution

Demonstranten in Teheran

Geschichte des Irans

Die Grüne Revolution

Im Juni 2009 demonstrieren Tausende Iranerinnen und Iraner auf den Straßen Teherans. Sie werfen dem Regime vor, die Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen 2009 gefälscht zu haben. Das Mullah-Regime reagiert mit Härte auf die Demonstranten. Teheran wird zum Schlachtfeld. Polizisten prügeln auf wehrlose Menschen ein. Es gibt zahlreiche Tote wie die Studentin Neda Agha-Soltan, die durch ihren gewaltsamen Tod zur Ikone der iranischen Widerstandsbewegung wurde.

Hintergründe

Drei Wochen vor der Wahl machen die Iranerinnen und Iraner ihrem Unmut gegenüber dem Mullah-Regime auf der Straße Luft. Der Wahlkampf wird zu einer Art Freilufthappening. Die Menschen bewegen sich ohne die kontrollierenden Blicke der Sittenwächter, was einmalig in der islamischen Republik ist.

Herausforderer des amtierenden Präsidenten Ahmadinedschad ist Hussein Mussawi, der sogar seine Frau in seinen Wahlkampf mit einbindet. Die iranische Opposition wählt bewusst die Farbe grün, die als Farbe des Islam gilt. Die Unterstützer Mussawis wollen damit deutlich sichtbar machen, dass sie sich zum Koran bekennen, um damit politisch-religiös motivierten Anfeindungen die Substanz zu nehmen. Mehrheitlich wird die grüne Bewegung von der Jugend und besonders auch von Frauen mitgetragen, die bei Demonstrationen in der ersten Reihe Präsenz zeigen.

Die Wahl

Tage vor der Wahl ist die Atmosphäre in Iran zum Reißen gespannt. Die Auseinandersetzungen gewinnen an Härte. Die Milizen des Staates prügeln auf die Demonstranten ein. Dass das Ausland überhaupt von den Unruhen und gewaltsamen Ausschreitungen in Iran erfährt, ist vor allem dem Internet zu verdanken.

Mahmud Ahmadinedschad.

Mahmud Ahmadinedschad

Junge Leute filmen mit ihren Handys, was sie auf den Straßen Teherans erleben und stellen es für die ganze Welt sichtbar ins Internet. Am 12. Juni 2009 sind 46 Millionen Iranerinnen und Iraner zur Wahl aufgerufen. Die Wahlbeteiligung ist hoch. Einen Tag später stehen schon die offiziellen Ergebnisse fest: Ahmadinedschad hat die Wahl, so die Verlautbarungen im Staatsfernsehen, mit 64,7 Prozent der Stimmen gewonnen.

Ziele der Demonstrationen

Das Wahlergebnis treibt die Massen auf die Straße. Zwei Millionen Menschen werfen der Regierung Wahlbetrug vor. Tagelang halten die Demonstrationen an. Was das politische Ziel der Opposition ist, die in sich sehr heterogen ist, lässt sich jedoch nicht genau bestimmen.

Mir Hussein Mussawi.

Mir Hussein Mussawi

Die Mehrheit des Volkes ist mit ihrer wirtschaftlichen Situation unzufrieden und will gesellschaftliche Reformen. Manche Regimegegner treten für ein anderes politisches System ein. Sie sind gegen einen islamischen Gottesstaat, wollen gleichzeitig aber auch kein liberales System nach westlichem Vorbild. Ob der Traum von einem dritten Weg, einer iranischen Republik gelingt, steht allerdings in den Sternen.

Autorin: Sabine Kaufmann

Stand: 26.08.2016, 16:00

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