U-Boot-Technik

Ein U-Boot in einem Hafenbecken

U-Boote

U-Boot-Technik

Die U-Boote der Klasse 212A, die zu den modernsten konventionellen U-Booten weltweit gehören, sind circa 56 Meter lang und über dem Zentralaufbau 11,5 Meter hoch. Der Durchmesser eines solchen U-Bootes beträgt sieben Meter und es verdrängt durchschnittlich 1450 Tonnen Wasser. Der Tauchvorgang und die Versorgung mit Sauerstoff funktionieren auf allen Unterwasserbooten ähnlich.

Ab- und Auftauchen

Was ein U-Boot zu einem U-Boot macht, ist – so banal es klingen mag – die Möglichkeit, ab- und wieder aufzutauchen. U-Boote haben sogenannte Tauch- und Regelzellen, durch die sie auf Tauchkurs gehen können. Tauchzellen sind spezielle Tanks, die beim Tauchen mit Wasser gefüllt werden. Auf diese Weise bekommt das U-Boot ein größeres Gewicht als das Wasser und sinkt. Das Abtauchen kann durch Betätigen des Tiefenruders unterstützt werden.

Durch die Trimmzellen, die ebenfalls geflutet werden können, kann der Schwerpunkt des U-Bootes verlagert werden und das Boot kann zum Beispiel nach vorne sinken. Durch das Herausdrücken des Wassers aus den Zellen, beziehungsweise durch das Auspumpen der gefluteten Zellen, wird die Dichte des Bootes kleiner als die des Wassers und das Boot taucht wieder auf.

Das Forschungs-U-Boot "Geo"

Das legendäre Forschungstauchboot "Geo" des Meeresforschers Hans Fricke

Während des Abtauchens nimmt ein U-Boot die äußeren Druckverhältnisse mit ins Bootsinnere. Taucht es in einem Tiefdruckgebiet ab und kommt es in einem Hochdruckgebiet wieder an die Wasseroberfläche, so saugt das Boot über den Schnorchel Luft an, um die Druckverhältnisse auszugleichen.

Die Tauchtiefe hängt immer von dem Druck ab, dem ein U-Boot widerstehen kann. Moderne U-Boote können auf eine Tiefe von 250 bis 400 Metern gehen. Einige russisch Atom-U-Boote besitzen Druckkörper aus Titan und sind in der Lage, noch in 900 Meter Tiefe zu operieren.

Ein U-Boot, das tiefer hinabtaucht als vorgesehen, kann dem Wasserdruck nicht mehr standhalten. Sein Druckkörper würde brechen, die Hülle reißen und das Boot würde sich sehr schnell mit Wasser füllen.

Genug Sauerstoff für Einsätze unter Wasser

In einem U-Boot der Klasse 212A befinden sich große Sauerstofftanks, von denen Sauerstoff ins U-Boot gepumpt wird, der das Boot mit genügend Atemluft versorgt. Das ausgeatmete Kohlendioxid wird durch ein Gasgemisch wieder in Sauerstoff umgewandelt. Atom-U-Boote filtern ihren Sauerstoff durch Elektrolyse direkt aus dem Meerwasser. Wenn genügend Sauerstoff und Treibstoff an Bord vorhanden sind, kann ein U-Boot mehrere Wochen unter Wasser operieren.

Autorin: Sabine Kaufmann

Stand: 12.08.2016, 10:00

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