Auf der Spur von Ebola

Auf der Spur von Ebola

Virologen im Einsatz

Hochsicherheitslabor der Universität Marburg

Hochsicherheitslabor der Universität Marburg. In einem hermetisch abgeriegelten Laborbereich erforschen hier Wissenschaftler die gefährlichsten Viren der Welt. Lassa-, SARS-, aber auch Ebola-Viren. Wenn Dr. Thomas Strecker an seinen Arbeitsplatz will, muss er einen Schutzanzug anlegen und eine Sicherheitsschleuse passieren. In Deutschland gibt es nur wenige solcher Labore, in denen extrem gefährliche Viren erforscht und Impfstoffe entwickelt werden.

Hochsicherheitslabor der Universität Marburg. In einem hermetisch abgeriegelten Laborbereich erforschen hier Wissenschaftler die gefährlichsten Viren der Welt. Lassa-, SARS-, aber auch Ebola-Viren. Wenn Dr. Thomas Strecker an seinen Arbeitsplatz will, muss er einen Schutzanzug anlegen und eine Sicherheitsschleuse passieren. In Deutschland gibt es nur wenige solcher Labore, in denen extrem gefährliche Viren erforscht und Impfstoffe entwickelt werden.

Im Hochsicherheitslabor der Universität Marburg werden nicht nur Viren erforscht, sondern auch Blutproben von möglicherweise infizierten Patienten untersucht. Je schneller ein Ebola-Verdacht entkräftet werden kann, desto besser für die Betroffenen. Ihnen bleiben dann tagelange Quarantäne-Aufenthalte in Spezialkliniken erspart. Und Krisen-Einsatzkräfte müssen nicht nach möglichen Kontaktpersonen fahnden, um auch diese zum Schutze der Bevölkerung schnell zu isolieren.

Dr. Thomas Strecker gehört zu den wenigen Wissenschaftlern in Deutschland, die das Ebola-Virus erforschen. Nur wenn mehr über den Aufbau und die Eigenschaften der Ebola-Viren bekannt wird, kann man auch wirksame Therapiemaßnahmen entwickeln. Gegen die Ebola-Viren des Zaire-Stammes gab es 2014 kein Heilmittel. Ziel der Forscher ist es jetzt, Impfstoffe für eine aktive Immunsierung zu entwickeln. Ebenso wie einen Schnelltest, um Infizierte schnell erkennen zu können.

Wer etwas über das Ebola-Virus erfahren will und einen Schnelltest entwickeln möchte, der muss auch vor Ort arbeiten. Abenteuerlich mutet die Ausrüstung an, mit der Thomas Strecker 2014 schon einige Male nach Afrika reiste. In diesen Kisten verpackt: die Bestandteile des "mobilen EU-Labors". Forschen mit einfachen Mitteln – Sicherheitsstandards wie im Hochsicherheitslabor der Universität Marburg sind in Afrika undenkbar.

Der Virologe Thomas Strecker mit einem Eimer voller Blutproben auf dem Weg in das "mobile EU-Labor" in Guéckédou, Guinea. Vier Wochen lang unterstützte er hier mit seinen Kollegen die Ärzte vor Ort. Mithilfe der Blutprobenanalysen konnte er im Juli 2014 innerhalb kurzer Zeit infizierte Betroffene identifizieren. Sein Ziel: einen Schnelltest entwickeln, mit dem man auf einfachere Weise kranke von gesunden Menschen trennen kann.

Hochinfektiöse Blutproben, verpackt in einfachen Probenbehältern. Vorsicht ist geboten im Umgang mit den Ebola-Viren. Die Desinfektion der Proben ist äußerst wichtig, um das Risiko für die Forscher zu minimieren. Mit Chlor-Lösungen versuchen sie die Behälter im Eimer zu desinfizieren. Die Proben kommen aus allen Regionen Guineas, erreichen die Station oft über abenteuerliche Wege. Ein einfacher Schnelltest, überall verfügbar, wäre ein Segen im Kampf gegen die Ausbreitung der Seuche.

Nicht immer ist klar, wie man andererorts mit den Blutproben umgegangen ist. Diese Charge kam in kleinen Kartons, verpackt in einem einfachen Plastiksack. Ohne detaillierte Probenangaben oder Markierungen. Da hilft nur eins: Desinfektion. So gut es geht. Wer weiß schon, welche Risiken der Umgang mit dem Material im dem Plastiksack mit sich bringt.

In solchen Verpackungen werden in Afrika immer wieder potenziell hochinfektiöse Blutproben transportiert. Nicht auszudenken, was passieren könnte, wenn so ein Karton mal durch die Gegend geworfen wird... Da bleibt nur zu hoffen, dass auch immer alle genau wissen, was in dem Behälter transportiert wird.

Ein sicherer, schneller Test auf Ebola-Infektion wäre für die Menschen in Afrika sehr wichtig. Die Angst ist oft stärker als sozialer Zusammenhalt. Immer wieder wurden zu Unrecht Menschen verdächtigt, sich infiziert zu haben. Viele mussten ihre Dorfgemeinschaften verlassen.

Stand: 01.12.2017, 11:00 Uhr

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