Was macht den Wert des Schmucks aus?

Edelsteine

Was macht den Wert des Schmucks aus?

Ob eine schöne Halskette, Ohrringe, Armreifen, Ringe – die Angebotspalette an Schmuck ist groß. Ebenso vielfältig sind die Aufdrucke auf den Preisschildchen: von billig bis fast unerschwinglich. Planet Wissen hat den Schmuck- und Kunstfachmann Dr. Fritz Falk gefragt, was den Wert von Schmuck ausmacht.

Modeschmuck - eine liebenswerte Eintagsfliege

Kunstfachmann Dr. Fritz Falk mit den Moderatoren Birgit Klaus und Dennis Wilms im Planet Wissen Studio

Kunstfachmann Dr. Fritz Falk bei Planet Wissen

Die günstige Variante: Modeschmuck. Es gibt ihn in jedem Kaufhaus, in Form und Farbe passend zum Stil der Saison - und daher nur vorübergehend aktuell. Modeschmuck besteht aus Materialien wie beispielsweise Kunststoffen, Glas und unedlem Metall.

"Diese Dinge mögen für das Sommerkleid und für einen Sommer ihre charmante Bedeutung haben, sind aber mehr oder weniger liebenswerte Eintagsfliegen", kommentiert der Schmuckfachmann Dr. Fritz Falk die modischen Accessoires.

In den Augen des Fachmanns ist der Modeschmuck eher etwas für junge Mädchen unter 20 Jahren. "Man muss mit feinem Gespür zum jugendlichen Outfit noch einen schmückenden Effekt erzielen; das ist Modeschmuck. Im nächsten Jahr hat sich die Mode geändert, da sollte man sich auch wieder nach etwas anderem Passendem umsehen", rät Dr. Falk.

Mit Mut und Selbstbewusstsein an den Künstlerschmuck

Für Designerschmuck, der im Auftrag von Modelabels gefertigt wird, muss man schon um einiges tiefer in die Tasche greifen. Aber ist nur der Name Programm oder handelt es sich dabei tatsächlich um eine gehobene Schmuckkategorie?

"Zwar wird hier nicht das allerteuerste Material verwendet. Trotzdem sind diese Stücke teuer, weil sowohl das Design als auch die limitierte Auflage mitbezahlt werden", erklärt Dr. Fritz Falk. "Oft haben die Designer auch gute und sehr renommierte Schmuckkünstler an ihrer Seite, bei denen sie Schmuck in Auftrag geben. Und das hat seinen Preis." Wer die Klassiker sucht, wird beim industriell gefertigten Schmuck fündig, wie er in den Schaufenstern der Juwelierläden zu bewundern ist. Für Extravaganz steht dagegen der Künstlerschmuck. So manch eine dieser Kreationen fordert Mut und Selbstbewusstsein vom Träger oder der Trägerin - und auch einen gut gefüllten Geldbeutel. Dabei dürfte es in vielen Fällen nicht das verwendete Material sein, das den Preis ausmacht. Stattdessen bestechen diese Kreationen durch das, was in ihnen steckt: das Handwerk, ungewöhnliche Ideen und Individualismus. Kein Schmuckstück ist wie das andere.

Der Persönlichkeit Ausdruck verleihen

Teurer Schmuck in einem Schaufenster.

Je teurer der Schmuck, desto besser?

Wenn man vom Wert eines Schmuckstücks spricht, muss man also den ideellen und den materiellen Wert unterscheiden. Der materielle Wert ist im wahrsten Sinne des Wortes berechenbar. Zumindest wenn es um die Seltenheit und Reinheit des Materials geht. Natürlich spielt auch die handwerkliche Kunst eine große Rolle, mit der das Material verarbeitet wurde, und nicht zuletzt die Symbolik, die es für den Menschen in einer bestimmten Zeit hat. Dr. Fritz Falk lässt allerdings dem ideellen Wert den Vortritt. Für ihn gilt: Wenn das Schmuckstück zur Person passt, ist es das Richtige. "Das muss nicht der 27-Karäter sein, nicht der materielle Wert, den man zur Schau trägt", sagt Falk. Für ihn ist es wichtiger, durch das, womit man sich schmückt, seiner Persönlichkeit Ausdruck zu verleihen.

"Für viele Leute, vor allem für Männer, kann es eine Prestigesache sein, wenn sie die Frau beispielsweise mit sehr teuren Diamanten behängen", meint Falk. "Ob dieser Schmuck auch wirklich zur Frau passt, ist etwas anderes. Das Signal, auf das es ankommt, ist: Er schmückt sich mit seiner Frau durch den für jeden erkennbaren teuren Schmuck", erläutert der Fachmann. Dabei steht für ihn außer Frage, dass der individuell zur Person passende Schmuck letztlich wertvoller ist, weil er seinen wirklichen Zweck erfüllt.

Autor/in: Andrea Wengel

Stand: 16.01.2015, 12:00

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