Im Versuchskanal

Ein Schiffsmodell im Versuchskanal.

Meereswellen

Im Versuchskanal

Selten geraten große Schiffe durch Orkane und hohe Wellen in ernsthafte Gefahr. Um ein Restrisiko jedoch auszuschließen, sind Wissenschaftler und Reeder bestrebt, die Schiffe immer sicherer zu machen.

Auf dem Gelände der Hamburgischen Schiffbau-Versuchsanstalt GmbH (HSVA) wird deshalb ein Sturm im Wasserglas entfacht. Um das Verhalten großer Frachter bei hohem Seegang simulieren zu können, wurde ein 300 Meter langer, 18 Meter breiter und 5,60 Meter tiefer Versuchskanal angelegt.

Mit Modellbooten im Maßstab 1:34 kann man Rollwinkel, Schlingerrisiko und Beladungsgrenzen bei unterschiedlichen Seegängen testen.

Ein Versuchsbeispiel: Eine mehr als fünf Meter lange Modellfähre soll zum Kentern gebracht werden. Im zunächst schwachen unregelmäßigem Seegang schlingert das Schiff nur um ein Grad zu jeder Seite.

An Bord einer richtigen Fähre wäre diese Bewegung kaum zu spüren. Sogar eine künstlich ausgelöste Monsterwelle kann dem Schiffsmodell nichts anhaben.

Gerade um drei Grad schlingert es zur Seite – keine Gefahr für das Original. Erwischt die Welle das Schiff jedoch von hinten, geht das anders aus. Je nach Aufschlagwinkel und Wellenfrequenz ist im Versuchskanal schon manches Modell gekentert.

Autor: Günter Wagner

Stand: 04.10.2018, 10:00

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