Bell – der nachhaltige Tierpark

zwei Shetlandponys vor einem Holzzaun

Zoos

Bell – der nachhaltige Tierpark

Von Petra Haubner

Früher war Bell ein Vergnügungspark. Heute leben auf dem Gelände im Hunsrück mehr als 100 Tiere: Huskys, Sibirische Tiger, Minischweine, eine Eule, Pferde, Ratten, Hühner, Katzen, Frettchen, Schafe und Katta-Äffchen.

Alle Tiere stammen aus Auffangstationen, Tierheimen oder übervollen Zoos. Wie die vier Sibirischen Tiger, die Remo Müller trainiert. Im Zoo wären sie vermutlich irgendwann eingeschläfert worden, denn genau das passiert meist mit überzähligen Zootieren. Deswegen wollen die Betreiber vom Tier-Erlebnispark Bell nicht züchten, sondern Tieren ein Zuhause geben.

Der Park ist auch ein Sozialprojekt. Es geht nicht darum, besonders niedliche Babytiere vor Ort zu haben, um die Besucher anzulocken, sondern mit den Tieren so zu trainieren, dass sie ein tiergerechtes Leben führen.

"Wir möchten die Tiere nicht vermenschlichen. Die Tiger sind und bleiben Raubtiere. Sie haben auch ihre Bedürfnisse und wollen sich auspowern. Deswegen ist es super, dass sie zu viert sind und nicht nur den Menschen als Bezugsperson haben", meint Trainer Remo Müller.

Zwei Tiger schmusen auf einer Wiese miteinander.

Die Betreiber vom Tier-Erlebnispark Bell wollen Tiere nicht züchten, sondern ihnen ein Zuhause geben

Leider ist es in vielen Shows oft an der Tagesordnung, Tiere mit Schmerz oder Druck zu trainieren. Alexandra Taetz und Remo Müller arbeiten ausschließlich mit der Trainingsmethode der positiven Verstärkung.

Im Grunde wird immer das Verhalten mit einem Leckerli oder Lob belohnt, das erwünscht ist. Da geht es nicht um Tricks und die perfekte Show, sondern um eine Beschäftigung der Tiere, die ihnen und ihrer Art entspricht.

Wie zum Beispiel bei den Huskys in Bell, die allesamt aus Tierheimen stammen und als schwer vermittelbar galten, bevor sie bei Alexandra Taetz gelandet sind. Die meisten von ihnen vermutlich, weil sie bei ihren vorherigen Besitzern unterfordert waren. Denn Huskys sind Arbeitshunde, sie wollen laufen und im Rudel arbeiten. Das entspricht ihrem natürlichen Verhalten. Ohne Teamarbeit und die Möglichkeit, ihre Energie loszuwerden, können sie Verhaltensprobleme entwickeln.

Im Tierpark Bell können sie ihre Bedürfnisse ausleben.

Husky-Schlittenhunde am Rennen.

Huskys sind Arbeitshunde und brauchen viel Bewegung

Stand: 29.10.2018, 09:00

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