Modehunde

Modehunde

Heute im Trend, morgen im Tierheim?

Zwei Dalmatiner auf einem Rasen.

Dalmatiner wurden durch den Walt-Disney-Trickfilm "101 Dalmatiner" (1961) und die Neuverfilmung aus dem Jahr 1996 mit Glenn Close berühmt. Durch sein getupftes Fell wirkt der Dalmatiner edel und mondän. Er ist aber kein Luxus-Accessoire, sondern eine Sportskanone auf vier Beinen. Seine Energie, sein großer Bewegungsdrang und sein Jagdtrieb können seine Besitzer vor echte Herausforderungen stellen und die Erziehung zu einer Geduldsprobe machen. Gleichzeitig ist der Dalmatiner verschmust und liebebedürftig.

Dalmatiner wurden durch den Walt-Disney-Trickfilm "101 Dalmatiner" (1961) und die Neuverfilmung aus dem Jahr 1996 mit Glenn Close berühmt. Durch sein getupftes Fell wirkt der Dalmatiner edel und mondän. Er ist aber kein Luxus-Accessoire, sondern eine Sportskanone auf vier Beinen. Seine Energie, sein großer Bewegungsdrang und sein Jagdtrieb können seine Besitzer vor echte Herausforderungen stellen und die Erziehung zu einer Geduldsprobe machen. Gleichzeitig ist der Dalmatiner verschmust und liebebedürftig.

Chihuahua: Glamor-Hotelerbin Paris Hilton hat den kleinsten Hund der Welt populär und zu einem lebendigen Accessoire gemacht. Plötzlich war es schick, Chihuahuas in der Handtasche spazieren zu tragen. Dass es immer noch echte Hunde mit Bedürfnissen sind, haben viele nicht bedacht. Gerade in Kalifornien endeten viele kleine Hunde in Tierheimen. Chihuahuas sind nur 15 bis 23 Zentimeter hoch und maximal drei Kilogramm schwer, gelten aber als äußerst mutig, selbstbewusst und neugierig.

Dackel: Kaiser Wilhelm II., Picasso, Andy Warhol, Brigitte Bardot und Heidi Klum: Sie alle waren oder sind bekennende Dackel-Fans. In den 1960er und 1970er Jahren war "Waldi" allgegenwärtig, 1972 sogar Maskottchen der Olympischen Spiele. Dann ließ seine Popularität nach, es gab sogar Befürchtungen, die Rasse könne aussterben. Jetzt liegt sie wieder im Trend. Dackel haben einen ausgeprägten Jagdinstinkt, sind schlau und extrem starrköpfig. Und wickeln mit ihrem Dackelblick fast jeden um den Finger.

Der Golden Retriever ist DER Familienhund der vergangenen Jahre. Er ist freundlich, kinderlieb und zutraulich, lässt sich so schnell nicht aus der Ruhe bringen und hat einen ausgeprägten Willen zum Gehorsam. Er buddelt und frisst gerne, liebt Wasser und Apportierspiele. Die große Beliebtheit der Rasse hat jedoch zu einer regelrechten Massenvermehrung geführt. Dadurch entstanden mittlerweile auch ängstliche, aggressive und von Krankheiten geplagte Tiere.

Der Pudel war der Modehund der Nachkriegs-High-Society. In den 1950er und 1960er Jahren galten Pudel als schick, Stars wie Maria Callas oder Grace Kelly, aber auch Thomas Mann oder Winston Churchill hatten einen. Nachdem er danach lange als Schoßhündchen älterer Damen belächelt wurde, erlebt der Pudel derzeit ein Comeback. Pudel sind intelligent und charmant, sie lassen sich leicht erziehen und sind sehr auf Familien fixiert. Ein großer Vorteil: Pudel haaren nicht.

Collie: 1943 kam der erste Lassie-Film ins Kino, 1954 bis 1973 folgte die Fernsehserie. In der Hauptrolle: eine Collie-Hündin. Die Filme machten die Rasse populär, bis in die 1970er Jahre waren Langhaarcollies sehr beliebt. Die Tiere sind sportlich, verspielt und sehr intelligent. Im Kriegsdienst wurden sie als Sanitäts- und Meldehunde eingesetzt. Dass sie eigentlich Arbeitshunde sind, wird jedoch häufig vergessen. Oft müssen Collies als Deko-Objekt herhalten – und langweilen sich dabei zu Tode.

In den 1970er Jahren war der Englischer Cocker Spaniel fast an jeder Ecke zu sehen, danach nur noch selten. Der Cocker geriet in Verruf, weil einzelne Tiere überraschend zugebissen haben. Die Verhaltensauffälligkeit entstand wahrscheinlich durch die verstärkte Zucht roter Hunde, die damals sehr beliebt waren. Heute ist die Cocker-Wut kein Problem mehr. Die Tiere sind freundlich, temperamentvoll, verspielt und intelligent – aber kein bisschen leise. Freude, Übermut und Ärger kläfft ein Cocker hinaus in die Welt.

In den 1930er Jahren kamen die ersten Afghanen nach Deutschland. Ihr seidig-glänzendes Fell machte sie zu Luxus- und Modehunden, die in den 1970er Jahren sehr beliebt waren. Einfach in der Haltung ist ein Afghane nicht: Als Windhund braucht er viel Bewegung und Auslauf; wegen seiner Jagdleidenschaft können Halter ihn kaum von der Leine lassen. Die üblichen Erziehungsmethoden haben bei dem stolzen, unabhängigen Hund nur wenig Erfolg.

Von den einen wird der Yorkshire Terrier als "rennendes Haarteil" geschmäht, die anderen schätzen ihn für seinen Mut. Der kleinste Vertreter der Terrier wurde ursprünglich zur Ratten- und Mäusejagd gehalten, bevor er als Begleithund in Mode kam. Seine Hochphase in Deutschland hatte er in den 1980er Jahren. Der Yorkshire Terrier kläfft gern, ist lebhaft, fröhlich und vorwitzig. Er neigt zum Größenwahn und übernimmt gerne das Kommando.

Ein Bernhardiner ist der Star aus dem Film "Ein Hund namens Beethoven". 1992 kam er in die deutschen Kinos, danach stieg die Nachfrage deutlich an. Die Kombination von Stärke und Sanftmut macht den Bernhardiner interessant, vor allem Kinder sind davon fasziniert. Die Tiere sind verschmust und sehr gelassen, sie lernen gerne und ordnen sich gerne unter. Früher waren Bernhardiner vor allem als Rettungshunde bekannt. Durch Zuchtauslese wurden sie immer größer, schwerer und träger. Heute sind sie als Gebrauchshunde eher ungeeignet.

"Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos", das wusste schon der Komiker Loriot. Der Mops gilt als Statussymbol der Reichen und Schönen, auch bei Normalsterblichen steht er hoch im Kurs. Typisch sind sein fröhlicher, friedfertiger Charakter und ein ausgeprägtes Kindchenschema. Züchterische Übertreibungen wie extreme Kulleraugen oder zu kurze Nasen führen jedoch zu massiven Gesundheitsschäden. Viele Möpse leiden unter Atemnot oder fallen bei Hitze einfach um.

Die Beatles haben dem Bobtail einen Song gewidmet, und in den 1970er und 1980er Jahren wurde er selbst zum Star. Eigentlich ein Arbeits- und Hütehund, avancierte der Bobtail zur frisierten Schönheit und zum Werbeobjekt in aller Welt. Zu seinem Charakter passt das nicht: Der Bobtail ist ein kraftvoller, robuster, selbstbewusster Hund, der eine konsequente Erziehung braucht. Er ist ein fröhlicher Clown, wachsam und sehr intelligent. Sein Fell braucht viel Pflege. 

Promis lieben ihn: Sarah Jessica Parker, Paul McCartney und Prinz Charles gehen mit einem Jack Russel Terrier durchs Leben und haben der Rasse zu neuem Ruhm verholfen. Terrier sind die harten Jungs unter den Hunden, und der Jack Russel ist hier keine Ausnahme: Er ist eigensinnig und ungestüm, hat eine Nase für Ärger und strotzt vor Energie. Bevor er als Begleithund populär wurde, kam er als Arbeitsterrier bei der Jagd zum Einsatz. Jack Russel Terrier sind enthusiastische Kläffer.

Die Französische Bulldogge ist wie der Mops ein typischer Modehund der vergangenen Jahre und ebenfalls von Qualzuchten betroffen. Der charakteristische Kopf mit Knautschgesicht, Stupsnase, Kulleraugen und Segelohren wurde immer größer, die Nase platter, der Oberkörper breiter und die Beine kürzer. Resultat sind Probleme mit der Atmung, den Knochen und dem Herz. Natürliche Geburten sind selten. Gesunde Französische Bulldoggen sind intelligent, verspielt, zärtlich und verschmust. Vor allem Rüden können jedoch zu Aggression neigen.

Der Weimaraner ist eigentlich ein Jagdhund. Aufgrund seiner edlen Erscheinung ist er seit einigen Jahren auch bei Nicht-Jägern und Stadtmenschen sehr beliebt. Aber wer ihn als modisches Maskottchen missversteht, bekommt ein echtes Problem: Der Weimaraner ist anspruchsvoll, dominant und gleichzeitig hochsensibel. Er hat einen starken Willen und braucht ständige Konzentration, Aufmerksamkeit und konstantes Gehorsamkeitstraining. Für Anfänger ist er absolut ungeeignet.

Stand: 29.11.2017, 09:16 Uhr

Darstellung: