Wie Ökodetektive Spuren sichern

Wölfe in Deutschland

Wie Ökodetektive Spuren sichern


Ein Beispiel: Ein toter Wolf wird an einer Autobahn in Hessen gefunden. Ein Unfall oder wurde er vorsätzlich getötet? Guido Fritsch vom Leibnitz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin versucht das zu klären. Dazu verwendet er klassische forensische Methoden, wie man sie auch von der Kriminalistik kennt.

Wäre der Wolf beschossen worden, müsste man in seinem Körper Splitter oder ganze Geschosse finden. Um das auszuschließen, wird das Tier im Computertomografen durchleuchtet. Diesmal ist kein Metall zu finden, aber beide Hüftgelenke sind beschädigt und der Schädel zertrümmert. Ein erster Hinweis auf einen Zusammenstoß mit dem Auto.

Vergiftet oder angefahren?

Manchmal ist auch Gift im Spiel – das kann man unter dem Mikroskop sehen. Denn viele Gifte verändern die Gefäße, die ein Organ versorgen, oder die Zellen des Gewebes. Auch hier finden die Tierforensiker nichts auffälliges. Das Ergebnis der Untersuchung: Der Wolf wurde wohl tatsächlich von einem Auto angefahren. Entwarnung für die Tierschützer bedeutet das aber nicht:

"Es ist so, dass 17 Prozent der tot aufgefundenen Wölfe illegal getötet wurden, das heißt zum Teil absichtlich überfahren oder eben auch beschossen." Dr. Claudia Szentiks, Leibnitz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung

Beamte für Umweltkriminalität

In Hamburg beschäftigen sich Polizei-Beamte einer eigenen Fachdienststelle ausschließlich mit Umweltkriminalität. Sie spüren im Hamburger Hafen und an der Küste illegale Müllablagerungen, heimliche Verklappung von Abwässern und den verbotenen Export beispielsweise von Elektroschrott auf. Dafür kontrollieren sie verdächtige Schiffe gründlich.

An Bord versuchen sie herauszufinden, ob Besatzungen illegal Öl verklappen oder Abfall einfach ins Meer entsorgen, vor allem Plastik.

Elektroschrott nach Afrika

Andere Schiffe transportieren unerlaubterweise Elektroschrott. Hier müssen die Beamten genau hinschauen und untersuchen einen verdächtigen LKW. Er soll eigentlich als Gebrauchtwagen nach Westafrika verschickt werden. Aber er ist voll beladen mit alten Kühlschränken.

"Die Geräte werden entweder als Ersatzteile zerpflückt und ausgeweidet. Teilweise werden Kabel abgebrannt, um Kupfer zu gewinnen und das ist natürlich für die Umwelt nicht so gut." Henning Boje, Fachdienststelle Umweltkriminalität

Der Export von Elektroschrott ist nicht erlaubt. Die Fahrt für den LKW ist endgültig vorbei, als die Beamten einen alten Kühlschrank finden, der mit einem FCKW-haltigen Kühlmittel befüllt ist. Würde er verschifft, wäre das sogar eine Straftat.

Wie wichtig die Arbeit der Fachdienststelle Umweltkriminalität ist, zeigt sich an ihrer Erfolgsquote: Auf 95 Prozent aller Schiffe finden sie etwas Verdächtiges.

Elektroschrott

In Westafrika landet der Elektroschrott auf Mülldeponien und wird verbrannt

Autoren: Yvonne Maier/Herbert Hackl

Weiterführende Infos

Stand: 02.01.2019, 10:04

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