Thesen von Professor Kurt Kotrschal: "Einfach beste Freunde – Warum Menschen und andere Tiere einander verstehen"

Foto des Buches "Einfach beste Freunde" des Autors Kurt Kotrschal

Hund und Mensch

Thesen von Professor Kurt Kotrschal: "Einfach beste Freunde – Warum Menschen und andere Tiere einander verstehen"

Von Cora Richter

Warum Menschen und andere Tiere einander verstehen und vielleicht sogar brauchen, erklärt der Verhaltensbiologe Professor Kurt Kotrschal aus Wien anschaulich und humorvoll in seinem Buch. Seine Verhaltensstudien mit Tieren haben ihn zu interessanten Überzeugungen geführt, die er über teils provokante Thesen erläutert. Sein Fazit: Von einem partnerschaftlichen Zusammenleben profitieren beide Seiten. Voraussetzung ist allerdings, dass die Kommunikation gut funktioniert.

Hund und Mensch – eine lange Partnerschaft

Vor 35.000 Jahren begann die gemeinsame Entwicklungsgeschichte von Hund und Mensch. Beide Seiten profitierten vom Zusammenleben. Als Jagdgefährte und Wachhund half der Hund dem Menschen und bekam dafür in Gemeinschaft der Menschen Schutz und Nahrung.

  • Hunde – so Kurt Kotrschal – wurden zum "Alter Ego" des Menschen. Ohne Menschen würde es den Hund nicht geben, und Menschen wären ohne Hunde zumindest unvollständig. Die lange gemeinsame Entwicklungsgeschichte bedingt ein "Menschenrecht auf Hundehaltung" sowie auch  ein "Hunderecht", mit verständigen Menschen zu leben.
Studiogast Professor Kurt Kotrschal

Studiogast Professor Kurt Kotrschal

Vieles spricht für ein partnerschaftliches Zusammenleben

Selbst in Zeiten der rasch voranschreitenden Urbanisierung verlieren die Stadtmenschen nicht den Kontakt zu Haustieren, speziell zu den Hunden. Für den modernen Zivilisationsmenschen scheint hier ein grundlegendes soziales Bedürfnis zu bestehen. 

Gast Kurt Kotrschal mit Moderatoren Birgit Klaus und Dennis Wilms

Hunde sind Partner fürs Leben

  • Das bedeutet aber auch, dass wir Hunden und anderen Tieren in der Stadt ein artgerechtes Leben ermöglichen müssen. Für Kurt Kotrschal gibt es ein "Hunderecht, mit verständigen Menschen zu leben". Er plädiert für eine tiergerechtere Gesellschaft und hält es mit Mahatma Gandhi. ("Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt.")
  • Eine hundegerechte Stadt ist auch eine kindergerechte Stadt!

Zusammen gesund und glücklich

Das Bedürfnis der Menschen nach innigen Tierbeziehungen und dessen Bedeutung offenbart sich für den Verhaltensbiologen Kurt Kotrschal vor allem in Familien mit kleinen Kindern.

  • Das Aufwachsen mit Tieren ist für Kinder eine der wichtigsten Zutaten für eine "gelingende körperliche, emotionale, kognitive und soziale Entwicklung".

Tiere sind so etwas wie unsere evolutionären Geschwister und sie haben größeren Einfluss auf unser Leben, als vielen bewusst ist.

  • Gute Beziehungen zu Tieren helfen Menschen, emotional ausgeglichener zu leben und ein langes und glückliches Leben zu führen. Studien haben statistisch belegt: Hundehalter leben weltweit gesünder als Menschen ohne Hund.

Hunde gehen auf den Menschen ein, achten auf ihre Besitzer, sind zumeist freundlich, nicht nachtragend und belohnen Aufmerksamkeit mit Freude und Zuneigung. Zuverlässige Partner im Leben –

  • davon profitieren insbesondere ältere, alleinstehende Menschen in größeren Städten. Hunde haben eine nicht zu unterschätzende soziale Funktion.

Stand: 16.02.2017, 11:00

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