Lala Aufsberg

Schwarzweiß-Foto von Lala Aufsberg vom Stuttgarter Hauptbahnhof 1938

Allgäu

Lala Aufsberg

Von Ana Rios

Bei manchen Menschen ist der berufliche Werdegang schon vorgezeichnet. Wie bei Lala Aufsberg (1907-1976): Ihr Großvater war königlich bayerischer Hoffotograf.

Aufsbergs Großvater eröffnete 1876 das erste Fotoatelier in Sonthofen und galt als Pionier der Landschaftsfotografie im Allgäu. Lala war sechs Jahre alt, als ihr Vater starb. Der Großvater nahm sie in seine Obhut und förderte sicherlich ihre Begeisterung für die Fotografie.

Nach der Schule machte Lala Aufsberg eine Ausbildung zur Fotohändlerin, fotografierte viel selbst und entwickelte sich zu einer ausgezeichneten Fotografin. Damals war dieser Beruf noch eine reine Männerdomäne. Umso erstaunlicher war es, dass sie 1931 dem Fotoclub "Verein von Freunden der Photographie von Nürnberg" beitreten durfte.

Im Laufe der Jahre spezialisierte sich Lala Aufsberg auf kunsthistorische Dokumentationen. Sie bekam Aufträge aus ganz Europa, arbeitete in Indien, Ägypten und Thailand und hatte Anfragen aus Amerika und Japan. Sie blieb aber trotz ihres Engagements im Ausland zeitlebens dem Allgäu, seinen Landschaften und den Menschen verbunden.

"In meinem Schaffen war immer die liebende Einstellung zur Photographie das Beherrschende, der Ansporn, und die Kamera galt immer als Freund, nicht als Diener. Ich versuchte, aus mir als dem Menschen, der hinter der Kamera stand, aus der Kamera und dem Ding, das photographiert werden sollte, einen Dreiklang, ja eine Sinfonie der Schönheit und des Lebens herauszulocken...."

Mit diesen leidenschaftlichen Sätzen beschrieb die Allgäuer Fotografin ihre Arbeit. Berühmt wurde sie wegen ihrer Kunstfotografien. Ihre Aufnahmen fanden Eingang in mehr als 500 Publikationen des 20. Jahrhunderts. Sie wurde eine der bedeutendsten Kunstfotografinnen ihrer Zeit.

Ihre Liebe galt aber immer dem Allgäu. Sie fotografierte seine Berge, seine Menschen, seine Städte mit einer aus den Fotografien spürbaren menschlichen Wärme.

Lala Aufsbergs Verbundenheit mit dem Allgäu wurde auch nach ihrem Tod dadurch bezeugt, dass ihre Erben dem Heimatbund Allgäu 13.000 Fotografien des Allgäus aus ihrem Nachlass schenkten.

Stand: 16.05.2018, 11:36

Darstellung: