Goethe und die Jagd

Ölskizze, Porträ von Johann Wolfgang von Goethe

Geschichte der Jagd

Goethe und die Jagd

Von Sabine Kaufmann

Es gibt kaum ein Thema, zu dem sich Johann Wolfgang von Goethe nicht äußerte. In seinen Tagebüchern und Briefen brachte er seine Positionen zur Jagd zu Papier.

Goethe war oft bei hochherrschaftlichen Jagdgesellschaften zu Gast. Auf seiner ersten Harzreise im Dezember 1777 formulierte er seine Jagdansichten in einer Art "Gebet":

"Der du der Freuden viel schaffst,
Jedem ein überfließend Maß,
Segne die Brüder der Jagd
Auf der Fährte des Wilds
Mit jugendlichem Übermut
Fröhlicher Mordsucht,
Späte Rächer des Unbills,
Dem schon vergeblich
Wehrt mit Knütteln der Bauer."

Doch Goethe stand vor einem Problem. Denn Herzog Carl August, an dessen Jagdgesellschaften er teilnahm, war ein strenger Anhänger der Feudaljagd. Diese Art der Jagd verursachte oft große Schäden an Feldern oder Wäldern ("Flurschäden"), was der Herzog gerne übersah.

In einem Brief von 1784 versuchte Goethe daher, auf den Herzog einzuwirken. Ausgesetzte Wildschweine hatten um den Ettersberg im Weimarer Land erheblichen Flurschaden angerichtet, unter dem die Bewohner stark litten.

"Auch die Jagdlust gönn ich Ihnen von Herzen und nähre die Hoffnung, daß Sie ... nach Ihrer Rückkunft die Ihrigen von der Sorge eines drohenden Übels befreyen werden. Ich meine die wühlenden Bewohner des Etterberges.... Noch habe ich nichts so allgemein mißbilligen sehen, es ist darüber nur Eine Stimme. Gutsbesitzer, Pächter, Unterthanen, Dienerschaft, die Jägereiy selbst alles vereinigt sich in dem Wunsche, diese Gäste vertilgt zu sehen..."

Stand: 11.03.2020, 15:07

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