Wissensfragen

Ein afrikanischer Grabfrosch.

Frösche und Kröten

Wissensfragen

Welche Überlebensstrategien wenden Frösche an, die in sehr trockenen Gebieten leben?

Wasser ist für jeden Frosch ein überlebenswichtiges Element, immerhin bestehen die Tiere selbst zu etwa 70 bis 80 Prozent aus Wasser. Dennoch haben sich einige Arten auch an extreme Lebensbedingungen, zum Beispiel in Trockensteppen oder Wüsten, angepasst.

Die meisten Froscharten versuchen daher, Wasserverluste – zum Beispiel durch Verdunstung – möglichst gering zu halten. So sind viele von ihnen nachtaktiv und nutzen die niedrigeren Außentemperaturen, andere Arten ziehen sich in den Erdboden zurück und kommen nur nach Niederschlägen heraus.

Es gibt auch Arten, die Wasserverluste reduzieren, indem sie ihre Farbe verändern, das heißt tagsüber zum Beispiel ganz hell werden. Das tut zum Beispiel der in Afrika lebende Kreideriedfrosch. So halten sie bis zu 100 Tage ohne Wasser- und Nahrungsaufnahme in der Trockenheit aus.

In anderen Trockengebieten sitzen Frösche das Problem ganz einfach aus. Sie ziehen sich – teilweise eingesponnen in einen Kokon – in den Untergrund zurück und halten in Tiefen von bis zu zwei Metern einen Trockenschlaf.

Manche verbringen so etwa neun Monate in der Erde, andere Arten halten diesen Zustand bis zu zwei Jahren aus. Bei solchen Fröschen dient die Harnblase als Wasserspeicher. Die Aborigines nutzen diese Wasserressourcen, indem sie die vergrabenen Tiere ausbuddeln und mit leichtem Druck auf die Blase zum Entleeren bringen.

Weshalb kann man in Gefangenschaft gehaltene Pfeilgiftfrösche anfassen, während der Hautkontakt mit frei lebenden Pfeilgiftfröschen in der Regel tödlich verläuft?

Pfeilgiftfrösche heißen eigentlich Baumsteigerfrösche. Sie leben in den Wäldern Südamerikas. Ihr Gift wird von den Indianerstämmen dort für die Herstellung von giftigen Blasrohrpfeilen verwendet. Der giftigste unter ihnen heißt Phyllobates terribilis, der "Schreckliche Pfeilgiftfrosch". Sein Hautgift reicht aus um 100 Menschen zu töten.

Es wirkt vor allem auf Nerven und Muskeln und ruft Lähmungserscheinungen am ganzen Körper sowie an den Atmungsorganen hervor. Doch in Gefangenschaft verlieren diese Frösche ihr Gift, da ihnen die natürliche Nahrung fehlt.

Aus Ameisen, Termiten und Tausendfüßlern synthetisieren sie die Vorläufersubstanzen der Gifte. Man braucht also in der Regel keine Handschuhe, um in Gefangenschaft gehaltene Tiere zu berühren, wenn ihre Nahrung nicht der in der Natur entspricht.

Ein Pfeilgiftfrosch.

In Gefangenschaft meist ungiftig: Pfeilgiftfrösche

Autorin: Kerstin Eva Dreher

Stand: 21.11.2016, 13:04

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