Antarktis

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Forschungsstation Neumayer III

Forschungsstation Neumayer III.

Imposant erhebt sich die Neumayer III auf dem Ekström-Schelfeis in der Antarktis. Die Polarstation wird seit 2009 vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven betrieben. Bietet sie im antarktischen Sommer bis zu 40 Personen Platz, leben und arbeiten hier im Winter meist neun Personen. Die Aufgaben sind klar verteilt: Es gibt einen Arzt, der zugleich Stationsleiter ist, einen Ingenieur, einen Elektriker, einen Funker und einen Koch sowie einen Meteorologen, einen Luftchemiker und zwei Geophysiker. Die Überwinterer bleiben 14 bis 15 Monate.

Imposant erhebt sich die Neumayer III auf dem Ekström-Schelfeis in der Antarktis. Die Polarstation wird seit 2009 vom Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven betrieben. Bietet sie im antarktischen Sommer bis zu 40 Personen Platz, leben und arbeiten hier im Winter meist neun Personen. Die Aufgaben sind klar verteilt: Es gibt einen Arzt, der zugleich Stationsleiter ist, einen Ingenieur, einen Elektriker, einen Funker und einen Koch sowie einen Meteorologen, einen Luftchemiker und zwei Geophysiker. Die Überwinterer bleiben 14 bis 15 Monate.

Die Anreise erfolgt per Flugzeug – und zwar mit dem Besten, was die Polarforschung zu bieten hat. Das Propellerflugzeug ist eine eigens umgebaute BT-67 und mit ihren roten Flügeln und dem blauen Bauch ein wahres Schmuckstück. Mithilfe des Messflugzeugs bestimmen die Geophysiker etwa die Struktur des Eises und der darunter liegenden Erdkruste. Die Forscher messen damit auch die Zusammensetzung der Atmosphäre.

Für die sichere Landung sorgt die Neumayer-Crew selbst. Mit Pistenbullys überarbeiten sie vor jedem Anflug die Landebahn und glätten den Schnee. Die Natur ist hier stetig in Bewegung. Über Nacht stehen die Fahrzeuge in der großen Garage der Station. Diese ist zugleich das Fundament für die insgesamt 16 hydraulischen Anlagen, mithilfe derer die Station regelmäßig angehoben wird. Das verhindert, dass Neumayer III im Schnee versinkt.

Auf dem zweiten Deck der Station gibt es zwölf Labore. Hier werten die Wissenschaftler an Computern die Daten der Kurz- und Langzeitexperimente aus. Auf Neumayer III sammeln die Forscher permanent Wetter- und Klimadaten. Das geophysikalische Observatorium erfasst, wenn irgendwo auf dem Globus die Erde bebt. Auch Veränderungen des Erdmagnetfelds und die Luftchemie werden auf der Station untersucht.

Im Aufenthaltsraum mit Billardtisch, Bar und Fernseher können die Forscher nach der Arbeit gemeinsam entspannen. Der Zusammenhalt in den dunklen Monaten ist wichtig. Zur Wintersonnenwende am 21. Juni wird hier ordentlich gefeiert. Der kürzeste Tag des Jahres ist zugleich die Mitte der Polarnacht. Danach kommt die Sonne endlich wieder.

Wer die Einsamkeit bevorzugt, wählt stattdessen die Bibliothek im Eis. Der grüne Container ist liebevoll mit Bücherregalen, einer Couch und einer Flasche Wein ausgestattet. Die Idee stammt von dem Kölner Künstler Lutz Fritsch, der vor neun Jahren die ersten Bücher in die Regale stellte. Weitere Stifter waren etwa die Schriftsteller Günter Grass und Christa Wolf.

Mit den Jahren sind immer mehr Bücher von Besuchern hinzugekommen. Jedes Buch trägt eine Widmung, die erklärt, warum das entsprechende Werk ausgewählt worden ist. Hier finden sich etwa die Biographie Alexander von Humboldts, die Tagebücher von Kafka und die gesammelten Werke Friedrich Schillers – letztere in Form einer Buchstabensuppe.

Anderthalb Kilometer von der Bibliothek entfernt steht das Spurenstoffobservatorium. Dort wird überwacht, welche Stoffe aus der Atmosphäre in welcher Jahreszeit in das Eis eingetragen werden. Der Mensch beeinflusst die Luft des weißen Kontinents bisher kaum: Es gibt hier weder Autoverkehr noch Industrie. Die Chemiker messen daher vor allem das Salz aus dem Meer, Sulfat, das Algen produziert haben, und organische Schwebstoffe. Beunruhigend: In den vergangenen Jahren fanden die Forscher auch Spuren des Treibhausgases Schwefelhexafluorid, das aus nördlicheren Gefilden stammt.

Auch der Lärm nimmt in der Antarktis zu. Nahe der Schelfeiskante zeichnen Sensoren der unbemannten Forschungsstation Palaoa rund um die Uhr alle Geräusche aus der Unterwasserwelt auf. Im Livestream (Link siehe unten) ist zu hören, wie Wale durch die Fluten gleiten und Eisschollen aufeinanderprallen. Allerdings ist den Forschern auch schon der Motorenklang von Schiffen vor das Mikro geraten, die in weiter Ferne durchs Meer fuhren.

Die Schelfeiskante liegt rund 16 Kilometer von der Station entfernt. Von hier aus erstreckt sich kilometerweit der Südliche Ozean. Im antarktischen Sommer legen an der Steilküste Versorgungsschiffe wie die Polarstern an. Sie liefern unter anderem Proviant, Werkzeuge und Experimentiergeräte für Neumayer III. Mit den Pistenbullys ziehen die Wissenschaftler die Ladung dann auf Schlitten bis zur Station. Eine anstrengende Arbeit, die bis zu zwei Tage dauert.

Stand: 04.02.2016, 09:00 Uhr

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