Tipps zur Eselhaltung

Esel

Tipps zur Eselhaltung

Aufgrund ihrer Abkommenschaft von Wüstentieren ist die Haltung von Eseln in unserer Klimazone nicht so ganz einfach. Esel haben andere Bedürfnisse als Pferde. Die Anschaffung eines Esels sollte wohlbedacht sein.

Freunde fürs Leben

Zwei Mädchen striegeln einen Esel der in einem Gehege steht.

Esel benötigen täglich Pflege - und das über Jahrzehnte

Die Anschaffung eines Esels bedeutet eine nahezu lebenslange Bindung. Durch das hohe Alter von bis zu 50 Jahren ist ein verantwortungsbewusster Besitzer dem Langohr lange verpflichtet. Dies kann natürlich nicht immer eingehalten werden, aber als Geschenk zum Kindergeburtstag taugen Esel sicher nicht. Nicht selten verlieren Kinder, wenn sie größer werden, das Interesse an diesem Haustier.

Auch die tägliche zeitliche Dimension der Eselzuwendung ist nicht zu unterschätzen: Zwei Esel brauchen pro Tag mindestens eine Stunde Pflege- und Fütterungszeit. Und Vorsicht: Immer wieder kommt es zu Beschwerden von Nachbarn, die das laute, krächzende "Iiiiahhh" nicht tolerieren wollen. Der Eselruf ist übrigens auf freiem Feld bis zu fünf Kilometer weit zu hören.

Des Esels Heim

Ein Esel steht am Zaun des Wildgeheges Hellenthal.

Esel benötigen einen Stall und auch Freiflächen

Sorgsam überprüft werden sollten auch die Unterbringungsmöglichkeiten. So führt Platz- und Bewegungsmangel zu Verhaltensauffälligkeiten wie Scharren oder "an die Wand klopfen". Esel brauchen sowohl einen Stall wie auch Freiflächen mit einem Unterstellplatz als Witterungsschutz.

Da ihr Fell nicht wasserdicht ist, dürfen Esel niemals völlig nass werden. Auch ein Wälzplatz darf im Eselheim nicht fehlen, ist das doch eine Lieblingsbeschäftigung des Esels und dient der Fellpflege.

Vorsicht vor zu fetten Wiesen

Eine Hauseselstute steht mit ihrem Fohlen auf einer grünen Weide.

Zu "fettes" Futter wird schnell zum Problem

Feuchtigkeit und fette Wiesen schaden dem Esel mehr, als so mancher Eselbesitzer vermuten würde. So können falsche Fütterung und Weidehaltung zu der besonders häufig vorkommenden "Hufrehe" führen, einer Hufkrankheit, die dem Esel große Schmerzen zufügt. Des Esels Hufe sind nämlich eigentlich auf trockene und harte Böden eingestellt – ein Erbe seiner Wüstenherkunft.

Auch Koliken sind eine gefürchtete Krankheit. Denn Esel sollten nicht zu fettreich ernährt werden. Das Grundfutter ist vornehmlich Heu. Alle weiteren Zusatzgaben wie Gras, Stroh, Getreide, Obst und Gemüse sollten streng reguliert werden. Von alleine hört ein Esel nicht zu fressen auf, es ist nun mal eine seiner Lieblingsbeschäftigungen.

Gesellige Esel

Vier Esel stehen auf der Weise, ihre Köpfe dicht aneinander.

Esel sollten niemals alleine gehalten werden

Der Esel ist ein geselliges Tier und sollte niemals alleine gehalten werden. Ein weiterer Esel wird sicher immer ein Freund. Achtung jedoch bei der Hengsthaltung. Diese ist nur ausgesprochenen Fachleuten empfohlen, denn Hengste sind durch ihr hohes natürliches Aggressionspotenzial extrem schwierig zu handhaben.

Esel freuen sich aber auch über artfremde Stallgenossen und sind sogar als Hüteesel für die Schafherde bestens geeignet. Nie fehlen darf die ausreichende Zuwendung seiner Besitzer, denen der Esel ein treuer Weggefährte wird.

Autorin: Almut Röhrl

Stand: 22.07.2016, 14:00

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