Bombardierkäfer

Das Abwehrverhalten des Bombardierkäfers

Sprengstoff

Bombardierkäfer

Es gibt Tiere, die greifen zu ihrer Verteidigung zu explosiven Mitteln.

Nur fünf bis sieben Millimeter sind die kampfeslustigen Krabbeltiere groß. Zu Spaßen ist mit ihnen trotzdem nicht. Denn in ihrem kleinen Körper verbirgt sich ein regelrechtes Sprengstofflabor. Bei Gefahr kommt es zu einer Explosion. Ihr Name? Bombardierkäfer.

Lange Zeit galt der Bombardierkäfer den Menschen als ein Mysterium. Erst zu Beginn der 1960er Jahre gelang es den Naturwissenschaftlern, seinem explosiven Geheimnis mit mikrochemischen Methoden auf die Spur zu kommen.

Und der Käfer bleibt weiter im Interesse der Forschung. Denn vielleicht lassen sich aus dem explosionsfreudigen Geschöpf auch Erkenntnisse für die Waffenindustrie oder die Luft- und Raumfahrttechnik ableiten.

Der Käfer muss sich aber um die neuesten Forschungsergebnisse keine Gedanken machen. Er trägt stets alles mit sich, was er für seine Verteidigungszwecke braucht. Zwei Drüsen im Inneren seines lang gestreckten Hinterleibes sorgen für die Produktion von Hydrochinon und Wasserstoffperoxid.

Wenn Gefahr droht, entlässt der Bombardierkäfer die Substanzen in eine Explosionskammer, wo sie mit Hilfe verschiedener Katalysatoren reagieren. Die Katalysatoren, in diesem Fall die Enzyme Katalase und Peroxidase, wandeln das Hydrochinon in Chinon und das Wasserstoffperoxid in Wasser und Sauerstoff um.

Dieser Prozess geht nicht ohne Wärmeentwicklung einher. Mächtig heiß wird es dann im Bauch des Bombardierkäfers. So heiß, dass das Wasser verdampft und sich ein großer Druck in der Explosionskammer aufbaut.

Mit lautem Knall entlässt der Bombardierkäfer schließlich das Gasgemisch aus seinem Körper. Das hat abschreckende Wirkung. Zumal es dem Käfer möglich ist, sein Hinterteil in jede Richtung um bis zu 270 Grad zu drehen und so den Feind genau zu taxieren.

Die bis zu 100 Grad Celsius heiße und stinkende Substanz trifft den Angreifer mit voller Wucht. Bis zu 20 Explosionen hintereinander kann der Käfer aus der Öffnung im letzten Hinterleibsring entlassen.

Die Abwehrwolke zeigt bis zu einer Entfernung von 30 Zentimetern ihre Wirkung. Fressfeinde, wie Vögel oder Frösche, sollten sich deshalb zweimal überlegen, ob sie die unscheinbaren Käfer tatsächlich auf ihre Speisekarte schreiben.

Autorin: Marietta Arellano

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Stand: 02.11.2017, 12:00

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