Wissensfrage

Wolken über der Zugspitze.

Der Mensch in den Alpen

Wissensfrage

Von Andrea Oster und Michael Pröttel

Wieso ist für das schöne und trockene Föhnwetter eigentlich heftiger Regen verantwortlich?

Wenn im bayerischen Voralpenland milde Föhnwinde wehen und nur wenige Wolken (sogenannte Föhnfische) den Himmel bedecken, gießt es auf der Südseite der Alpen aus allen Kübeln. Immer öfter sind dort dann verheerende Murenabgänge die Folge.

Südwinde drängen sehr feuchte Luftmassen vom Mittelmeer her an den südlichen Alpenrand, wo diese durch die Bergkämme zum Aufsteigen gezwungen werden. Dabei kühlen die Luftmassen rasch ab, wodurch sie sich heftig abregnen.

Die weiter nach Norden wehenden, weniger feuchten Wolken trocknen dort, wo sie wieder absteigen, bis zu ihrer vollkommenen Auflösung weiter ab. Diese sich auflösende Wolkenmauer liegt als sogenannte Föhnwalze dann genau über den höchsten Gipfeln des Alpenhauptkammes.

Durch den weiteren Höhenverlust am nördlichen Alpenrand wird die trockene Luft nun stark erwärmt. So hat sie eine höhere Temperatur als die ursprüngliche Luftmasse.

Diesen Föhneffekt gibt es auch in genau der entgegengesetzten Richtung. Überall auf der Erde kann immer dann Föhn entstehen, wenn feuchte Luft ein Gebirge überquert. So wird das gleiche Wetterphänomen beispielsweise in den Rocky Mountains "Shinook" genannt.

Wachsen die Alpen immer noch in die Höhe?

Das Zusammenprallen der Afrikanischen mit der Eurasischen Kontinentalplatte ist nach wie vor im vollem Gange. So werden die Alpen pro Jahr im Durchschnitt um einen Millimeter in die Höhe gedrückt.

In vier Millionen Jahren könnte der höchste Alpengipfel Mont Blanc dann so groß werden wie der Mount Everest. Wird er aber nicht, denn gleichzeitig mit der Hebung werden die Alpen durch Erosion abgetragen.

Eiger in den Berner Alpen.

Imposanter Alpengipfel – der Eiger in den Berner Alpen

Zudem sorgt der Treibhauseffekt dafür, dass durch Bodeneis gefestigtes Geröll sich zunehmend löst und als Steinlawinen ins Tal rauscht. So hält sich Hebung und Abtrag im Großen und Ganzen die Waage.

Nur dort, wo die Hebung schon zum Stillstand gekommen ist, wie in den östlichsten Gebirgsgruppen, ist ein langsames Dahinschwinden der Alpen bereits zu verzeichnen. Schließlich werden die Alpen so weiche Kuppen haben wie unsere deutschen Mittelgebirge, die auch einmal stolze Felsgipfel besaßen.

Stand: 10.10.2019, 14:50

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