Höhenwanderung der Apfelblüte 2018 im Murgtal

Unsere Aktion Apfelblütenland

Höhenwanderung der Apfelblüte 2018 im Murgtal

Parallel zur Planet Wissen-Aktion "Apfelblütenland" führt die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) seit 2007 ein phänologisches Projekt zur Apfelblüte durch. Im Murgtal, einem Seitenarm des südlichen Rheintals in Baden-Württemberg, untersucht Sandra Dezenter die Ausbreitung der Apfelblüte hinauf in die Höhenlagen des Schwarzwaldes.

Mittwoch 23.05.2018

Am Schliffkopf, auf 1043 Höhenmeter, sind nun auch die letzten Blüten von unserem Beobachtungsbaum "Struppi" verblüht. In diesem Jahr wird er auf jeden Fall wieder Früchte tragen und für Nachwuchs hat er auch schon gesorgt.

Zwei kleine Apfelbäumchen wachsen zwischen Gräsern und Kräutern am Boden.

"Struppis" wilder Nachwuchs

Der Beginn der Apfelblüte am 12. April 2018, in der Oberrheinebene bei Bietigheim auf 120 Höhenmeter, lag wie in den letzten elf Beobachtungsjahren im Mittel um den 11. April. Durch teilweise frühsommerliche Temperaturen ist die Apfelblüte zunächst in rekordverdächtiger Geschwindigkeit von 54 Meter pro Tag bis in die Mittellagen auf 660 Höhenmeter, in Freudenstadt-Dietersweiler, aufgestiegen.

Statistik Höhenverlauf der Apfelblüte 2018 am 23. Mai.

Höhenverlauf der Apfelblüte 2018 am 23. Mai

Abkühlungen zum Monatsende und ein kühler Start in den Mai bremsten den schnellen Aufstieg in die höheren Lagen des Nordschwarzwaldes. Am 08. Mai kam die Apfelblüte am höchst gelegenen Standort, auf 1043 Höhenmeter am Schliffkopf, an. Die anfängliche Geschwindigkeit reduzierte sich mit 34 Meter pro Tag zum zweitschnellsten Ergebnis für den Höhenaufstieg seit Projektbeginn im Jahr 2007. Mit 42 Tagen Blühdauer, von der Oberrheinebene bis in die Höhenlagen des Nordschwarzwaldes, gehört die diesjährige Apfelblüte auch zu den kürzesten seit Projektbeginn.

Grafik mit dem Höhenverlauf der Apfelblüte 2018 am 18. Mai

Höhenverlauf der Apfelblüte 2018 am 18. Mai

Freitag 18.05.2018

Bis zur Höhenstufe 900 Meter, in Freudenstadt-Kniebis und Ruhestein sind alle Beobachtungsbäume verblüht. Am höchst gelegenen Standort, am Schliffkopf auf 1043 Höhenmeter, ist der letzte noch blühende Baum des Apfelblütenprojekts anzutreffen. An "Struppi" sind heute noch Blüten in verschiedenen Entwicklungsstadien zu sehen.

Kleines Apfelbäumchen voller geöffneter Apfelblüten.

"Struppis" letzte Apfelblüten dieser Saison

Freitag 11.05.2018

Die Vollblüte treffe ich heute nur noch oberhalb von 800 Meter an. Am Standort Freudenstadt-Kniebis, auf circa 900 Höhenmeter, läuten bereits zwei Beobachtungsbäume das "Ende der Blüte" ein. Mitte nächster Woche werde ich an diesem Standort vermutlich keine blühenden Apfelbäume mehr antreffen. Der "Sonnenwirtsapfel" am Ruhestein, auch auf 910 Höhenmeter, wird noch ein paar Tage länger an seinen Blüten festhalten, aber auch hier liegen schon einzelne Blütenblätter auf dem Boden.

Grafik mit dem Höhenverlauf der Apfelblüte 2018 am 11. Mai

Höhenverlauf der Apfelblüte 2018 am 11. Mai

Vor drei Tagen hat "Struppi" am Schliffkopf, auf 1043 Höhenmeter, mit der "Ersten Blüte" begonnen und ist heute bereits in "Voller Blüte" zu sehen. Sind mehr als 50 Prozent der Blüten geöffnet, ist Vollblüte. Dies kann auch mal etwas spärlich wirken. In nur 24 Tagen ist die Apfelblüte von 120 Höhenmetern in Bietigheim bis zum Schliffkopf auf 1043 Höhenmeter geklettert. Mit 34,2 Meter pro Tag ist es der zweitschnellste Höhenaufstieg von der Oberrheineben bis in die Höhenlagen des Schwarzwaldes seit Projektbeginn 2007.

Kleines Apfelbäumchen voller geöffneter Apfelblüten.

"Struppi" ist 2018 wieder dabei

Montag 07.05.2018

Das Ende der Blüte steigt stetig weiter in die Höhenlagen bis auf 660 Höhenmeter in Freudenstadt-Dietersweiler. Nur der Nachzügler, ein an einer zugigen Stelle am Ortsrand stehender Klarapfel, ist heute noch in der Blühphase. Der Wind und die unzähligen im Gras liegenden Blütenblätter sind ein sicheres Zeichen dafür, dass auch er bis morgen verblüht sein wird. In Freudenstadt-Kniebis, auf circa 910 Höhenmeter, haben alle Apfelbäume das Stadium der „Vollen Blüte“ erreicht.

Grafik mit dem Höhenverlauf der Apfelblüte 2018 am 7. Mai

Höhenverlauf der Apfelblüte 2018 am 7. Mai

Drei Tage nach der „Ersten Blüte“ ist am Ruhestein, auch auf 910 Meter gelegen, die „Volle Blüte“ zu notieren. Die Blüte des „Sonnenwirtsapfels“ ist in diesem Jahr nicht so opulent wie an den anderen Standorten ausgefallen. Als ich am letzten Standort des heutigen Tages, am Schliffkopf auf 1043 Höhenmeter, ankomme ist es bereits Nachmittag. Ich bin gespannt, ob sich meine Prognose zum Blühbeginn am höchsten Standort des Murgtal-Projekts bestätigt. Enttäuscht muss ich feststellen, dass „Struppi“ das Blühen auf morgen verschoben hat.

Blüten an einem Apfelbaum, die kurz vor dem Öffnen stehen.

Morgen ist es bei "Struppi" soweit

Freitag 04.05.2018

Vor dem Wochenende starte ich in dieser Woche zu einer zweiten Tour ins Murgtal. Große Veränderungen im Verlauf der Höhengrafik sind nicht zu erwarten, zur Abschätzung des Blühbeginns am Schliffkopf, auf 1043 Höhenmeter, und Feststellen des "Ende der Blüte" auf den verschiedenen Höhenstufen ist die Bereisung dennoch notwendig. Unterhalb von Baiersbronn-Schönegrund, auf 480 Höhenmeter, sind alle unsere Beobachtungsbäume bereits verblüht. Ab dieser Höhenstufe talaufwärts bis nach Freudenstadt-Kniebis, auf 910 Höhenmeter, sind Apfelbäume in "Voller Blüte" zu sehen.

Eine blühende Wiese auf der blühende Obstbäume stehen.

Obstbaumwiese in Baiersbronn-Röt

Am Ruhestein, ebenfalls auf 910 Höhenmeter, wird der „Sonnenwirtsapfel“ morgen seine „Erste Blüte“ erreicht haben.

Grafik mit dem Höhenverlauf der Apfelblüte 2018 am 4. Mai

Höhenverlauf der Apfelblüte 2018 am 4. Mai

Dienstag 01.05.2018

Launisch wie die letzten Apriltage, startet der Mai mit wolkenverhangenem Himmel und kühler Witterung. An den tiefergelegenen Standorten im Murgtal sind die beobachteten Apfelbäume bis zur Höhenstufe 420 Meter in Forbach-Gausbach, bereits verblüht. Talaufwärts führt die Murgtal-Route entlang der Orte Baiersbronn-Schönegründ, -Röt und-Surrbach an prächtig blühenden Apfelbäumen vorbei. Das gleiche Bild zeigt sich in Freudenstadt-Dietersweiler, auf ca. 660 Höhenmeter. Heute, vier Tage nach Blühbeginn, ist der erwartete Blütenrausch auch am Klarapfel in Freudenstadt, auf 740 Höhenmeter, eingetreten.

Blütenpracht am Klarapfel in Freudenstadt

Blütenpracht am Klarapfel in Freudenstadt

In Seewald-Besenfeld hatten die drei Projektbäume am Sonntag das Stadium der „Ersten Blüte“ erreicht. Bereits zwei Tage später sind mehr als 50 Prozent der Blüten geöffnet, somit ist die „Volle Blüte“ bis auf 800 Höhenmeter gestiegen. Meine Prognose für den Blühbeginn auf der Höhenstufe 910 Meter zum ersten Mai bestätigt sich nur am Standort Kniebis-Dorf. Auf gleicher Höhenstufe steht der „Sonnenwirtsapfel“ am einige Kilometer nördlich entfernten Naturschutzzentrum Ruhestein. Hier muss ich mich noch ein paar Tage gedulden bis es mit der „Ersten Blüte“ losgeht. Noch mehr Geduld werde ich für unseren kleinen Apfelbaum „Struppi“ am Schliffkopf auf 1043 Höhenmeter aufbringen müssen. Normalerweise zähle ich weder Blütenknospen noch Blüten, aber an diesem besonderen Standort mache ich eine Ausnahme. Mit 32 gezählten Blütenknospen steht er 2018 am Start. Es ist der höchst gelegene Standort des Murgtal-Projekts. Wenn die Apfelblüte hier angekommen ist, lässt sich der endgültige Höhenzuwachs pro Tag für dieses Projektjahr berechnen. Im letzten Jahr hatte „Struppi“ keine einzige Blüte angesetzt, deshalb endete der Höhenaufstieg 2017 schon am Ruhestein bei 910 Meter.  

Grafik mit dem Höhenverlauf der Apfelblüte 2018 am 1. Mai

Höhenverlauf der Apfelblüte 2018 am 1. Mai

Samstag 28.04.2018

Der erhoffte Blütenrausch am Klarapfel in Freudenstadt, auf 740 Höhenmeter, verzögert sich. Bei Regen und kühlen 13 Grad sind dennoch ausreichend Blüten geöffnet, so dass ich das heutige Datum für den Blühbeginn notieren kann.

Grafik mit dem Höhenverlauf der Apfelblüte 2018 am 28. April

Höhenverlauf der Apfelblüte 2018 am 28. April

Im dreizehn Kilometer entfernten Seewald-Besenfeld, auf ca. 800 Meter, sind die beobachteten Boskoop schon kurz vor dem Blühbeginn. Spätestens morgen sind auch hier die ersten Blüten offen. Bis zum ersten Mai wird der Sprung der Apfelblüte auf die nächste Höhenstufe, auf 910 Meter am Ruhestein und Kniebis-Dorf, mit Sicherheit gelingen.

Apfelblüten kurz vor dem Öffnen der Blüte an einem belaubten Ast.

Sonntagsblüher in Seewald-Besenfeld

Mittwoch 25.04.2018

Wieder einmal typisches Aprilwetter. Sonne, Wolken, ab und an ein kurzer Regenschauer und kräftiger Wind, heute ist alles dabei. Auf dem Weg nach Forbach ziehen vereinzelt Nebelschwaden aus den Wäldern auf, sie scheinen gelb zu sein. In Forbach-Gausbach steht unser verblühter Boskoop, auf 420 Höhenmeter, an einer Aussichtsstelle mit Blick auf die gegenüberliegende Talseite. Von hier aus lässt sich gut erkennen, wie der Wind gelbe Staubwolken aus Blütenstaub über den Fichten aufsteigen lässt.

Schwarzwaldpanorama mit Ortschaft und Dunstwolken.

Blütenstaubwolken über Bermersbach

Für die Höhenstufe 480, in Baiersbronn-Schönegründ, kann nun die fehlende Markierung endlich auf „Erste Blüte“ gesetzt werden, während die nächst höher gelegenen Standorte bereits das Stadium der „Vollen Blüte“ erreicht haben. Bis Baierbronn-Surrbach, auf 580 Meter, ist die Vollblüte an allen Projektbäumen zu erkennen. In Freudenstadt-Dietersweiler, 610 bis 660 Meter, ist dies nur an den vier Boskoop zu beobachten, die Klaräpfel sind noch nicht ganz so weit. In Freudenstadt, auf 740 Höhenmeter, wird es Samstag werden, bis der Klarapfel im Blütenrausch ist. Im Vorjahr haben ihn die Eisheiligen zu seinem Blühbeginn am 12. Mai eiskalt erwischt; lediglich ein blühender Ast ist ihm geblieben.

Grafik mit dem Höhenverlauf der Apfelblüte 2018 am 25. April

Höhenverlauf der Apfelblüte 2018 am 25. April

Montag 23.04.2018

Der Frühling ist mit Aprilwetter zurückgekehrt. In Bietigheim, auf 120 Höhenmeter, rette ich mich mit  einem Spurt zum Auto knapp vor dem einsetzenden Wolkenbruch. Sind 95 Prozent der Blütenblätter verblüht, ist das Stadium „Ende der Blüte“ erreicht. Der Gravensteiner hat über das Wochenende all seine Blütenblätter verloren.

Apfelbaum mit welken Blüten

In einigen Wochen hängen hier die ersten Äpfelchen

Der Boskoop hatte vor dem Wolkenbruch noch so viele, dass ich sein Blühende für morgen notiere. Zwölf Tage nach Beginn der Apfelblüte haben auch die Beobachtungsbäume bis zur Höhenstufe auf 220 Meter, in Gaggenau-Sulzbach und -Selbach, das Ende der Blüte erreicht. Im weiteren Verlauf des Murgtals sind bis nach Forbach-Gausbach, auf 420 Höhenmeter, überwiegend vollblühende Apfelbäume zu sehen.

Vor dem nächst höhergelegenen Standort mache ich einen Abstecher zu den Projektbäumen nach Besenfeld, auf circa 800 Höhenmeter. Ich staune nicht schlecht als ich die großen Blütenknospen an einem Boskoop entdecke. Bald ist es auch hier soweit. Ich ändere die Route und fahre weiter nach Freudenstadt zum Klarapfel auf 740 Höhenmeter. Hier erwarte ich den Blühbeginn in vier Tagen.

Beinahe Rekordgeschwindigkeit

Weitere Beobachtungsbäume stehen an verschiedenen Standorten in Freudenstadt-Dietersweiler, zwischen 610 und 660 Höhenmeter. Zwei Boskoop haben bereits gestern ihre ersten Blüten geöffnet, der Dritte wird morgen auch so weit sein. Mit einem Höhenzuwachs von 54 Meter pro Tag hat die diesjährige Apfelblüte beinahe die Rekordgeschwindigkeit des ersten Beobachtungsjahres erreicht.

2007 lag der Wert für diesen Standort bei 60 Meter pro Tag. Ich bin gespannt, ob sich der Höhenverlauf der Apfelblüte weiterhin so rasant entwickelt. Es geht wieder talabwärts, erwartungsgemäß treffe ich auch an den Beobachtungsbäumen bis nach Baiersbronn-Röt auf „Erste Blüten“ an den Beobachtungsbäumen. Eine gewohnte Ausnahme bildet nach wie vor Baiersbronn-Schönegründ, auf 480 Höhenmeter ist noch keine offene Blüte zu finden.

Grafik mit dem Höhenverlauf der Apfelblüte 2018 am 23. April

Höhenverlauf der Apfelblüte 2018 am 23. April

Freitag 20.04.2018

Heute Morgen starte ich meine Tour etwas früher als gewohnt. In Bietigheim, auf 120 Höhenmeter, ist es trotz strahlendem Sonnenschein noch angenehm kühl. Während am Erstblüher, einem Gravensteiner, schon die ersten Blütenblätter zu Boden fallen und das Ende der Blüte einläuten, beginnt der Klarapfel heute mit der „Ersten Blüte“. In Gernsbach, auf 175 Höhenmeter, verhält es sich ähnlich. Unter Boskoop und Jakob Fischer ist das Gras mit weißen Blütenblättern bedeckt, spätestens am Samstag werden diese beiden verblüht sein. Am Ortseingang in Loffenau halte ich kurz an, um nochmal einen Blick über die schönen Streuobstwiesen zwischen Gernsbach und Loffenau zurück zu werfen.

Streuobstwiese im Frühling

Wiese in Frühlingsfarben

Die Vollblüte ist bis auf 420 Höhenmeter, in Forbach-Gausbach, geklettert. Die Ausnahme bildet auch hier ein Klarapfel, er wird erst morgen das Stadium der „Ersten Blüte“ erreichen. Gegen Mittag erreiche ich die Stationen in Baiersbronn-Schönegrund und -Röt, auf über 500 Höhenmeter. In Röt stehen die Apfelbäume in der prallen Mittagssonne, dennoch sind die Blüten noch nicht so weit geöffnet, um den Beginn der Apfelblüte für diese Höhenstufe zu dokumentieren. Gravierende Änderungen im Verlauf der Höhenwanderung sind wohl erst nach dem „hochsommerlichen“ Wochenende mit Tageshöchsttemperaturen bis 28°C zu erwarten.

Grafik mit dem Höhenverlauf der Apfelblüte 2018 am 20. April

Höhenverlauf der Apfelblüte 2018 am 20. April

Mittwoch 18.04.2018

Der Wetterbericht verspricht frühsommerliche Temperaturen und strahlend blauen Himmel bis zum Abend. An den ersten Standorten von Bietigheim, auf 120 Höhenmeter, bis nach Gernsbach-Lautenbach, auf 350 Höhenmeter, brauche ich morgens noch die Gummistiefel, um durch die taunassen Wiesen zu laufen. Dennoch hat die Sonne jetzt schon so viel Kraft, dass die Vollblüte in Gernsbach-Lautenbach bis auf 350 Höhenmeter geklettert ist. In Gausbach-Forbach zeigen der Jakob Fischer, auf 360 Meter und auch der Boskoop auf 420 Höhenmeter, ihre „Ersten Blüten“. Bei den vorhergesagten Temperaturen und der Sonneneinstrahlung wird die Vollblüte in zwei Tagen sicher auch diese Höhenstufe erreicht haben. Heute muss ich die gesamte Murgtal-Tour fahren, um den Blühbeginn an den höher gelegenen Standorten besser einschätzen zu können. In Baiersbronn-Röt zwischen 515 und 530 Höhenmeter, schätze ich, dass der Blühbeginn des Boskoops am kommenden Wochenende einsetzen wird.

Apfelbaum in voller Blüte.

Baiersbronn-Röt in den Startlöchern

Auf 580 Höhenmeter, in Baiersbronn-Surrbach, bleibt die Suche nach roten Blühknospen erfolglos. Dasselbe auch in Freudenstadt-Dietersweiler, zwischen 610 und 660 Höhenmeter. Ab 740 Höhenmeter werden auch die grünen Blattknospen immer kleiner und weniger. Die Tour führt über Kniebis-Dorf zur Schwarzwaldhochstraße vorbei am höchstgelegen Apfelbaum des Projekts, am Schliffkopf auf 1043 Höhenmeter. Am Ruhestein steht der letzte Apfelbaum der heutigen Tour, ein Sonnenwirtsapfel auf 910 Höhenmeter.Ihn kann ich vorerst auch links liegen lassen. Hier tut sich in Sachen Blühbeginn noch lange nichts.

Grafik mit dem Höhenverlauf der Apfelblüte 2018 am 18. April

Höhenverlauf der Apfelblüte 2018 am 18. April

Montag 16.04.2018

Vier Tage nach Einsetzen der ersten Blüte an den Standorten in Bietigheim und Gernsbach bin ich gespannt, wie hoch die Apfelblüte im Murgtal angestiegen ist. Der Gravensteiner in Bietigheim, auf 120 Höhenmeter, hat, wie erwartet, das Stadium der Vollblüte erreicht. Sein Nachbar der Boskoop hat mächtig aufgeholt und heute erste offene Blüten gezeigt. Ende der Woche wird es wohl auch beim Klarapfel soweit sein. In Gernsbach, auf 175 Höhenmeter, blühen die beiden Erstblüher, Jakob Fischer und Boskoop, um die Wette. Beide haben zum Wochenende die notwendigen 50 Prozent für den Wechsel von der „Ersten Blüte“ zur „Vollblüte“ weit überschritten.

Apfelbaum in voller Blüte

Boskoop im Blütenrausch

Auf den nächst höhergelegenen Standorten hat sich die Apfelblüte ebenso über das Wochenende rasant weiterentwickelt. In Gaggenau-Sulzbach und -Selbach, beide auf 220 Höhenmeter, haben die beobachteten Jakob Fischer und Boskoop das Stadium der „Ersten Blüte“ erreicht. Bis auf 350 Höhenmeter hinauf, in Gernsbach-Lautenbach, sind blühende Apfelbäume zu sehen. Hier setzt der beobachtete Jakob Fischer für heute die vorerst letzte Markierung für den Blühbeginn im Murgtal.

Grafik mit dem Höhenverlauf der Apfelblüte 2018 am 16. April

Höhenwanderung der Apfelblüte 2018 am 16. April

Donnerstag 12. April 2018

Die LUBW beobachtet nunmehr schon im zwölften Jahr den Verlauf der Apfelblüte in verschiedenen Höhenstufen, von der Oberrheinebene bis in die Höhenlagen des Schwarzwaldes. Im Gegensatz zu der bundesweiten Aktion werden in unserem Projekt immer dieselben Apfelbäume beobachtet. Die erste Blühmeldung der bundesweiten SWR- Apfelblütenaktion für den Freiburger Raum war wieder zwei Tage früher als unsere im Murgtal, obwohl unsere Apfelbäume zu den Frühblühern zählen.

Grafik mit dem Höhenverlauf der Apfelblüte 2018 am 12. April

Höhenverlauf der Apfelblüte 2018 am 12. April

Die kalten Frühlingsmonate Februar und März ließen bereits auf einen späteren Blühbeginn als im Rekordjahr 2017 schließen. Anfang April hat der Frühling dann aber rasant mit hohen Temperaturen und viel Sonnenschein aufgeholt und heute mit den ersten Apfelblüten den Vollfrühling auch ins Murgtal gebracht. Somit liegt der Beginn der Apfelblüte, wie in den letzten elf Beobachtungsjahren, im Mittel um den 11. April.

erste Apfelblüten im April

Bietigheim startet mit Gravensteiner in den Frühling

Am Gravensteiner in Bietigheim, auf 120 Höhenmeter, zeigten sich zahlreiche offene Blüten und es sieht ganz so aus als würde er schon am Wochenende das Stadium der Vollblüte erreichen. Seine Nachbarn Boskoop und Klarapfel, auch Frühblüher, sind aber noch nicht soweit. In Gernsbach, auf 175 Höhenmeter, hingegen sind der beobachtete Boskoop und Jakob Fischer in der Entwicklung genausoweit wie der Gravensteiner.

Sandra Dezenter betrachtet die Blütenknopsen an einem blattlosen Apfelbaum.

Vor Ort im Murgtal: Sandra Dezenter

Seit 2015 untersucht Sandra Dezenter regelmäßig die Apfelbäume entlang des Murgtales. Sie ist seit vielen Jahren Mitarbeiterin der LUBW, der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg. Ihr Aufgabenbereich umfasst neben dem Flächenmanagement der Dauerbeobachtungsflächen Wald, Grünland und Fließgewässer unter anderem auch die Apfelblütenbeobachtung.

Bevor sie wieder zurück nach Karlsruhe gekehrt ist, hat sie jahrelang am Rande des Schwarzwaldes gelebt. Ihre Leidenschaft für das Rad fahren hat sie schon damals in die höchstgelegenen Regionen des Apfelblütenprojektes geführt. Für die Zeit nach der Apfelblüte hat sie jede Menge Etappenziele. Sie möchte gerne an allen Beobachtungsbäumen die reifen Früchte hängen sehen.

Autorin: Sandra Dezenter

Stand: 23.05.2018, 18:00

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