Wissensfragen

Ferkel auf einer Wiese

Natürliche Farben

Wissensfragen

Von Cristina Moles Kaupp/Corinna Watschke

Wie färbte man in der Renaissance Spanferkel grasgrün?

Kochen anno 1600 war eine Kunst für sich. In den Küchen deutscher Höfe roch es nach Zimt, Koriander, Ambra, Pfeffer, Muskat und Nelken. Die Gewürze wurden so verschwenderisch eingesetzt, als könnten sie die Pest und den Teufel bannen.

Hinzu kamen Unmengen von Speisen: Drei Gänge mit jeweils 50 verschiedenen Gerichten waren bei festlichen Gelagen keine Seltenheit. Raffinesse war wichtig, täuschend echt nachgeformte Braten, Pasteten, die in ihrem Inneren lebendige Vögel verbargen oder Riesentorten mit einem Zwerg darin.

Eine Zeit lang waren auch bunte Speisen modern: Es gab grün gefärbtes Spanferkel, karmesinrote Hühnerpastetensoße, blaues Morchelmus, schwarzes Weintrauben-, Birnen- oder Apfelmus. Die grüne Farbe kam vom Petersiliensaft, das Blau aus kleingestampften Veilchen, Akelei und Kornblumen, Safran sorgte für Gelbtöne, die Rote Beete für Dunkelrot.

Manchmal wurde gefülltes Geflügel sogar mit Eigelb und Safran vergoldet, sofern es nicht von vornherein mit Blattgold verziert wurde. Dazu bestrich man den Braten mit Honigwasser und drückte das Gold mit Baumwolle an. Ähnlich ging man beim Versilbern der Speisen vor.

Legen braune Hühner wirklich nur braune Eier und weiße Hühner nur weiße Eier?

Ein weißes Huhn kann ebenso ein braunes Ei legen, wie ein braunes Huhn ein weißes. Denn die Farbe der Eierschalen hängt nicht mit der Farbe des Gefieders zusammen: Ob die Schale weiß oder braun wird, wird von den Genen bestimmt. Logisch, denkt man daran, dass es auch grünliche Hühnereier gibt – wer hat schon je ein grünes Huhn gesehen?

Eine Faustregel besagt aber, dass die sogenannten Ohrscheiben der Henne Auskunft darüber geben können, welche Farbe ihre Eier haben. Sind die Ohrscheiben rot, legt die Henne in der Regel braune Eier. Sind die Ohrscheiben dagegen weiß, so sind auch die Eier weiß. Jedenfalls meistens.

Ist Schnee tatsächlich weiß?

Eigentlich müsste Schnee doch durchsichtig sein, da er ja nichts anderes ist, als gefrorenes Wasser. Und das ist ja bekanntlich durchsichtig. Dass Schnee jedoch so aussieht, als wäre er weiß, liegt an den Sonnenstrahlen – und an winzigen Luftbläschen, die in den Schneekristallen eingeschlossen sind.

Das funktioniert so: Zum einen enthält das Sonnenlicht alle Farben, das heißt, es setzt sich aus Strahlen verschiedener Wellenlängen zusammen. Jeder Gegenstand, auf den Sonnenlicht fällt, reflektiert bestimmte Strahlen und verschluckt andere.

Da die Gegenstände unterschiedliche Strukturen haben, sind sie darum auch unterschiedlich farbig: Ein grünes Blatt zum Beispiel reflektiert Grün und verschluckt Rot.

Absorbiert ein Gegenstand alle Wellen des Lichts, dann erscheint er uns schwarz. Reflektiert er alle Lichtstrahlen, dann erscheint er uns weiß.

Schnee schafft das durch die vielen eingeschlossenen Luftbläschen in den Schneekristallen. Denn an der Grenze zwischen Luftbläschen und Eis werden alle einfallenden Strahlen des Sonnenlichts reflektiert. Darum erscheint uns der Schnee weiß.

Der Feldberg im Schwarzwald im Schnee

Land unter Schnee

Stand: 20.05.2019, 09:35

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