Faraday und Grove – Die Väter der Brennstoffzelle

Zeichnung zeigt Michael Faraday in einem Lehnstuhl sitzend und von einem Buch aufschauend.

Brennstoffzelle

Faraday und Grove – Die Väter der Brennstoffzelle

Sir William Robert Grove wurde 1811 im walisischen Swansea geboren. Zunächst studierte er Jura in London. In den späten 1830er Jahren beschäftigte er sich jedoch hauptsächlich mit Physik. Elektrizität war damals ein noch junges Forschungsgebiet, dem sich eigentlich nur Chemiker und Physiker widmeten.

Die galvanische Gasbatterie

Der Chemiker Michael Faraday untersuchte etwa zur gleichen Zeit die Vorgänge, die sich bei der Elektrolyse abspielten. Dabei wird Wasser durch elektrischen Strom in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten.

Grove stellte 1839 fest, dass sich dieser Vorgang auch umkehren lässt. Er tauchte zwei Platinelektroden in Schwefelsäure und umspülte die eine mit Wasserstoff, die andere mit Sauerstoff.

In der Tat konnte er einen geringen Stromfluss durch einen außen angelegten Stromkreis feststellen. Die "galvanische Gasbatterie" war erfunden – quasi die erste Brennstoffzelle. Doch der Strom, den sie lieferte, war viel zu schwach, um ihn praktisch nutzen zu können.

Eine andere Entwicklung Groves, eine Platin-Zink-Batterie, erwies sich als viel leistungsfähiger: In einer seiner Vorlesungen, die er zwischen 1840 und 1847 als Professor für Physik in London hielt, soll er damit eine Bogenlampe betrieben haben.

Gleichzeitig verfolgte Grove auch noch eine zweite Karriere als Rechtsanwalt, er brachte es 1871 sogar bis zum Richter. Als Anwalt spezialisierte er sich wegen seiner naturwissenschaftlichen Ausbildung auf technische Fragen und auf Patentrecht.

Besonderes Interesse hatte er an der neu erfundenen Fotografie, zu der er sowohl technische als auch juristische Vorschläge machte. 1872 wurde er zum Ritter geschlagen.

Neue Methode: Strom mit Dynamos erzeugen

Groves "galvanische Gasbatterie" verlor jedoch an Bedeutung. 1866 wurde das dynamoelektrische Prinzip von Werner von Siemens entdeckt: Stromerzeugung aus bewegten Magnetfeldern.

Nun war keine Chemie mehr nötig, Dynamomaschinen konnten elektrischen Strom in größeren Mengen auf mechanischem Wege erzeugen. Auf Batterien war man nicht mehr so sehr angewiesen.

Erst nach Groves Tod im Jahr 1896 erinnerten sich andere Wissenschaftler an seine Idee und versuchten, die Brennstoffzelle so zu verbessern, dass sie als ernst zu nehmende Energiequelle benutzt werden kann.

Doch es dauerte noch bis in die 1980er Jahre, bevor auch kommerzielle Anwendungen für die Brennstoffzelle in Betracht gezogen wurden – rund 150 Jahre nach ihrer Erfindung.

Pörträtfoto von Werner von Siemens

Siemens entdeckte das dynamoelektrische Prinzip

Autor: Martin Rosenberg

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Stand: 12.10.2018, 12:00

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