Bye-bye Privatsphäre?

Das Logo von Facebook auf einem Computerbildschirm, neben einem Ausschnitt der neuen Chronik-Ansicht (engl. "Timeline").

Social Media

Bye-bye Privatsphäre?

Mehr als zwei Milliarden Menschen weltweit sind Mitglied beim größten sozialen Netzwerk Facebook. Daneben gibt es Twitter, Google+ und noch eine ganze Reihe anderer Kommunikationsplattformen. Was allen gemeinsam ist: Neben der sozialen Vernetzung sind sie im Grunde Sammelbecken für unsere Daten, die wir über diesen Weg freiwillig im Netz ausbreiten.

Die ganze Welt in Facebook?

Facebook zum Beispiel durchleuchtet uns von A bis Z und verdient mit den über uns gesammelten Daten, die bestens verknüpft und verbunden sind, Millionen. Geld scheffeln mit unserer Privatsphäre. Hinter der Social Community, die wir so lieben, steckt ein gewinnorientiertes Unternehmen. Eine Gefahr, die sich viele nicht bewusst machen.

Am Beispiel Facebook zeigt sich, wie sehr unsere Daten in Gefahr sind, wenn wir das Netz leichtfertig damit füttern. Wäre Facebook ein Staat, so wäre die Community – gemessen an ihren Mitgliedern – die weltweit größte Nation. Es ist ein Medium, ohne das viele Jugendliche kaum noch den Tag verbringen können.

Timeline – Erweiterung der Sammelwut

Mit der Funktion "Timeline", auch "Chronik" genannt, erweitert Facebook seine Sammelwut. Jedes Mitglied, das dieser neuen Funktion zustimmt, erlaubt Facebook eine chronische Sammlung und Darstellung aller Daten, die in der Community jemals zur Verfügung gestellt wurden.

Das heißt, jeder Urlaubsbericht, alle Fotos, sämtliche Hinweise auf den Beziehungsstatus, die Jugendliche so gerne veröffentlichen, Zeugnisse eines ausschweifenden Partylebens – all das ist für immer festgehalten im Internet. Eine erschreckende Entwicklung, der man sich fast nicht entziehen kann.

Mittlerweile spalten die Social Communities sogar die Gesellschaft. Es gibt sogenannte Facebook-Verweigerer, die sich der Community entziehen, und eine große Gemeinde der Facebook-Nutzer, die häufig sehr unvoreingenommen und fast schon naiv sämtliche Daten mit der Internetgemeinde teilen.

Der Vorstandsvorsitzende des Online-Netzwerkes Facebook, Mark Zuckerberg, spricht über die 'Timeline' während einer Konferenz in San Francisco, USA.

Lukrative Neuerung für den Facebook-Gründer Mark Zuckerberg

Die Kehrseite des öffentlichen Privatlebens

Diese Entwicklung wird sich in Zukunft noch verstärken, denn das Internet ist eine Evolution und Revolution, die sich nicht mehr aus unserem Leben streichen lässt. Das kann unangenehme Folgen haben, denn das Netz vergisst nichts.

Mittlerweile nutzen zum Beispiel auch zukünftige Arbeitgeber, Versicherungen und andere Dienstleister diese Daten als ergiebige Informationsquelle, um sich konkretere Profile von einzelnen Personen zu erstellen.

Diese Informationen können zum einen über ein Arbeitsverhältnis bestimmen oder aber in Produkt- und Preisgestaltung einfließen und unter anderem dazu führen, dass ein Nutzer Produkte zu ungünstigeren Konditionen bekommt, als das jetzt der Fall wäre. Deswegen ist es umso wichtiger, sich vor der Nutzung und Teilnahme an einer Community genau zu überlegen, welche Daten man veröffentlichen will und wo die eigenen Grenzen liegen.

Autorin: Petra Haubner

Stand: 31.01.2018, 09:37

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