Wissensfragen

Blattschneiderameisen tragen Blätter einen Ast hoch

Tiere als Architekten

Wissensfragen

Verwenden Blattschneiderameisen tatsächlich Blätter als Baumaterial und Nahrungsmittel?

In langen Kolonien marschieren die Blattschneiderameisen von ihren Nestern zu den Bäumen der näheren Umgebung, um dort mit ihren scharfen Zangen Blattstücke aus dem Laub herauszuschneiden. Dann tragen sie ihre Ernte wie kleine grüne Segel über sich, zurück in die unterirdischen Nestanlagen.

Bis zu fünf Meter tief in den Erdboden reicht der Bau. Er besteht aus weit verzweigten Gängen und Kammern, deren Wände verfestigt werden müssen. Sie werden jedoch nicht mit den Blättern tapeziert, sondern von den Ameisen mit einem speziellen Sekret verputzt.

Der "Bauschutt" wird von den Arbeiterinnen in zu Körbchen umgebildeten Borsten abtransportiert.Die eingetragenen Blattstücke dienen allerdings auch nicht als Nahrung.

Zwar zerkauen die Blattschneiderameisen das Material und speicheln es ein. Dann aber düngen sie es mit Kot. Auf diesen so verarbeiteten Blättern wächst schließlich ein Pilzrasen, den die Ameisen abweiden. Er ist die Nahrungsgrundlage für die ganze Kolonie.

Machen Webervögel ihrem Namen wirklich alle Ehre?

Der Name der Webervögel ist in der Tat auf ihre hohe Geschicklichkeit im Nestbau zurückzuführen: Die überwiegend in Afrika beheimateten Vögel bauen kunstvoll gewebte Hängenester. Für den Außenbau ist das Männchen verantwortlich, die Innenausstattung übernimmt später das Weibchen.

Als Baumaterial dienen dem Webervogelmännchen lange, zugfeste und biegsame Pflanzenfasern, die er von Grashalmen oder Blättern abreißt. Diese Fasern schlingt er um das Ende eines Zweiges. Dann sammelt er nach und nach viele tausend Halme, die er verknüpft: Mit einer Kralle hält der Vogel den Streifen fest und verschlingt das Ende fachmännisch mit seinem Schnabel.

Der Webervogel beherrscht sein Handwerk meisterhaft: Er kann knoten, knüpfen, wickeln oder verschlingen: Ist das Gerüst für das frei schwingende Nest fertig, verfestigt er es schließlich nach dem Prinzip des Webens. Dadurch erhält die Hängematte eine große Haltbarkeit und Elastizität. Zudem schützt ihr Dach vor Sonne und Regen.

Ein gelber Webervogel arbeitet kopfüber an seinem Nest.

Auch kopfüber ein echter Künstler

Errichten manche Tiere zum Fangen ihrer Beute Fallen?

Zwar gilt es als eine ziemlich seltene Methode des Nahrungserwerbes, dennoch gibt es in der Tierwelt einige faszinierende Fallensteller. Zu den bekanntesten zählen sicherlich die Spinnen, denen schon so manches Opfer ins klebrige Netz gegangen ist.

Eine etwas andere Methode, Beute zu machen, beherrscht die Falltürspinne: Sie legt an trockenen Hängen eine schräg in die Tiefe verlaufende Röhre an, die sie mit Speichel, Erdkrümeln und Spinnfäden verputzt.

Für das Eingangsloch webt sie einen dicken Deckel mit Scharnier. Wenn es dunkel ist, hält sie diese Falltür halb geöffnet und lauert Insekten auf, die sie ergreift und in die Röhre zieht. Die Tür fällt von selbst zu, der Fluchtweg ist abgeschnitten.

Eine gelb-weiße Spinne sitzt in ihrem Netz und verspeist ein gefangenes Insekt.

Geschickte Fallensteller

Autorin: Susanne Wagner

Stand: 04.04.2017, 13:10

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