Goethe und die Jagd

Ölskizze, Porträ von Johann Wolfgang von Goethe

Geschichte der Jagd

Goethe und die Jagd

Es gibt kaum ein Thema, zu dem sich Johann Wolfgang von Goethe nicht geäußert hat. In seinen Tagebüchern und Briefen hat er seine Positionen zur Jagd zu Papier gebracht. Nicht zuletzt war er auch immer wieder bei hochherrschaftlichen Jagdgesellschaften zu Gast. Auf seiner ersten Harzreise, die er im Dezember 1777 unternahm, formulierte er seine Jagdansichten in einer Art "Gebet":

"Der du der Freuden viel schaffst,
Jedem ein überfließend Maß,
Segne die Brüder der Jagd
Auf der Fährte des Wilds
Mit jugendlichem Übermut
Fröhlicher Mordsucht,
Späte Rächer des Unbills,
Dem schon vergeblich
Wehrt mit Knütteln der Bauer."

Goethe stand vor dem Problem, dass Herzog Carl August, an dessen Jagdgesellschaften er teilnahm, ein strenger Anhänger der Feudaljagd war, der die Flurschäden, die die Jagd verursachte, gerne ausblendete.

In einem Brief vom 26. Dezmber 1784 versuchte Goethe auf den Herzog einzuwirken. Ausgesetzte Wildschweine hatten um den Ettersberg, im Weimarer Land in Thüringen, erheblichen Flurschaden angerichtet, unter dem die Bewohner stark litten.

"Auch die Jagdlust gönn ich Ihnen von Herzen und nähre die Hoffnung, daß Sie ... nach Ihrer Rückkunft die Ihrigen von der Sorge eines drohenden Übels befreyen werden. Ich meine die wühlenden Bewohner des Etterberges.... Noch habe ich nichts so allgemein mißbilligen sehen, es ist darüber nur Eine Stimme. Gutsbesitzer, Pächter, Unterthanen, Dienerschaft, die Jägereiy selbst alles vereinigt sich in dem Wunsche, diese Gäste vertilgt zu sehen..."

Autorin: Sabine Kaufmann

Stand: 02.11.2017, 14:00

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