Datenskandale

Datenskandale

Wie sicher sind unsere Daten?

Fotomontage aus einer Datenmatrix und einem Auge und dem Wappen der NSA

Anfang Juni 2013 veröffentlichen die Zeitungen "The Guardian" und "The Washington Post" den ersten Bericht über die Überwachung der weltweiten Telekommunikation durch die National Security Agency (NSA). Die Informationen erhalten sie von Edward Snowden – einem ehemaligen NSA-Analysten. Kurze Zeit später tritt Snowden selbst in die Öffentlichkeit, flieht nach Hongkong und findet schließlich in Moskau Asyl. In den folgenden Monaten werden immer mehr Informationen über die weltweite Überwachung durch die NSA enthüllt. Mithilfe von Ausspähprogrammen wie PRISM, Tempora oder XKeyscore hat die NSA weltweit die Kommunikation systematisch überwacht, ausgewertet und gespeichert.

Anfang Juni 2013 veröffentlichen die Zeitungen "The Guardian" und "The Washington Post" den ersten Bericht über die Überwachung der weltweiten Telekommunikation durch die National Security Agency (NSA). Die Informationen erhalten sie von Edward Snowden – einem ehemaligen NSA-Analysten. Kurze Zeit später tritt Snowden selbst in die Öffentlichkeit, flieht nach Hongkong und findet schließlich in Moskau Asyl. In den folgenden Monaten werden immer mehr Informationen über die weltweite Überwachung durch die NSA enthüllt. Mithilfe von Ausspähprogrammen wie PRISM, Tempora oder XKeyscore hat die NSA weltweit die Kommunikation systematisch überwacht, ausgewertet und gespeichert.

Dass iPhones und iPads den aktuellen Standort angeben können, ist bekannt. Auf einer IT-Fachkonferenz im April 2011 wird jedoch publik, dass Apple diese Ortungsdaten speichert – selbst bei ausgeschalteter Ortungsfunktion. Dadurch speichern die mobilen Geräte jederzeit, wo sich ihre Nutzer gerade befinden. Datenschützer weisen darauf hin, dass der Konzern so detaillierte Bewegungsprofile erhält. Apple dementiert eine gezielte Datenspeicherung und verweist auf einen unglücklichen Programmierfehler.

Ein Forschungsprojekt der Europäischen Union (EU) will mithilfe von Überwachungsdaten die Sicherheit erhöhen. Zum Beispiel werden gefilmte Gesichter mit Datenbanken zu verglichen. Auffälliges Verhalten soll so vorzeitig erkannt und mögliche Verbrechen verhindert werden. Das Projekt heißt Indect – das steht für "Intelligentes Informationssystem zur Unterstützung von Überwachung, Suche und Erfassung von Bürgern in städtischen Räumen." Seit 2009 arbeiten Firmen und Universitäten zusammen mit der Polizei an seiner Umsetzung. Datenschützer kritisieren das umfassende Überwachen und Durchleuchten von Bürgern in öffentlichen Räumen.

Anfang 2008 decken Journalisten eine systematische Überwachung der Mitarbeiter in deutschen Discounterfilialen auf. Einer der ersten Fälle ist die Lebensmittelkette Lidl. Mit versteckten Kameras überwacht das Unternehmen Mitarbeiter und dokumentiert persönliche Probleme und Krankheiten. Der Textildiscounter KiK überprüft Angestellte und Bewerber, ob sie verschuldet sind. Mitarbeiter mit finanziellen Problemen werden entlassen oder nicht eingestellt. Der Drogeriemarkt Schlecker setzt sogar Spitzel ein, die Mitarbeiter rund um die Uhr überwachen und Fehlverhalten dokumentieren.

Anfang 2009 wird bekannt, dass die Deutsche Bahn (DB) ihre Mitarbeiter systematisch überprüft. Seit 2005 wurden Mails der Belegschaft massenhaft abgefangen und an eine interne Kontrollinstanz weitergeleitet – darunter großenteils Mails an Gewerkschaften und Journalisten. Die Bahn wollte damit die Weitergabe interner Informationen an die Öffentlichkeit verhindern. Aufgrund monatelanger Kritik tritt Bahnchef Hartmut Mehdorn Ende März 2009 wegen der Vorfälle zurück.

Im Jahr 2010 gesteht Google, bei den Aufzeichnungen für Google Street View unverschlüsselte WLAN-Netze angezapft zu haben. Seit 2008 schnitten die Kameraautos bei ihren Fahrten in 30 Ländern der Welt persönliche Daten mit. Darunter E-Mails, Internetadressen und sogar Passwörter. Datenschützer kritisierten das Vorgehen des Unternehmens und forderten strengere Datenschutzrichtlinien.

Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) war der geheime Nachrichtendienst der Deutschen Demokratischen Republik (DDR), besser bekannt als "Stasi". Er überwachte Oppositionelle und Regimekritiker. Dazu verwanzte die Stasi komplette Wohnungen, hörte Telefone ab und überwachte Personen rund um die Uhr. Das Ende der DDR bedeutete auch das Ende des MfS. Die Stasi-Akten, die zu Zeiten der DDR unter strengster Geheimhaltung standen, sind heute persönlich einsehbar. Von dieser Möglichkeit haben seit 1992 mehr als 1,5 Millionen Menschen Gebrauch gemacht.

Eine an die Berliner Landesbank (LBB) adressierte Kuriersendung landet im Dezember 2008 zufällig bei der Zeitung "Frankfurter Rundschau". Der Inhalt sind geheime Bankdaten von über 10.000 Kunden der LBB – darunter unverschlüsselte Daten wie Kontonummern, Namen und Adressen. Die LBB hatte die Daten an die Archivierungsfirma AtosWorldline zur Verarbeitung weitergegeben. Datenschützer sehen das Auslagern von Bankdaten an externe Firmen sehr kritisch.

Im August 2008 bekommt die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein eine CD mit Daten von 17.000 Menschen zugestellt. Es finden sich Namen, Adressen, Geburtsdaten, Telefonnummern und Kontoverbindungen darauf. Bei dem Datensatz handelt es sich zudem um Kunden der Süddeutschen Klassenlotterie (SKL). Daraufhin weisen Datenschützer auf große Sicherheitslücken bei der SKL hin. Für den Vertrieb von Lotterielosen gibt die SKL Kundendaten auch an externe Callcenter weiter. Hierbei besteht die Gefahr, dass diese sensiblen Daten an Dritte weiterverkauft werden.

2008 wird ein Bespitzelungsskandal bei der Deutschen Telekom öffentlich. In den Jahren 2005 und 2006 haben einige Mitarbeiter der Telekom systematisch Verbindungsdaten von Kunden ausgespäht. So wollte die Telekom herausfinden, wie interne Informationen des Unternehmens an die Öffentlichkeit gelangten. Es wurden E-Mails überprüft und wer mit wem wie lange telefoniert hat. Betroffen waren großenteils Journalisten und Gewerkschafter.

Stand: 20.11.2018, 10:34 Uhr

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