Die Argentinische Ameise

Unheimlich anpassungsfähig – die Argentinische Ameise Planet Wissen 09.04.2018 03:27 Min. Verfügbar bis 09.04.2023 ARD-alpha

Ameisen

Die Argentinische Ameise

Von Tanja Fieber und Stefan Geier

Bekommen wir wegen des Klimawandels wärmere Winter, wird die Argentinische Ameise auch zu uns einwandern, sagt Professor Jürgen Heinze, Zoologe an der Universität Regensburg. Die Argentinische Ameise ist mobil, flexibel und wenig anspruchsvoll. Die Tiere sind zwar nur zwei Millimeter groß, treten aber meist in Massen auf.

Wo kommt die Argentinische Ameise her?

Wie der Name schon sagt, ist diese Ameisen-Art eigentlich in Südamerika zu Hause. Über Handelsschiffe wurde sie wahrscheinlich schon vor hundert Jahren nach Europa eingeschleppt – zuerst auf die portugiesische Insel Madeira und dann auf das südeuropäische Festland.

Was macht sie so gefährlich?

Ihre Effizienz macht die kleine Argentinische Ameise problematisch. Beim Fressen ist sie nicht wählerisch: Sie ist Allesfresser und ernährt sich von Pflanzen und Insekten, egal ob tot oder lebendig.

Anders als bei anderen Ameisenarten gibt es in ihrem Nest nicht nur eine Königin, sondern gleich mehrere, meist 15 bis 20. Das hat zwei Vorteile: Die Kolonie kann sich erstens schnell vermehren und ist zweitens auch dann noch lebensfähig, wenn eine der Königinnen stirbt.

Das Nest ist einfach gebaut: Es hat keine Kammern und reicht gerade einmal bis zu einem halben Meter tief in die Erde. Der Bau ist dadurch flexibel und kann schnell verlegt werden.

Größtes Raubtier der Welt

Weil alle in Europa lebenden Argentinischen Ameisen von derselben vor vielen Jahrzehnten eingewanderten Kolonie abstammen, bekämpfen sie sich nicht untereinander – wie sonst unter verschiedenen Ameisen-Kolonien üblich – sondern arbeiten zusammen. So hat sich die Argentinische Ameise als Superorganismus im Mittelmeerraum und Südamerika ausgebreitet.

Weil Argentinische Ameisen zusammenhalten, handeln sie wie ein gigantischer Superorganismus. Das macht sie zum größten Raubtier der Welt – und spart viel Energie beim Kampf um Lebensraum und Futter.

Durch ihre außerordentliche Effizienz kann die Argentinische Ameise aber nicht nur Artgenossen verdrängen, sondern hat auch Einfluss auf größere Tiere – und auf ganze Öko-Systeme.

So gibt es Kröten, die Argentinische Ameisen fressen und mit deren Ausbreitung immer mehr Futter finden werden, während Tiere, die die eingewanderten Ameisen nicht fressen, nach neuen Futterquellen Ausschau halten müssen.

Was die Tiere stoppen kann

Stoppen können Argentinische Ameisen in Europa eigentlich nur Hitze, Kälte und möglicherweise Pheromone. Letztere haben Forscher künstlich aus den Absonderungen der Ameisen hergestellt und konnten in Tests damit die Kommunikation der Tiere stören. Das sind bisher aber nur Laborversuche. Ob sie in freier Wildbahn funktionieren, ist noch völlig unklar.

Weiterführende Infos

Stand: 19.07.2019, 12:50

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