Tierbeobachtung

Tierbeobachtung

Was wir von Tieren lernen können

Asiatische Elefanten in Banda Aceh (Indonesien)

Vor dem verheerenden Seebeben des Jahres 2004 verhielten sich viele Tiere anders als sonst. So spürten etwa Elefanten in Sri Lanka die Bedrohung, lange bevor der Tsunami auf die Küste traf, und flohen ins Landesinnere.

Vor dem verheerenden Seebeben des Jahres 2004 verhielten sich viele Tiere anders als sonst. So spürten etwa Elefanten in Sri Lanka die Bedrohung, lange bevor der Tsunami auf die Küste traf, und flohen ins Landesinnere.

Deshalb wurden später Asiatische Elefanten in Bunda Aceh (Indonesien) mit Sendern ausgestattet.

Anhand der besenderten Elefanten untersucht Professor Martin Wikelski, ob man mit der Hilfe von Elefanten auch frühzeitig Erdbeben und Tsunamis vorhersagen kann. Wie die Elefanten die drohende Gefahr wahrnehmen, ist noch unklar. Wikelski vermutet eine Interaktion zwischen verschiedenen Tieren, bei denen der Elefant der größte Anzeiger ist.

In Mexiko, in der Umgebung der Karibikinsel "Isla Contoy", wurden Fregattvögel von den Wissenschaftlern um Professor Wikelski mühsam eingefangen und besendert.

Die Tiere könnten dabei helfen, besser vorauszusagen, wo genau die Wirbelstürme auf das Land treffen. Fregattvögel verlassen ihr Quartier, bevor starke Stürme aufziehen. Sie gelten als lebende kleine Wetterstationen, weil sie auf Temperaturunterschiede an der Wasseroberfläche reagieren und so auf drohende Wirbelstürme hinweisen können.  Die Vögel scheinen oft besser als Meteorologen zu wissen, wo der Sturm entlangziehen wird. Außerdem sollen die Fregattvögel als Messbojen dienen. Sie können die Atmosphäre perfekt messen, denn sie fliegen bis 1000 Meter Höhe.

Die Monarchfalter Nordamerikas haben ihre jährliche Wanderungen bereits mit Minisendern zurückgelegt. Ein Großteil der Falter fliegt im Herbst bis zu 3600 Kilometer von Nordamerika in das Überwinterungsgebiet im Süden Mexikos. Die Schmetterlinge wurden bisher mit Radio-Peilsendern ausgestattet. Dieser Sendertyp ist bei Insekten bisher der einzige, der eingesetzt werden kann. Nachteil des herkömmlichen Senders: Die Forscher müssen mit Empfangsantennen das Tier aufwendig verfolgen. Der innovative ICARUS-Sender ist dagegen viel leichter und kleiner und meldet auch die GPS-Daten. Die Max-Planck-Forscher wollen zukünftig noch kleinere Insekten wie beispielsweise Hummeln und Bienen besendern.

Orchideenbienen, auch Prachtbienen genannt, kommen in tropischen Gegenden Süd- und Mittelamerikas vor. Sie spielen eine bedeutende Rolle bei der Bestäubung diverser Orchideen-Arten. Auf dem Bild sieht man auch den herkömmlichen Peilsender, bei dem man das Tier noch aufwendig mit einer Empfangsantenne verfolgen muss. Dies wird bei ICARUS nicht mehr der Fall sein.

Die Wanderungen Weißer Haie erforscht Taylor Chapple aus dem Team von Professor Martin Wikelski vor der US-Westküste in Kalifornien. Sie wandern im Pazifischen Ozean zwischen Kalifornien und Hawaii. Dabei müssen die Sender innovativ sein, denn GPS-Signale lassen sich im Wasser nicht wie an Land übertragen. So handelt es sich um sogenannte Popup-Sender, das heißt der Sender schwimmt nach einiger Zeit an die Wasseroberfläche. Künftig liest dann die ISS beim Überflug die Daten aus und lässt die Wissenschaftler die langen Wanderungen mitverfolgen. Die besenderten Haie liefern auch nützliche Daten zur Wassertiefe und Wassertemperatur. Forscher glauben, dass Haie mithilfe von Magnetfeldern navigieren, ähnlich wie Vögel. Als Nächstes will Professor Wikelski bei uns die Wanderung eines weiteren Wassertieres untersuchen, nämlich die der Aale.

Die von den Max-Planck-Biologen besenderten Tiere tragen nicht nur Positionsmelder mit sich herum. Auf manchen halten auch Kameras das Geschehen vor deren Nase fest. So wie bei dieser Galápagos-Riesenschildkröte.

Stand: 25.10.2017, 09:25 Uhr

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