Meeresrauschen

Kleines Mädchen hält sich ein großes Gehäuse einer Meeresschnecke ans Ohr

Schnecken

Meeresrauschen

Man hört es deutlich: Es rauscht! An- und abschwellend wie die am Strand brechenden Meereswellen. Wer sich ein Tritonshorn oder das Gehäuse einer anderen großen Meeresschnecke ans Ohr hält, kann ins Träumen geraten. Doch was hört man eigentlich? Das Meer? Oder doch nur das Echo des eigenen rauschenden Blutes in der Muschel?

Über das Meeresrauschen im Gehäuse von großen Meeresschnecken haben sich schon viele den Kopf zerbrochen. Zumindest die Bluttheorie lässt sich mit einem kleinen Experiment leicht widerlegen.

Man benötigt nur ein Schneckenhaus oder ein längliches Wasserglas, das dieses Rauschen am Ohr erzeugt. Dann kann man dieses Rauschen durch ein Mikrophon aufzeichnen, das man an die Öffnung hält, während man diese mit einem Deckel abwechselnd öffnet und schließt: Das aufgezeichnete Rauschen schwillt an und ab und unterscheidet sich kaum von dem, das man direkt mit dem Ohr wahrnimmt.

Ein wenig unterscheiden wird es sich aber immer. Hier spielen die Oberfläche der Ohrmuschel und eventuell auch ein kleiner Anteil des Geräusches des fließenden Blutes eine Rolle.

Wie kommt es aber zum besonders starken "Meeresrauschen" in den großen Gehäusen? Diese haben die Form eines Trichters und harte glatte Oberflächen. Dadurch werden einfallende Geräusche bis zum Ende des Trichters und wieder heraus reflektiert und überlagern sich dabei vielfach. Es entsteht ein besonderes Resonanzrauschen.

Tritonschnecke am Strand

Der Trichter macht die "Musik"

Je nach Form und Größe der Muschel entsteht dabei eine andere Färbung. Mal heller, mal tiefer, aber immer so verfremdet, dass es völlig anders klingt als die normalen Umweltgeräusche, die unser Gehirn unbewusst wegfiltert.

Ein Wasserglas erzeugt daher auch ein anderes Rauschen als eine Meeresschnecke oder die hohle Hand, mit der das oftmals auch schon funktioniert.

Wenn Sie ein Notebook, Computer, Mp3-Recorder oder einen Kassettenrekorder mit Mikrophon besitzen, können Sie das Experiment leicht nachmachen. Am einfachsten geht es, wenn gleichmäßige Hintergrundgeräusche vorhanden sind. Das Rauschen eines (Computer-)Gebläses oder gleichmäßiger Verkehrslärm bieten beste Voraussetzungen.

Autor: Vladimir Rydl

Stand: 18.08.2016, 13:00

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