Salz

Salz

Salzbauern in Äthiopien

Zwei beladene wüstenerprobte Vierradfahrzeuge in der Danakil.

Gäbe es eine Rangfolge der unwirtlichsten Gegenden dieser Erde – die Danakil im Nordosten Äthiopiens nähme einen der vordersten Plätze ein. Wir befinden uns hier auf dem Salzsee Ass-Ale in der Afar-Senke, 120 Meter unterhalb des Meeresspiegels mit Temperaturen bis zu fünfzig Grad Celsius. Nur mit wüstenerprobten Vierradfahrzeugen können wir vorankommen.

Gäbe es eine Rangfolge der unwirtlichsten Gegenden dieser Erde – die Danakil im Nordosten Äthiopiens nähme einen der vordersten Plätze ein. Wir befinden uns hier auf dem Salzsee Ass-Ale in der Afar-Senke, 120 Meter unterhalb des Meeresspiegels mit Temperaturen bis zu fünfzig Grad Celsius. Nur mit wüstenerprobten Vierradfahrzeugen können wir vorankommen.

Der Ass-Ale See ist etwa viermal größer als der Bodensee und birgt den Reichtum der Afar-Nomaden: Salz. Ali ist unser Fährtensucher zum Salzlager. Er hat einmal gesagt: "Bei einem guten Afar-Führer brauchst du nie Angst zu haben. Solange er lebt, wird er auf dich aufpassen." Mit diesem Gefühl, einen Schutzengel zu haben, hatte ich auf dieser Expedition die Gelegenheit, einen gesamten Salz-Zyklus mitzuerleben.

Der Ass-Ale See und der Abbe-See, hier im Bild, sind Teil einer Kette von mehreren untereinander verbundenen Seen in der Afar-Senke. Der Abbe-See liegt auf der Grenze von Äthiopien und Dschibuti und ist mit seiner Fläche von 340 Quadratkilometern etwas kleiner als der Bodensee (536 Quadratkilometer).

Mit 35 Prozent Salzgehalt toppt der Abbe-See in Dschibuti das Tote Meer und ist damit der salzhaltigste See auf der Erde. Er liegt in der tiefsten Senke Afrikas bis zu 170 Meter unter dem Meeresspiegel. Das Salz brachte hier Gebilde hervor, die wie Pilze aussehen. Ein Effekt, der durch extreme Hitze und fehlenden Wind noch verstärkt wird.

Ein Anblick, so teuflisch wie verführerisch.  Wir sehen hier die bizarre Märchenwelt von Dallol. Schwefel, Dämpfe und kochendes Salzwasser prägen die verzauberte Geothermallandschaft.

Das Salz wird seit Jahrhunderten mit der gleichen Technik abgebaut: Sind die Salzplatten erst einmal aufgebrochen, werden sie von Salzhackern mit Äxten zu Salztafeln geschlagen, die so dick sind wie Telefonbücher und etwa 12 kg wiegen.

Es ist eine Welt mit klaren Regeln: Nur wer arbeitet, kann essen. Wer sich verletzt,  hat ein ernstes Problem. Es gibt keinen Arzt. Eine Knochenarbeit, bei der die Körper geschunden und die Hände zerfressen werden.

In den Pausen setzen sie sich zusammen und zermalmen ihre Khat-Blätter, ein Rauschmittel, vergleichbar dem Koka. Khat macht gute Laune, man fühlt sich in Form und kann so die harte Arbeit besser ertragen. Allerdings muss man viel Tee oder Wasser dazu trinken, sonst kratzt es im Hals.

Über 300 Arbeiter schuften von morgens bis abends für umgerechnet 1 Euro 50 am Tag. Ein Höllenjob bei der Hitze. Die meisten von ihnen sind schon viele Jahre dabei. Sie müssen ihre Familien ernähren und in ihren Dörfern gibt es keine Arbeit.

Die Salztafeln, so dick wie Telefonbücher, werden zu Paketen verschnürt. Bis zu 20 Platten trägt ein Kamel. Das macht also 240 kg pro Tier.

Der Salztransport erfolgt mit Kamelen. Zwei Tage und drei Nächte ist die Karawane  unterwegs, bis sie am Rande der Wüste das Dorf Berhaile erreicht, wo die Salzplatten auf Lastwagen umgeladen werden. Auf diesen werden sie in die größere Stadt Mekele gebracht, wo sie verkauft werden.

Stand: 28.05.2018, 11:00 Uhr

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