Die lange Partnerschaft von Mensch und Hund

Die lange Partnerschaft von Mensch und Hund

Prof. Kotrschal's Werdegang

Außenansicht der Konrad Lorenz Forschungsstelle

Die Verhaltensbiologie-Forschung hat in Österreich eine lange Tradition. 1973 wurde von Konrad Lorenz die "Konrad Lorenz Forschungsstelle (KLF)" in Grünau im Almtal in Oberösterreich gegründet. Der Nobelpreisträger Konrad Lorenz gilt als einer der Väter der vergleichenden Verhaltensforschung.

Die Verhaltensbiologie-Forschung hat in Österreich eine lange Tradition. 1973 wurde von Konrad Lorenz die "Konrad Lorenz Forschungsstelle (KLF)" in Grünau im Almtal in Oberösterreich gegründet. Der Nobelpreisträger Konrad Lorenz gilt als einer der Väter der vergleichenden Verhaltensforschung.

Aufsehen erregten unter anderem die Forschungsarbeiten zum Sozialverhalten der Graugänse. Nach dem Tod von Konrad Lorenz (1989) übernahm Kurt Kotrschal 1990 die Leitung der Forschungsstelle in Grünau im Almtal und setzte die Forschungsarbeiten mit den Graugänsen fort. Nicht nur Graugänse besitzen eine Persönlichkeit…

Kurt Kotrschal erweiterte die Forschungsfelder auf weitere Tierarten und untersuchte auch bei Rabentieren soziale Verhaltensweisen und geistige Leistungsfähigkeit. Insbesondere Dohlen, Krähen und Waldrappen zeigen sehr komplexe soziale Verhaltensmuster.  

Von den Fischen über die Graugänse und Raben zu den Wölfen – der Verhaltensbiologe Kurt Kotrschal hat sich in den vergangenen Jahren "den evolutionären Stammbaum" hinauf nach oben vorgearbeitet. Überall entdeckt er Formen komplexen Sozialverhaltens. Ein sehr ausgeprägtes Sozialverhaltens zeigen auch Wölfe. Sie stehen in dieser Hinsicht dem Menschen vielleicht am nächsten.

Um das Sozialverhalten von Wölfen näher zu untersuchen, gründete Kurt Kotrschal zusammen seinen beiden Kolleginnen Dr. Friederike Range und Zsófia Virányi 2008 das "Wolfsforschungszentrum" in Ernstbrunn. Im Mai 2009 zogen vier einjährige Timberwölfe in die Schlossgärten von Erstbrunn. Weitere Welpen kamen dazu. Um das Vertrauen der Wildtiere zu gewinnen und ihre Kooperationsbereitschaft gegenüber dem Menschen zu verbessern, werden Wölfe von den Forschern im Wolf Science Centrum per Hand aufgezogen.

Das Aufziehen per Hand schafft Vertrauen zwischen Wolf und Mensch. Auf diese Weise werden die Forscher im Rudel geduldet und akzeptiert. Eine wichtige Voraussetzung, um vergleichende Verhaltensstudien betreiben zu können.  Alle Studien beruhen auf Freiwilligkeit.

Ob handaufgezogen oder nicht – auch Friederike Range darf nie vergessen, dass Wölfe Raubtiere sind und bleiben. Die Forscher müssen ständig die Ranghierarchie im Rudel beachten und sich die daraus resultierende Verhaltensweise der Wölfe vor Augen halten.

Wölfe sind evolutionär gesehen die Vorfahren der Hunde. Hunde wurden durch die Domestizierung zu treuen Helfern und Freunden der Menschen. Im Wolfsforschungszentrum werden neben Wolfs- auch Hunderudel gehalten, deren Mitglieder ohne Kontakt zu menschlichen Haushalten aufgewachsen sind …

Stand: 25.08.2017, 09:05 Uhr

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