Corine Land Cover

Satellitenaufnahme von Europa

Globaler Wandel

Corine Land Cover

Wie viele Wälder und Wiesen gibt es in Europa, wie viel Fläche ist verbaut, wo befinden sich Gewerbeflächen und wo Mülldeponien? Mit dem Projekt "Corine Land Cover" ist es erstmals möglich, die Landnutzung Europas einheitlich darzustellen. So können Städte und andere Nutzflächen in Zukunft besser geplant werden. Über zwei Jahrzehnte werden die Daten nun schon gesammelt und zeigen so, wie sich das "Gesicht" Europas verändert.

Der erste europäische Überblick

Das europaweite Projekt "Corine Land Cover" (CLC) startete 1990. Seither wird die Landfläche Europas in unregelmäßigen Abständen mithilfe von Satelliten im Maßstab 1:100.000 erfasst. Um die Daten europaweit vergleichbar zu machen, gibt es für alle Länder einheitliche Kriterien für die Auswertung.

Die Aufnahmen zeigen, welche Flächen in Europa bebaut sind, welche Flächen landwirtschaftlich genutzt werden und wo es Wälder, Feuchtflächen und Wasserflächen gibt. Insgesamt existieren 44 Kriterien – Bodendeckungsklassen genannt –, die von allen Ländern bei der Auswertung beachtet werden müssen.

In Deutschland wird das Projekt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Auftrag des Umweltbundesamtes geleitet. Auf europäischer Ebene ist die Europäische Umweltagentur in Kopenhagen zuständig.

"Corine Land Cover" war 1990 in zweierlei Hinsicht etwas ganz Neues: Zwar gab es schon vorher Satellitenaufnahmen von Europa. Jedoch wertete jedes Land die Daten nach seinen eigenen Kriterien aus. So entstand kein einheitliches Bild und die Daten waren nicht vergleichbar.

Die zweite Neuerung war die Auswertung selbst. Frühere Daten wurden von Wissenschaftlern per Hand ausgewertet. Das war nun nicht mehr nötig. Die Auswertung erfolgte weitestgehend automatisch. Die Wissenschaftler kontollierten die Daten zwar noch einmal und korrigieren eventuelle Fehler, trotzdem konnte auf diese Weise viel Arbeit und Zeit eingespart werden.

Die ersten Vergleichsdaten

Zehn Jahre später, im Jahr 2000, wurde Europa zum zweiten Mal per Satellit von oben aufgenommen. Bei der erneuten Auswertung kam es nicht nur darauf an, Europas Landnutzung und Bodenbedeckung darzustellen, sondern auch darauf, die Veränderungen deutlich zu machen.

So stellte das Umweltbundesamt fest, dass in Deutschland im Lauf dieser zehn Jahre die bebauten Flächen zugenommen haben, ebenso die Wälder und Wasserflächen. Abgenommen haben hingegen die Feuchtgebiete und die Flächen, die für die Landwirtschaft genutzt werden.

Zwischen der zweiten und dritten Erfassung wurde der Zeitraum verkürzt, um schneller an die aktuellen Daten zu kommen. 2006 ging es für alle inzwischen 37 beteiligten europäischen Staaten ans erneute Auswerten. Seit Februar 2010 ist das Ergebnis von "Corine Land Cover 2006" (CLC 2006) verfügbar.

Ein Mann steht vor einem auf die Wand projezierten Satellitenbild des Sebnitztals.

Seit 2000 werden auch Veränderungen dokumentiert

Corine Land Cover – der Nutzen

Die Daten, die die CLC-Auswertungen liefern, werden inzwischen auf europäischer Ebene, aber auch von den einzelnen Ländern für unterschiedlichste Zwecke genutzt. Im Vordergrund steht meist die umweltgerechte Planung neuer Gebiete. Durch die Einheitlichkeit ist es zudem erstmals möglich, Schutzgebiete in ganz Europa zu erfassen und miteinander zu vernetzen.

Die Daten liefern Informationen darüber, wie viel Fläche dem Wohnungsbau, den Gewerbegebieten und dem Straßenbau zum Opfer fällt. Auf Ebene der Europäischen Union kann "Corine Land Cover" für die Planung von Agrarsubventionen verwendet werden und gleichzeitig kann kontrolliert werden, welche Fläche tatsächlich wie genutzt wird.

Die Daten von "Corine Land Cover" sind auch dafür wichtig, wenn es darum geht, festzustellen, ob Wasserschutzgebiete durch Siedlungen oder die Landwirtschaft gefährdet werden.

In Frankreich beispielsweise werden die Informationen für das Management des alpinen Raums verwendet; in südeuropäischen Ländern wie Griechenland, Italien und Spanien helfen die CLC-Daten in Kombination mit weiteren Informationen, Analysen zur Bodenerosion zu erstellen.

Autorin: Martina Frietsch

Stand: 26.11.2018, 09:43

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