Aphrodisiakum

Zwei Nashörner in Südafrika: Muttertier mit Jungtier.

Artensterben

Aphrodisiakum

Von Melanie Wieland

Wirkt das Horn des Nashorns tatsächlich aphrodisierend, also luststeigernd?

Woher genau die Mär stammt, dass das Horn der Nashörner aphrodisierende Wirkung haben soll, ist nicht bekannt. Auch andere Heilkräfte werden ihm nachgesagt – zum Leidwesen des Tieres, das inzwischen fast ausgerottet ist. Nur noch wenige Nashörner leben in freier Wildbahn: in Afrika südlich der Sahara, in Asien in indischen Reservaten sowie auf Westjava und Sumatra. Auch diese letzten Bestände sind bedroht.

In einigen asiatischen Provinzen wird das Pulver des Horns als Aphrodisiakum verkauft, wie gemahlene Tigerpenisse übrigens auch. Beide Tierarten wurden wegen der angeblichen Heilkräfte ihrer Körperteile an den Rand der Ausrottung gebracht. Die Wirkung der Mittel ist bis auf den heutigen Tag medizinisch nicht belegt.

In der asiatischen Medizin wird die Waffe des Nashorns gegen eine Vielzahl von Krankheiten eingesetzt. Das pulverisierte Horn soll gegen Rheuma und Gicht helfen, es wird gegen Bluterkrankungen und Hämorrhoiden eingesetzt.

Das Nashorn wird auch noch zu einem anderen Zweck gejagt: Der Griff des traditionellen Krummdolchs der Nord-Jemeniten besteht aus dem Horn des Dickhäuters. Es soll den jungen Männern, die die Dolche führen, Tapferkeit und Männlichkeit verleihen.

Dabei besteht das Horn des bedrohten Tieres eigentlich aus Haaren, die so fest miteinander verklebt sind, dass sie eine ähnliche Substanz wie echtes Horn bilden.

Stand: 19.07.2019, 13:00

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