Hühnerhaltung

Ei mit Erzeugercode.

Hühner

Hühnerhaltung

Etwa 200 Eier verspeist ein Mensch in Deutschland im Jahr. Nach Umfragen bevorzugt die Mehrheit der Verbraucher Eier, die glückliche Hühner gelegt haben. Aber woran erkennt man, dass das Ei im Supermarkt von einem Huhn aus artgerechter Haltung stammt? Am Stempel. Seit 2004 wird jedes Ei in der Europäischen Union mit einem Herkunftscode versehen. Damit lässt sich erkennen, wo das Frühstücksei herkommt.

Wie Sie den Eier-Code knacken

Ein Erzeugercode kann beispielsweise so aussehen: 3-DE-1234567

Die erste Ziffer auf dem Stempel steht für das Haltungssystem:

0 = Ökologische Erzeugung
1 = Freilandhaltung
2 = Bodenhaltung
3 = Käfighaltung

Die folgenden Buchstaben verraten, aus welchem Land das Ei kommt, etwa:

AT = Österreich
BE = Belgien
DE = Deutschland
IT = Italien
NL = Niederlande

Wo die Henne lebt, die das Ei gelegt hat, gibt eine mehrstellige Nummer an. Betriebe, die dem Verein für kontrollierte Tierhaltungsformen (Kat) angehören, lassen sich über die Webseite www.was-steht-auf-dem-Ei.de finden.

Was die verschiedenen Haltungsformen bedeuten

Eine artgerechte Haltung von Legehennen ist in Deutschland mittlerweile gesetzlich vorgeschrieben. Demnach sollen die Hennen ihr natürliches Verhalten in einem gesonderten Nestbereich ausleben können.

Käfighaltung ist in Deutschland inzwischen verboten – diese Hühner vegetierten einst auf einem Drahtgeflecht, das so groß war wie ein DIN-A4-Blatt. In Deutschland sind heute nur noch Bodenhaltung, Freilandhaltung und Bio-Haltung zugelassen.

Bodenhaltung

Scharren, im Staub baden und mit den Flügeln schlagen – das können Hennen zumindest bedingt in der Bodenhaltung. Auf einem Quadratmeter Stallfläche dürfen sich maximal neun Hühner befinden. Ein Drittel der Fläche muss mit Einstreu bedeckt sein.

Kommen in der Bodenhaltung mehrere Ebenen zum Einsatz, heißt das Volierenhaltung. In diesem Fall dürfen maximal 18 Hennen pro Quadratmeter leben. Das heißt, eine Henne hat weniger als ein DIN-A4-Blatt Platz.

Freilandhaltung

In der Freilandhaltung halten sich die Hühner zusätzlich zum Stall im Freien auf. Der Auslauf muss überwiegend begrünt sein und einen Unterstand oder Bäume und Sträucher bieten, damit die Tiere Schutz vor natürlichen Feinden finden können. Mindestens vier Quadratmeter Auslauf müssen jedem Huhn zur Verfügung stehen.

Freilaufende Hühner auf Futtersuche.

Freilaufende Hühner haben mehr Platz

Bio-Haltung

Auch Hühner in ökologischer Haltung können tagsüber nach draußen gehen. Im Stall steht den Tieren mehr Fläche zur Verfügung als in der Freilandhaltung – nur sechs Tiere pro Quadratmeter Stallfläche sind erlaubt.

Die Hennen stammen aus biologischer Aufzucht und bekommen Biofutter. Dieses können sie mit einem intakten Schnabel verspeisen, denn der darf bei Biohühnern nicht gekappt werden.

Braune oder weiße Eier?

Ein weißes Huhn kann ebenso ein braunes Ei legen wie ein braunes Huhn ein weißes. Denn die Farbe der Eierschalen hängt nicht mit der Farbe des Gefieders zusammen. Ob ein Ei eine weiße oder eine braune Schale hat, wird von den Genen bestimmt.

Eine Faustregel besagt, dass die sogenannten Ohrscheiben der Henne Auskunft darüber geben können, welche Farbe ihre Eier haben. Sind die Ohrscheiben rot, so legt die Henne in der Regel braune Eier. Sind die Ohrscheiben dagegen weiß, so sind auch die Eier weiß – jedenfalls meistens.

Braune und weiße Hühnereier auf einem Förderband

Die Farbe der Eier ist eine Frage der Gene

Autorinnen: Susanne Decker/Claudia Heidenfelder

Stand: 19.09.2018, 09:24

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